Die Turnhalle der Mittelschule Am Moos bebt. "Zugabe" verlangen die Schüler und wollen nicht aufhören, zu jubeln. Gerade sind die letzten Töne des Songs "Forget you" verklungen. Anika Steiner hat ihn an Stelle von Cee lo Green gesungen - und sie hat es klasse gemacht. Nicht nur ihre Mitschüler sind begeistert. Auch von der Jury gibt es Anerkennung und reichlich Punkte. Die Moosschule sucht gerade ihr Supertalent.
Vor Anika haben Svenja Fischer und Cheyenne Williams die schwierige Aufgabe übernommen, den Saal vorzuwärmen. Sie waren als erste unter den fünf Bewerbern um den Titel an der Reihe, mussten sich vor der ganzen Schule als Publikum trauen, Christina Stürmers "Wir leben den Moment" zu singen. Kein leichter Song. Die beiden werden am Ende den fünften Platz belegen, trotz einer achtenswerten Leistung. Inzwischen haben die beiden Moderatoren Felix Wohlleben und Yannick Stürmer die Rythmusgruppe angesagt. Die Jungs und Mädchen tragen den "Moos Rap" vor. "Einzigartig" steht im Programm hinter dem Titel. Das stimmt. Die Schüler haben sich den Text und die Musik selbst ausgedacht. "Hey Yo, Let's go! Das ist unser erster Moosschul Rap! Hey Yo, Let's go! Das ist unser gemeinsames Projekt", rapt die coole Gruppe drauflos. "Jetzt sind die besten Rapper da! Wir sind immer für euch da!", lauten weitere Textzeilen. Und: "Diese Zeilen mit euch zu rappen, hey, das macht tierisch Spaß! Bin ich sauer oder traurig? An der Moss vergess ich das!" Sie werden am Ende Platz drei belegen.
Es muss ein bisschen still werden, ehe Ntergia Recepoglou zum ersten Mal in ihrem Leben vor so einem großen Publikum, vor einer vollen Turnhalle mit ihrer Gitarre Platz nimmt und singt. Sie hat ein türkisches Lied ausgesucht, das sie mit voller klarer Stimme vorträgt. In der Jury werden Blicke getauscht. Ntergia beeindruckt alle.



Das schafft aber auch Sudenez Kahrman. Sie ist die jüngste Teilnehmerin des Wettbewerbs und traut sich an Rihannas "Diamonds". Ein Vortrag der erwarten lässt, dass sie in den kommenden Jahren noch von sich hören macht, bei den Fortsetzungen etwa des Wettbewerbs, bei dem die Schüler der zehn Mittelschulen des Landkreises nach dem Supertalent suchen.
Inzwischen hat Anika Steinert schon wieder das Mikro in der Hand. Wie schon zu Beginn der Veranstaltung steht sie jetzt mit der Schulband auf der Bühne. "Rolling in the Deep" singt sie mit einer Stimme, die man ihr auf den ersten Blick nicht zutrauen würde.
Während die Jury-Urteile ausgewertet werden, fragt Yannik die Schüler, ob sie Zugaben wollen. Eine tobende Halle will Ntergia noch einmal hören und dann auch noch einmal Anika. Die beiden dürfen dann zur Siegerehrung nach vorne. Den Preis für das Supertalent bekommt Ntergia und Anika freut sich mit ihrer Mitschülerin, als hätte Rektorin Heike Stegner-Kleinknecht ihr gerade den Pokal in die Hand gedrückt. Sie weiß, dass sie als Frontfrau der Schulband längst die Herzen ihrer Mitschüler erobert hat. Auch von ihr wird man sicher noch hören. Wohl nicht nur beim nächsten Schulwettbewerb. Sie ist unverkennbar in ihrem Element, wenn sie auf der Bühne steht.
Doch wenn alle Mittelschulen der Stadt und des Landkreises Coburg in Bad Rodach ihre Supertalente ins Rennen schicken, um das Supertalent des Landkreises zu küren, dann vertritt dieses Jahr Ntergia Recepoglou mit ihrer beeindruckenden Stimme die Moosschule.