Die festliche Einweihung des energetisch sanierten Rathaussaales und des umgestalteten Eingangsbereiches des Rathauses der Stadt Rödental wurde gekrönt durch ein Konzert der hierzulande bestens bekannten Künstler Hans-Dieter Bauer (Klavier) und Karlheinz Busch (Violoncello).


Dabei erwies sich der frisch bestuhlte, mit schallabweisenden Glaselementen versehene Raum optisch wie akustisch bestens aufgerüstet. Wenn jetzt noch ein besserer Flügel hinzukäme!
Nicht langatmige Sonaten, sondern eingängige, meist ohrwurmartige Miniaturen hatte man ins Programm genommen, die Karlheinz Busch, langjähriger Cellist der Bamberger Symphoniker, musikgeschichtlich beschlagen mit allerlei Wissenswertem zu Werken und Komponisten versah.

Mit noblem, schlackenlosem Ton und Strich sowie expressiver Dynamik und überlegener Technik vermochte er, das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Nicht weniger zuverlässig mitgestaltend, mit ausgefeiltem, differenziertem Anschlag und fingerfertigem Spiel komplementierte Hans-Dieter Bauer das bestens harmonierende Duo.


Von Couperin bis Rachmaninow

Die Vortragsfolge umfasste in chronologischer Reihenfolge Werke vom Barock bis zum Impressionismus, wobei die meisten Werke natürlich in den für Cello und Klavier angelegten Bearbeitungen erklangen.


Den Anfang machten die fünf "Pièces en Concert" von Francois Couperin, deren Sätze "Plainte" (Klage), "La Tromba" und "Air de diable" schon frühe Beispiele von Programmmusik darstellten. Verinnerlichst erklangen das berühmte Largo "Ombra mai fu" von Georg Friedrich Händel, die hübsche "Sicilienne" der Maria Theresia von Paradis und das Adagio aus dem Cellokonzert B-Dur von Luigi Boccherini. Lyrisch ausdrucksvoll wurde es bei Franz Schuberts Ständchen "Leise flehen meine Lieder" und einem "Lied ohne Worte" von Mendelssohn.


Zum 333. Geburtstag von Bach erklang das Präludium C-Dur aus dem "Wohltemperierten Klavier" zuerst im Original und dann mit der "Ave Maria"- Melodie von Charles Gounod. Vollgriffig und ausdrucksvoll spielte Hans-Dieter Bauer solistisch die anspruchsvolle Liszt-Bearbeitung des Schumann-Liedes "Widmung", bevor mit warmem Celloton der "Schwan" aus "Karneval der Tiere" von Camille Saint-Saens sein Lied anstimmte.


Im zweiten Teil hörte man noch sensible Interpretationen von bekannten Werken wie "Après un Reve" von Gabriel Fauré, "Vocalise" von Sergej Rachmaninoff, "Pièce en forme de Habanera" von Maurice Ravel sowie den von Hans-Dieter Bauer großbögig gestalteten "Liebestraum" von Franz Liszt. Mit dem empathisch gestalteten "Salut d'amour" von Edgar Elgar verabschiedeten sich die schon nach jedem Stück mit reichem Beifall bedachten Künstler nachhaltig.
Die stürmisch geforderte Zugabe servierte der Pianist glänzend und mitreißend mit einem an bekannte Vorbilder erinnernden selbst komponierten feurigen Tango.