Einen etwas anderen Schultag hat es zum Wochenschluss für die Schüler der Moos-Schule gegeben. Statt im Unterricht zu sitzen, betätigten sich alle Klassen sportlich an einem Spendenlauf auf dem Gelände des Freizeitzentrums.
Fit und motiviert gingen kurz nach Schulbeginn nahezu 300 Moos-Schüler im Freizeitpark "Villeneuve-sur-Lot" auf die Piste der Nordic-Walking-Strecke an den Start. Sich an der frischen Luft bewegen und damit für andere Menschen etwas Gutes zu tun - das war das Ziel der Veranstaltung. Großzügige Sponsoren wie Eltern, Verwandte, Freunde und auch heimische Firmen machten das Rundendrehen für die Jugendlichen schmackhaft. Und wer von den jungen Läufern keinen Sponsor gefunden hatte, bei dem halfen Sponsoren wie die Sparkasse Coburg-Lichtenfels, die VR-Bank und andere Unternehmen nach. Zudem hatte die Rektorin, Heike Stegner-Kleinkecht noch einige zusätzliche Finanziers aufgetrieben. Jede erlaufene Runde wurde mit finanzieller Unterstützung belohnt. Liefen im letzten Jahr rund 230 Schüler, so zeigte sich die Schulleiterin äußerst zufrieden über die steigende Tendenz bei der Beteiligung.
"Ich finde es ganz toll, dass ihr bei diesem Tag so mitmacht - ich danke euch für die Bereitschaft, für eure Schule zu laufen", sagte die Schulleiterin. Mitreden dürfen die Schüler bei der Verwendung des Geldes auch. Über die Dinge, die für die Schule angeschafft werden, können sie mit entscheiden. Ein Teil des Laufgeldes geht an die Schule, einen Teil erhält diesmal das Neustadter Jugendzentrum. Beim ersten Lauf im vergangenen Jahr wurden die Flüchtlingskinder in Not sowie die Unicef bedacht.
"Wir freuen uns sehr, dass ihr uns ausgewählt habt, um uns etwas von eurem Laufgeld zu geben", sagte Alexander Herr, der Leiter des Jugendtreffs im Familienzentrum. Immerhin seien ja auch etliche Jugendliche von der Moos-Schule bei den zahlreichen Aktionen im Jugendzentrums anzutreffen, erinnerte Herr. So könne das Jugendzentrum mit dem Erlös aus dem Spendenlauf jene unterstützen, die das Geld eben nicht so locker sitzen haben und sich einige Angebote einfach nicht leisten können. "Das ist eine gute Sache. Wir sind froh, dass ihr das hier macht", sagte der Jugendtreff-Leiter, der natürlich gleich noch ein bisschen Werbung für seine Einrichtung machte. Tanzen, Fahrten, zahlreiche Angebote habe das Jugendzentrum zu bieten. Einen Flyer gleich zum Mitnehmen hatte Herr mit allen wichtigen Informationen für die Jugend dabei.
"Ich versuche gleich, jeden von euch auf der Strecke abzuhängen", zeigte Konrektor Jens Alex, dass er mit guter Laune auf die Strecke ging. Klar - auch den Lehrkräften gefiel dieser besondere Schultag mit Frühsport im Freien. Alex hatte gleich noch einen Motivationsschub dabei, als er ankündigte, dass jeder, der es schafft, die Stempelkarte vollzukriegen und diese beim Klassenlehrer abgibt,neben dem Geld noch eine Eins im Sport bekommen würde. "Es soll ja auch ein kleines Zuckerl nebenbei sein, um die jungen Leute auch zu belohnen", sagte der stellvertretende Schulleiter.
Zu lauten Hip-Hop-Klängen aus den Lautsprechern zogen die Moosschüler klassenweise ihre Runden. Manche liefen, manche gingen - ganz nach eigener Kondition, Lust und Laune. Mit jeder Runde füllten sich die Stempelkarten. Verpflegungsstationen mit belegten Brötchen, frischem Obst und Getränken entlang der Strecke hielten die Jugend munter. "Wenn ich mir die Schüler ansehe, da kann man schon zufrieden sein", stellte Konrektor Alex in seiner Verschnaufpause lobend fest.
Lea Franke und Nina Grempel (beide Klasse 10. M1) waren diesmal ein bisschen gehandicapt und zählten zu den Zaungästen. Leas Bruder Leon war l im vergangenen Jahr mit seinen elf Jahren derart motiviert, dass er bereits im Vorfeld 30 Sponsoren an Land gezogen hatte. "Und auch diesmal hat ihn der Ehrgeiz samt Engagement gepackt" - das gefiel der Schwester.
Ein Wasserspender für ihre Schule steht ganz oben auf der Wunschliste der Moos-Schüler. Doch erst werden die Stempelkarten in den nächsten Tagen ausgewertet - und dann wird belohnt.