Dass im Familienzentrum am Schützenplatz wertvolle Arbeit geleistet wird, ist den Mitgliedern des Verwaltungssenats bewusst. Dennoch zeigten sie sich beeindruckt von dem Bericht, den Ines Förster, die Leiterin der Einrichtung, bei der jüngsten Sitzung vorlegte.

Eine ganze Reihe von Fachstellen rund um die Bedürfnisse und die Versorgung von Familien wird hier mit ihren Angeboten gebündelt. Von der Kinder- und Jugendarbeit bis zu Angeboten für Senioren reicht die Palette. Das Landratsamt ist im Familienzentrum mit der Schwangerenberatung, der Fachstelle Frühe Hilfen, der wirtschaftlichen Jugendhilfe und dem allgemeinen Sozialdienst vertreten.

Beratung für Senioren gibt es im Familienzentrum vom Seniorenbeauftragten der Stadt, Dr. Gerhard Beyer, dem ASB und dem Pflegestützpunkt Coburg.

Der Verein für das behinderte Kind ist mit Sozialberatungsstelle und Epilepsieberatung vor Ort. Die Volkshochschule bietet Bildungs- und Berufsberatung für Migranten und der Verein Fisco Inklusionsberatung an.
Seit rund einem Jahr sind auch das Blaue Kreuz mit Suchtberatung und die Bewährungshilfe im Familienzentrum vertreten.

Schuldnerberatung geplant

Zurzeit wird der Bedarf an einer Schuldnerberatung im Rahmen einer landkreisweiten Umfrage untersucht. "Wir gehen davon aus, dass ab Herbst die Diakonie mit der Schuldnerberatung im Familienzentrum tätig sein wird", ist Ines Förster zuversichtlich.

Allein das Programm der Seniorenarbeit kann sich schon sehen lassen. Ein Messetag zum Wohnen im Alter mit 14 Ausstellern und sieben Fachvorträgen lockte zahlreiche Besucher ins Zentrum am Schützenplatz. Zwar wurde das regelmäßig stattfindende "Plaudercafé" an den Awo-Treff "Teddybär" abgegeben. Doch gibt es seit Sommer letzten Jahres einen Gesprächskreis für alleinstehende Senioren, der von Dr. Beyer gegründet wurde, erklärte Förster. Eine Vortrags- und Gesprächsreihe erreichte Hunderte von Besuchern. Seit diesem Frühjahr gibt es ein Betreuungsangebot für Demenzkranke. Angehörige können die Betroffenen einmal in der Woche einen Nachmittag betreuen lassen. "So erfahren die Familien eine Entlastung im Alltag", sagte Förster.

Familienpaten fehlen noch

Zusammen mit dem Kinderschutzbund läuft seit 2012 das Projekt Familienpaten. Das Ziel lautete damals, zwölf solcher ehrenamtlich tätigen Familienpaten zu finden, die Familien im Bedarfsfall unterstützen könnten. "Bislang haben wir dieses Ziel nicht erreichen können. Derzeit sind zwei Familienpaten tätig", bedauerte Ines Förster.
Allerdings habe sich eine Chance aufgetan, mit der Hochschule Coburg zusammenarbeiten zu können. Im Rahmen einer Projektwerkstatt der Sozialen Arbeit können zwölf Studenten über zwei Semester hinweg das Projekt begleiten. Ines Förster hofft, in dieser Zeit Ehrenamtliche und Studierende zusammenzubringen.

Gut besucht ist stets das Jugendzentrum. Öffnungszeiten am Abend und gezielt auf die Jugendlichen ausgerichtete Aktivitäten sieht Ines Förster hier als Grund für die gute Resonanz. "Hoch im Trend ist das Tanzen", stellte sie fest. Insgesamt seien 223 unterschiedliche Jugendliche erreicht worden.

Darüber hinaus gibt es eine intensive Zusammenarbeit mit den Schulen. "Zum Training der Sozialkompetenzen wurde an der Mittelschule ein Feuerwehrprojekt durchgeführt. An der Grundschule sind wir mit einem Streitschlichterprogramm vertreten und mit der Förderschule wurden Bewerbungstrainings abgehalten", beschrieb Förster die Arbeit. In der Ferienzeit gab es einen Talentcampus, bei dem Jugendliche von einem echten Koch lernen duften.

Bands machen von sich reden

"Ein echtes Erfolgsprojekt wurde der Band Contest für jugendliche Nachwuchsbands", freute sich Ines Förster. Nach sieben Bands im vergangenen Jahr meldeten sich heuer 13 an. Um die 300 Besucher kamen, um sich den Sanges-Wettstreit anzusehen.

Die besten Bands aus dem Contest dürfen beim Rock-Open-Air im Freibad vor größerem Publikum auftreten. "Das große Interesse bei Jugendlichen, selbst Musik zu machen, wird einmal im Monat durch eine Jam Session aufgegriffen. Dabei machen Mitglieder verschiedener Bands gemeinsam Musik", erklärt Ines Förster weiter. Diese Abende erreichen meist um die 30 Jugendliche, berichtet sie.

Wichtig für Berufstätige ist das Angebot einer Betreuung in den Ferien für Grundschulkinder. Dazu gibt es ein umfassendes Ferienprogramm mit verschiedenen Angeboten. Eltern mit kleinen Kindern werden Kurse, Treff- und Beratungsangebote zur Verfügung gestellt. Diese wurden nun auch in Zusammenarbeit mit dem Amt für Jugend und Familie um sogenannte "Elterntalks" erweitert.