"Bei 200 Grad wird es brenzlig", sagt Kreisbrandinspektor Stefan Zapf. Gemeint ist eine Acetylen-Flasche, die am Mittwoch im Werkstattgebäude einer Neustadter Firma in Brand geraten war. Löschen kann die Feuerwehr in diesem Fall nicht. Aber durch reichliche Kühlung lässt sich wenigstens die Explosion der Flasche verhindern.

Um 14.07 Uhr ging der Alarm ein. Die Wehren aus der Kernstadt und aus dem Stadtteil Wildenheid rückten mit mehreren Fahrzeugen und 25 Mann aus. Sicherheitshalber wurden Rettungsdienst und Polizei zum Einsatzort in der Austraße gerufen. Die Werkstatt liegt auf dem ehemaligen Siemensgelände.

Ursache noch unklar

Wie die Flasche in Brand geraten konnte, war noch unklar. Sie gehörte neben einer Sauerstoffflasche zu einem Schweißgerät, mit dem in der Werkstatt gearbeitet wurde. Aus unbekanntem Grund schlug die Schweißflamme im Gasschlauch zurück, der sofort durchbrannte, so dass das brennende Gas unkontrolliert austrat.

Im Umkreis von 200 Metern wurden alle Gebäude evakuiert. "Wenn die Flasche hoch geht, dann kann sie leicht eine Wand durchschlagen. In welche Richtung, das weiß keiner. Im Radius von 200 Metern wird es dann aber gefährlich," erklärte Kreisbrandinspektor Stefan Zapf.

Die Männer, die alle 30 Minuten abgelöst wurden, um die Flasche zu kühlen, überwachten die Temperatur mit Hilfe einer Wärmebildkamera. "Wir können die Flasche bei etwa 60 Grad halten", sagt Zapf. Damit sei weitgehende Sicherheit gegeben, dass es nicht zu einer Explosion kommt. Die Wasserversorgung für den Kühleinsatz wurde im Wechsel mit Tankfahrzeugen der Feuerwehr sichergestellt, so dass die Männer vor Ort permanent über genug Kühlwasser verfügten.

Stundenlange Sicherheitsvorkehrungen

Wie lange es dauert, bis so eine Gasflasche ausgebrannt ist, lässt sich schwer sagen. Für Stunden waren die Sicherheitsvorkehrungen in Kraft. Nach dem kontrollierten Abbrennen wurde die Gasflasche noch für 24 Stunden in einen Wassercontainer gelegt, um ganz auszukühlen, und sicher zu sein, dass sie nicht wieder in Brand gerät.

Als Schweißgas wird Acetylen (oder Ethin) in Aceton gebunden. Es verbrennt an der Luft mit leuchtender, stark rußender Flamme bei rund 2000 Grad. Deswegen können die Einsatzkräfte nur mit Atemschutz in dem Gebäude vorgehen.