Stoschek soll mit Klebekennzeichen auf seinem Porsche unterwegs gewesen sein, was der in Ahorn bei Coburg lebende Unternehmer auch einräumt. Aber: Das Kennzeichen sei gut lesbar gewesen, wird er vom Bayerischen Rundfunk zitiert. Und: Das gültige Kennzeichen aus Blech habe er im Kofferraum immer dabei gehabt.

Auch gegenüber den lokalen Medien äußerte sich der Vorsitzende der Brose-Gesellschafterversammlung: Das Fahren ohne gültige Kennzeichen werde inzwischen nur noch als Ordnungswidrigkeit geahndet. "Dann soll ein gut ablesbares Folienkennzeichen ein Straftatbestand sein?", fragt Stoschek in einer E-Mail an unsere Zeitung.

Ermittlungen wegen Kennzeichenmissbrauch

Ermittelt werde wegen "Kennzeichenmissbrauch", sagte Lohneis. Missbrauch liegt vor, wenn ein anderes Kennzeichen verwendet wird als das vorgesehene. Das Strafmaß reicht von der Geldstrafe bis zu einem Jahr Haft, je nach Schwere des Vergehens.

Den Äußerungen des Oberstaatsanwalts zufolge läuft derzeit die Frist, innerhalb derer sich Stoschek zu den Vorwürfen äußern kann. Erst danach gelten die Ermittlungen als abgeschlossen, und erst dann entscheidet die Staatsanwaltschaft, was sie tut: Das Verfahren ganz einstellen, es gegen eine Geldauflage einstellen oder einen Strafbefehl erlassen.