Sie nennen sich die "Bauritter von Schamottenburg". Aber "Schamott haben wir leider nicht bekommen", seufzt Lorenz Diethelm. Deshalb werden die fünf Ritter und die eine Ritterin ihren Holzständerbau auf herkömmliche Weise dämmen: mit Rigips, Mineralwolle und Styrodur.

Die sechs Studierenden sind eine von vier Gruppen, die sich auf den Wettbewerb von Professor Friedemann Zeitler eingelassen hat: Im Baulabor der Hochschule entstanden am Wochenende vier jeweils einen Kubikmeter große Bauten, die möglichst energieeffizient ausgelegt sein sollten. Die Materialien sind für alle im Wesentlichen gleich, sagt Friedemann Zeitler. Deshalb gibt es keinen Schamott, sondern bestenfalls Beton als Füllmaterial für Wände und Böden. Alle Gebäude erhalten nächstes Wochenende Fassadenplatten und eine Lichtkuppel, die von einer Rehauer Firma gespendet wird.

Wie oft leuchtet die Glühbirne?

Als Heizmittel im Inneren der vier Gebäude dienen 100-Watt-Glühbirnen. Sensoren messen, wie lange die Birnen brennen und wie sich die Temperaturen im Inneren entwickeln. Bis März sollen die vier Verschläge auf dem Parkplatz der "Creapolis" am ehemaligen Schlachthof stehen, Wind und Wetter, Frost und Sonne ausgesetzt. Auch die Creapolis ist Teil der Hochschule; ein vom Bund gefördertes Projekt, dessen Makerspace (Werkstatt) nicht nur Studierenden offensteht.

Friedemann Zeitler, Professor für energieeffizientes Bauen, hatte den Wettbewerb eigentlich für alle Studierenden der Hochschule Coburg ausgeschrieben. Aber es kamen hauptsächlich Studierende von Architektur und Bauingenieurwesen "und ein Elektrotechniker", wie er erzählt. Fast alle befinden sich im ersten Semester.

Die Hochschule verfügt über einen eigenen Innovationsfonds, der solche Projekte finanziert, wobei hier laut Zeitler lediglich Material und einige Hilfskräfte der Creapolis bezahlt werden müssen. Die basteln nämlich die Sensoren, die die Temperaturen und die Brenndauer der Glühbirnen in den Minigebäuden erfassen und ins Internet übertragen. Markus Neufeld, Leiter der Creapolis, ist denn auch sehr angetan von dem Projekt: "Es ist toll, weil es dabei ums Machen geht, und alle Gebäude sind Prototypen." Genau für solche Dinge seien die Creapolis und der Maker-Space ins Leben gerufen worden.

Was bringt mehr Dämmung?

Zeitler, der gar nicht verhehlen kann, wie viel Spaß ihm das Gewusel im Baulabor macht, weist darauf hin, dass die Ergebnisse am Ende sehr wohl analysiert werden: Welches Gebäude hat, bezogen auf den Rauminhalt, die wenigste Energie verbraucht? Da kommen mehrere Faktoren zusammen, wie er erläutert: Die Gebäudeform, die Art der Dämmung und ihre Dicke. Dabei, sagt er, können sich die Effekte durchaus überlagern.

Eine starke Dämmung muss nicht unbedingt mehr bringen als eine weniger starke. Die Form des Gebäudes macht etwas aus ("je weiter ich mich vom Würfel entferne, desto ungünstiger ist die Form"), aber auch die Sorgfalt beim Bau oder die Ausnutzung der Sonnenenergie.

Über die Lichtkuppeln wird nicht nur zu sehen sein, ob innen die Glühbirne brennt, sondern die Experiment-Kästen sollen auch passiv die Sonneneinstrahlung nutzen. "Man kann da ganz nette Experimente machen", sagt Zeitler. Eine der Gruppen habe deshalb sogar ein Zwei-Kammer-System entworfen - auf einem Gebäudeteil sitzt die Lichtkuppel, im anderen brennt die Glühbirne. Zu sehen war von dem Bau beim Besuch jedoch noch nicht viel.

Die "Bauritter von Schamottenburg", zu denen zwei Zimmerer, ein Zimmerermeister und ein Maurer gehören, waren da schon viel weiter. Sie bleiben mit ihrem Gebäude nah an der Würfelform. Sie verwenden auch keine OSB-Platten als tragendes Element wie die anderen Gruppen, sondern setzen auf eine Holzständerkonstruktion. Innen schraubt Lea Hartmann die Rigips-Kartons an, außen misst Sven Bergmann noch mal die Kantenlänge, um das nächste Brett zuschneiden zu können. Am Montag, 17. Dezember, 18 Uhr, werden die vier Gebäude bei der Creapolis aufgestellt.

Der Wettbewerbsgedanke spiele durchaus eine Rolle, sagt Zeitler. Dabei steht noch nicht einmal fest, welche Preise es am Ende geben wird. Der Professor will auch nicht ausschließen, dass die Mini-Häuser über den März hinaus stehen bleiben. "Eventuell lassen wir die Gebäude über den Sommer stehen und messen einfach weiter", wie die Isolierung die Hitze draußen vom Inneren fernhält, sagt er.