Tennis auf höchstem Niveau präsentierten Kevin Krawietz, Andreas Mies, Pierre Hugues Herbert und Nicolas Mahut am Mittwochabend in der Londoner O2-Arena. Das bessere Ende bei diesem ATP-Final-Gruppenspiel hatten die beiden Franzosen. Mit 7:5 und 7:6 (7:3) besiegten sie das deutsche Duo und stehen somit vorzeitig im Halbfinale bei dieser inoffiziellen Weltmeisterschaft der aktuell besten acht Doppelpaarungen.

Für das fränkisch-rheinische Duo ist aber längst noch nichts verloren, denn wenn "KraMies" ihr drittes und letztes Gruppenspiel am Freitag gegen die zwar an Nummer Eins gesetzten, aber bisher zweimal unterlegenen Kolumbianer Juan Sebastian Cabal und Robert Farah, stehen sie ebenfalls im Halbfinale. Und genau das ist und bleibt das große Ziel.

Der 1. Satz

Den ersten sogenannten "Deciding Point" (Entscheidungsball bei 40:40) gab es schon im ersten, spektakulären Aufschlagspiel von Kevin Krawietz. Spektakulär deshalb, weil sich die vier Matadoren die Bälle nur so um die Ohren schlugen - mit dem besseren Ende für die beiden Deutschen. Doch was Krawietz noch erspart blieb, widerfuhr gleich darauf seinem Partner. Die Franzosen returnierten überragend und holten sich das Spiel zur 3:1-Führung. Dieses Break transportierten sie aber nur bis zum 5:3, denn dann schlug Mies im wahrsten Sinne des Wortes zurück: Der Kölner ahnte einen Aufschlag von Mahut auf seine Vorhandseite und setzte den Return knallhart und unerreichbar ins Halbfeld. Es stand nur noch 4:5 und die 29-jährige Frohnatur aus dem Rheinland ließ erstmals seinen Emotionen mit einem lauten Schrei freien Lauf.

Weil er kurz darauf jedoch erneut seinen Aufschlag abgeben musste, ging der erste Durchgang nach 41 Minuten mit 7:5 doch an die Franzosen. Entscheidend war dafür zweifelsohne die überragende Aufschlagquote der Franzosen, die sage und schreibe 90 Prozent ihrer ersten Service ins Feld brachten.

Der 2. Satz

Dafür begann der zweite Satz optimal. Break und ein souverän gewonnenes Aufschlagspiel des Witzmannsbergers führten schnell zu einer 2:0-Führung. Und es war sogar noch mehr drin, denn zwei Breakbälle zum 3:0 vergaben die "KraMies". Und das sollte sich rächen, denn Mies blieb so etwas wie der kleine Schwachpunkt in diesem Quartett. Er gab bei 4:3-Führung erneut seinen Aufschlag ab, weil er einfach eine miese Quote an ersten Services hatte.

Nach dem 4:4-Ausgleich folgte ein Aufschlagspiel der Franzosen zu Null zum 5:4 und plötzlich stand Krawietz unter enormen Druck bei seinem Aufschlag. Dem hielt er stand: 5:5. Die Spannung stieg. Mahut brachte die Australien-Open-Sieger wieder in Front (6:5) und Mies rettete sich und seinen zwei Jahre jüngeren Partner in den Tiebreak. Dort ging es blitzschnell, denn mit 7:3 hatten die Franzosen nach 1:40 Stunden das bessere Ende.

Der aktuelle Tabellenstand der ATP-Doppel-Weltmeisterschaf

t Gruppe "Max Mirny": 1. Herbert/Mahut 2 4:0 2 2. Rojer/Tecau 2 3:3  1 3. Krawietz/Mies 2 2:3  1 4. Cabal/Farah 2 1:4  0 Freitag: Krawietz/Mies - Cabal/Farah und Herbert/Mahut - Roger/Tecau Gruppe 2: 1. Klaasen/Venus 2 4:0 2 2. Kubot/Melo 2 2:3  1 3. Ram/Salisbury 2 2:3  1 4. Dodig/Polášek 2 2:4 0 Freitag: Klaasen/Venus - Dodig/Polášek und Kubot/Melo - Ram/Salisbury Hinweis: Die Gruppensieger und Zweitplatzierten bestreiten in Überkreuzspielen das Halbfinale. Sollten Teams die Gruppenphase mit der gleichen Punktzahl beenden, entscheidet der direkte Vergleich über den Einzug ins Halbfinale.