Der "Dregg-Sagg" (Michl Müller) war wieder in Neustadt! Seine Fans drängten aus allen Himmelsrichtungen zeitig in die bayerische Puppenstadt, um gute Plätze zu bekommen. Karten zu seiner kabarettistischen Bühnenshow "Müller... nicht Shakespeare" gab's schon seit Tagen nicht mehr, die Frankenhalle war ausverkauft. Und dann ging's los: Licht aus, Spot an, Musik "volle Kanne". Unter tosendem Applaus eilte Müller wie ein Lausbub mit verschmitztem Lächeln hoch zur Bühne, genau so wie das Publikum ihn aus der Kultsendung des bayerischen Fernsehens "Fastnacht in Franken" kennt und liebt. Bühne und Publikum, überhaupt die Menschen humorvoll zu unterhalten, mitzureißen und mit einzubinden, das ist seins, dafür wringt sich der "Dregg-Sagg" nur allzu gern aus.

Besondere Bühnendekoration braucht der Unterfranke nicht, sein Werkzeug ist seine fränkische Guschn und seine genussvolle Art zu unterhalten. Das Bühnenbild war an Shakespeares Tragödie "Romeo und Julia" angelehnt, der berühmte Balkon von Verona. Müllers Outfit locker und cool: Jeans und sein Markenzeichen-Shirt, schwarz, mit seinem Emblem. Äh..., und natürlich eine saubere Unterhose, wie er versicherte. Das Publikum grölte. Kaum auszudenken, wenn man ihn hier in Neustadt leblos oder gar tot irgendwo finden würde, kann ja immer was passieren. Da würden die Leute sicher noch auf seiner Beerdigung darüber reden; also keine Blamage in Neustadt! Reden konnte man mit dem Dregg Sagg übrigens offen über alles, er tat es ja sowieso und zwar ohne Hemmungen. Er schleppte Tatsachen an, worüber andere nur zu denken wagen würden, ohne was auszuplaudern. Ob Politik aktuell mit allen wichtigen Köpfen, denen Michl Müller die witzigsten Kosenamen verpasste, über das ganz normale Leben, das Sterben und natürlich über die Liebe, klar, wie bei Romeo und Julia, oft halt grausam tragisch.

Es ging Schlag auf Schlag

"Wir sind jetzt in der Umbruchphase", sagte Müller und dann erwischte es gleich Thomas Gottschalk: "Erst in Florida abgebrannt und jetzt schon wieder Feuer und Flamme." Schlag auf Schlag witzelte er. Bei dem fast drei Stunden dauernden Unterhaltungsspaß konnten andere auch nicht in Deckung gehen. Müller packte in sein Programm das ganz normale Leben, live, was er stets liebenswert, mit einer humorigen Schicht umhüllte. Ach ja, er würde übrigens nie einen Besucher auf die Bühne zerren, versicherte der Spaßvogel. Nein, das war auch nicht nötig, der "Dregg-Sagg" teilte gleich und liebevoll von oben aus. Daniel aus Erlangen hatte es diesmal getroffen und das auch noch in Neustadt. Das Publikum war begeistert.

Zwischendurch wurde natürlich auch gesungen. Michel Müller ist ein echtes Gesangstalent mit witzigen Mega-Hits im unverkennbaren Michl-Müller-Sound, inklusive der passenden Tanzfitness like Helene Fischer. Seine Mega-Hits kennt und singt jeder mit. Das ließ sich das Publikum auch nicht entgehen. Zum Finale verwöhnte Michel Müller seine Fans mit einem Medley, wobei der Ingwer-Reibe-Song und die Fleischereifachverkäuferin oberste Priorität hatten. Die Autogrammstunde gab's zum Vorstellungsende. Da stand er dann wieder vor der langen Besucherschlange und hatte wieder sein verschmitztes Lächeln im Gesicht, das er immer auf der Bühne hat, weil er so herrlich über sich selbst lachen kann. Das macht ihn echt sympathisch. Danke für den hin- und mitreißenden Abend, Lieblings-Dregg-Sagg.