Jürgen W. Heike kann ein ganz schöner Dickkopf sein. Wenn er das Gefühl hat, sich für etwas einsetzen zu müssen, dann lässt er sich auch kaum stoppen - erst recht nicht, wenn es um etwas in "seinem" Neustadt geht. Aber am Samstag vormittag ist er fast einen Schritt zu weit gegangen. Er wollte nämlich unbedingt mal eben in die Mehrzweckhalle der Schule an der Heubischer Straße. Dort eröffneten die Sammler- und Briefmarkenfreunde Neustadt die Grenzlandtauschtage, und Heike hatte die Schirmherrschaft übernommen. Gleichzeitig warteten aber im "Lindenhof" in Ketschenbach rund 300 Gäste, die Heike zum 70. Geburtstag gratulieren wollten. "Unsere Mutter konnte ihn schließlich davon überzeugen, dass es wichtiger ist, pünktlich im Lindenhof zu sein", berichtete später Sohn Dominik, der kurzerhand selbst zu den Tauschtagen gefahren war und dort seinen Vater vertrat.

Käse, Bier und Kreuzfahrt

Diese kleine Anekdote war in gleich mehrfacher Hinsicht symptomatisch für Jürgen W. Heike. Zum Beispiel zeigte sie, dass er Dinge gerne konsequent durchzieht - auf sein Wort, und sei es ein "Ja" zu einer von zig Schirmherrschaften, soll Verlass sein. Außerdem unterstrich das Einspringen von Dominik, dass die Familie von Jürgen W. Heike eng zusammenhält - sei es in politisch turbulenten Zeiten, in gesundheitlich schwierigen Phasen oder eben bei Tauschtagen. Die Anekdote zeigte aber vor allem, dass es im Zweifelsfall nur eine Person gibt, die gegen diesen "Dickkopf" ankommt: seine Ehefrau Gisela, genannt Gissi.

So begab es sich nun also, dass Jürgen W. Heike am Samstagvormittag doch pünktlich im "Lindenhof" war und unzählige Hände schütteln durfte. Auch die vielen verschiedenen Geschenke, die er bekam, erzählten so einiges. So gab es gleich mehrfach sehr Bodenständiges wie Bier, Wein, Wurstdosen und Käsekörbe. Viele waren auch dem Wunsch des Jubilars gefolgt und hatten einen Obolus für die nächste Kreuzfahrt dabei, die Jürgen und seine Gissi bereits planen. Norbert Scholz, Vorsitzender des Bayern-Fanclubs Red Residenz, überreichte ein Bayern-Trikot mit dem Aufdruck "Jürgen" und der Nummer "70". SPD-Kreisvorsitzenden Carsten Höllein, der auch Kreisgeschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt (Awo) ist, überreichte einen roten Awo-Schirm und erklärte: "Wir lassen keinen Rentner im Regen stehen!"

Für seine Rede hatte Jürgen W. Heike eigentlich ein 14-seitiges Manuskript vorbereitet. Doch von dem wich er fast komplett ab und redete nahezu frei. Immer wieder betonte er, wie sehr er sich freue, dass so viele "Freunde und Weggefährten" gekommen seien. Sehr bewegend war, wie er sich bei seiner Frau, den drei Kindern Saskia, Dominik und Julian sowie deren Partnern bedankte.

"Wir vermissen Dich!"

Den Reigen der vielen Grußwortredner eröffnete Günter Benning namens des CSU-Kreisverbands. "Auf den Jürgen kann man sich immer verlassen", lobte Benning. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) dankte in sehr persönlichen Worten für alles, was Jürgen W. Heike für sie getan habe - unter anderem habe sie in ihrer Anfangszeit in München sehr viel Hilfe von Heike bekommen. Alexander König sagte namens der CSU-Landtagsfraktion: "Du hast nicht nur das Coburger Land geprägt, Du warst auch ein sehr lieber und fachkundiger Kollege - wir vermissen Dich!"

Weil es im "Lindenhof" kein Klavier gibt, musste sich Pianist Hans-Dieter Bauer auf ein verbales Geburtstagsständchen beschränken.

Dominik Heike dankte auch im Namen seiner Geschwister für die "Werte", die Jürgen W. Heike ihnen mitgegeben habe. Als Überraschung des Tages wurden schließlich noch zwei besondere Glückwünsche eingespielt: Per Videobotschaft gratulierte zum einen Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), zum anderen der neue Coburger Landrat Sebastian Straubel (CSU), der zu Heikes politischen Ziehsöhnen gehört.

Zwei Ministerinnen und eine ehemalige Präsidentin

Gästeliste Solch einen Promi-Auflauf gibt es im Neustadter Stadtteil Ketschenbach auch nicht alle Tage! Zum Empfang anlässlich des 70. Geburtstags von Jürgen W. Heike waren unter anderem gleich drei Mitglieder des aktuellen bayerischen Kabinetts gekommen: Gesundheitsministerin Melanie Huml, Familienministerin Kerstin Schreyer sowie Innen-Staatssekretär Gerhard Eck (alle CSU). Besonders stolz war Heike auf den Besuch der ehemaligen Präsidentin des bayerischen Landtags, Barbara Stamm (CSU). Außerdem gratulierten der ehemalige Staatssekretär Willi Müller und die Europaabgeordnete Monika Hohlmeier. Aus den heimischen Gefilden wurden - unter anderem - gesichtet: die beiden Landtagsabgeordneten Martin Mittag (CSU) und Michael Busch (SPD), zahlreiche Bürgermeister (darunter Coburgs Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber, Neustadts Dritter Bürgermeister Martin Stingl und Seßlachs neuer Rathaus-Chef Maximilian Neeb), viele Kreis- und Stadträte, IHK-Präsident Friedrich Herdan und HUK-Vorstandssprecher Klaus-Jürgen Heitmann. Mindestens genauso wie über diese "Promis" freute sich Jürgen W. Heike aber auch sichtlich über die zahlreichen Abordnungen von Vereinen, Feuerwehr oder auch der Polizei. Und: Fast die gesamte Münchner Bürobelegschaft aus Heikes Zeit als Staatssekretär im bayerischen Sozialministerium war gekommen.