Das Ende ist absehbar. Löcher in Wänden und Fußböden sind zum großen Teil schon wieder verschlossen. Vier Ausstellungsräume im ersten Stock - 30 sind es im ganzen Haus - werden gerade für die erste Sonderausstellung mit dem Titel "Traumberuf Lokführer"- Modelleisenbahnen von Adler bis ICE" vorbereitet. Auch der neue Kassenbereich ist bis dahin fertig. "In den anderen Räumen wird noch gearbeitet", erläutert Museumsleiterin Christine Spiller.

Ein kurzer Blick zurück:

Am 27. Mai dieses Jahres war im Karree um das Puppenmuseum ein Großbrand ausgebrochen. "Der Dachstuhl des Museums war auch betroffen; das haben wir aber erst nach zwei Tagen bemerkt", erzählt Ullrich Pfuhlmann, Leiter des Hochbauamts. Balkenköpfe hatten Feuer gefangen und in der Decke zum Dachgeschoss gab es einen Schwelbrand. Dazu kamen massive Schäden durch Löschwasser. Eine Wand zum Nachbarhaus musste geöffnet werden.
Der schnelle Einsatz von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk hatten Schlimmeres verhindert. Und dem Einsatz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung war es zu verdanken, dass alle 2000 Objekte innerhalb von vier Stunden aus dem Puppenmuseum gerettet werden konnten. "Der Schaden, der dabei entstand, ist marginal", sagt Christine Spiller. Puppendoktor Thomas Packert habe das meiste schon behoben.

Schmutz auch in Vitrinen

Nach dem Brand mussten im gesamten Haus Trocknungsgeräte aufgestellt werden. "Dadurch entwickelte sich eine Menge Staub. Die Löscharbeiten und die Räumung der Exponate haben zusätzlich Schmutz im ganzen Gebäude und an Stoffbespannungen in den Vitrinen verursacht", ergänzt die Museumsleiterin. Die Sanierung war unerlässlich. Eine Renovierung des Puppenmuseums sei auch vor dem Brand schon vorgesehen gewesen, betont Ullrich Pfuhlmann. Jetzt im ausgeräumten Zustand sei alles noch besser und gründlicher zu bewerkstelligen.
Also werden auch gleich Nägel mit Köpfen gemacht. Das heißt, zunächst sind die Brandschäden an Dach, Wänden, Böden und der Fassade an der Reihe. Anschließend geht es an die Erneuerung der Stoffbespannung in den Vitrinen - rund 100 sind es im gesamten Gebäude. Zwölf Glasvitrinen wurden beschädigt und müssen komplett ersetzt werden. Derzeit läuft die Sanierung der Innenräume. Die Brandmeldeanlage wurde bereits erneuert.
Christine Spiller ist froh, das Landesamt für Denkmalpflege als Unterstützer zur Seite zu haben. Sie zeigt auf eine alte Tür als Beispiel. "Hier haben die Leute vom Denkmalschutz zum Beispiel festgestellt, dass acht Schichten Farbe übereinanderliegen." Das zu wissen, sei wichtig, wenn es darum gehe, wie die Türen im Zuge der Sanierung gestrichen werden müssen.

Der legendäre Zug von Jim Knopf

Indessen bereiten die Museumsleiterin und ihre Mitarbeiterinnen die erste Sonderausstellung vor. Es geht dabei um Modelleisenbahnen. Genutzt werden dazu Räume, die schon im vergangenen Jahr renoviert worden waren und relativ schnell herzurichten sind. In 16 Vitrinen kann vom 1. Dezember bis zum 3. Februar das über Jahrhunderte immer neu gestaltete Lieblingsspielzeug vieler Väter, ihrer Söhne und Töchter bewundert werden. Den legendären Zug von Jim Knopf und Zugführer Lukas wurde für das Puppenmuseum bereits im vergangenen Jahr angekauft. Ansonsten gibt es eine Menge Interessantes von verschiedenen Leihgebern zu sehen.
Dass die Sonderausstellung schon jetzt stattfindet, wo die meisten Räume des Museums noch nicht fertig sind, begründet Zweiter Bürgermeister Norbert Tessmer (SPD) so: "Wir wollen zeigen, dass das Museum noch lebt." Und als Dankeschön für ihre Leistung bekommen Feuerwehrleute und THW-ler eine Sonderführung.