Tom Limmer und seine Frau Heike freuen sich schon auf das zweite Wochenende des Countryfestivals. Die beiden sind seit dem allerersten Festival Stammgäste. "Die Atmosphäre ist einfach super", schwärmt Tom Limmer. Für ihn sei das Fest immer wieder schön, da es so zwanglos sei. "Wir schauen gerne den Line-Dancern zu, und die Musik ist klasse", erklärt er. "Wir freuen uns auch immer wieder darauf, unsere Bekannten hier wiederzusehen", fügt Heike Limmer hinzu. Sie fühle sich auf dem Countryfestival in eine andere Zeit versetzt: "Durch die Musik, die Leute in der Uniform und das ganze Ambiente vergesse ich meinen Alltag und tauche in eine fremde Welt ein."

Amerika ist im 19. Jahrhundert zweigeteilt: Der Osten des Landes ist dicht besiedelt, während das Gebiet westlich des Mississippi weitestgehend unerforscht ist. Das bleibt nicht lange so, denn immer mehr Pioniere überschreiten diese "Frontier" und wagen sich hinaus in den Wilden Westen. Schnell wird klar, dass das nicht unproblematisch ist: Das Gesetz, das im Osten des Landes gilt, kann nicht immer angewendet werden, und so steigt in den neu besiedelten Gebieten die Kriminalität. Kreativität ist gefragt, wenn man da sich gegen Outlaws, Banditen und räuberische Banden verteidigen will. So entsteht die Idee zur kleinen, handlichen Schusswaffe, die jede Frau mühelos am Strumpfband befestigen kann und die bei Gefahr schnell griffbereit ist.


Staunen über die Strumpfbandkanone

Genau so eine Strumpfbandkanone hat die Neustadter Privilegierte Schützengesellschaft in ihrer historischen Waffenschau zum Countryfestival der Mountain Lions am vergangenen Wochenende mitgebracht. "Die Waffen, die wir hier ausstellen, stammen alle aus dem Privatbesitz unserer Mitglieder", erklärt Stephan Klose, der am Samstag durch die Waffenschau führt. Die Replikate der Waffen aus den Jahren von 1780 bis 1895 seien auch einsatzbereit. "Unsere Mitglieder schießen mit ihnen auch bei Wettkämpfen", erzählt er. Die Privilegierte Schützengesellschaft habe die Waffen bereits in einer eigenen Ausstellung präsentiert. "Da wir gute Kontakte zu den Mountain Lions haben und sogar einige unserer Schützen auch Mitglied bei den Mountain Lions sind, ist der Verein auf unsere Waffensammlung aufmerksam geworden", sagt er. Und so sei die Privilegierte Schützengesellschaft gefragt worden, ob sie ihre Waffen denn auch zum Countryfestival mitbringen wolle. "Da haben wir natürlich gerne zugesagt", erzählt Stephan Klose. Die Strumpfbandkanone sei die kleinste Waffe aus der Sammlung der Schützen. Sie passt ohne Probleme in eine Handfläche. Das Kuriose: "Sie ist genauso lang wie eine Patrone für die größte Waffe, die wir heute ausstellen." Filmliebhabern komme die große "Sharps", ein Büffelgewehr vom Kaliber 45‘120, vielleicht sogar bekannt vor: "Sie spielt auch im Film ‚Quigley der Australier‘ mit Tom Selleck eine große Rolle."

Auch am zweiten Wochenende könne man beim Countryfestival der Mountain Lions wieder eine Waffenschau bewundern. "Diesmal wird der Fokus allerdings nicht auf den Waffen aus dem Wilden Westen liegen, sondern eher auf schwarzpulverbasierten Schusswaffen aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg."
Auch für die Kinder wird am kommenden Wochenende wieder einiges geboten sein: Auf der Ranch können sie Ponyreiten und beim Goldwaschen aus nassem Sand kleinere und größere Schätze bergen. Der zehnjährige Oskar und der zwölfjährige Simon machen das beim Countryfestival am liebsten. Schon nach kurzer Zeit haben die beiden eine ganze Handvoll Edelsteine gefunden. "Am Anfang war es leichter, da man die Steine sofort sehen konnte, aber jetzt müssen wir schon ein bisschen tiefer graben", erzählt Simon. Das mache ihnen aber nichts aus. "Es macht sogar ein bisschen mehr Spaß, wenn wir länger suchen müssen", erklärt Oskar.

Auch Matthias Laux, Vorsitzender der Mountain Lions, fiebert dem zweiten Wochenende des Countryfestivals entgegen. "Ich hoffe, dass das Wetter genauso gut ist wie am ersten Wochenende und dass unsere Besucher viel Spaß haben", sagt er. Nach dem zweiten Festivalblock sei die größte Arbeit für die Vereinsmitglieder geschafft. "Trotzdem fangen dann schon die Planungen fürs nächste Jahr an", erklärt er. Er lobte auch die Zusammenarbeit mit der Privilegierten Schützengesellschaft. "Da hat alles super geklappt."