Im September 2010 erlebten 77 Schüler ihren ersten Schultag am Albertinum und traten mit Beginn der Schulzeit auch eine Reise an. Das Ziel: das bestandene Abitur. Der Großteil von ihnen hat das Reiseziel nun erreicht und wurde am Freitagvormittag im Kongresshaus feierlich verabschiedet.

Schulleiter Stefan Adler erinnerte sich noch an den ersten Tag der Schüler: "Sie hatten sich herausgeputzt und waren mächtig stolz - die Eltern, die als Schutzbegleitung mit dabei waren, waren hingegen ganz schön nervös." Nun seien sich die Lehrer gewiss, dass sie den Schülern alles auf den Weg gegeben haben, was sie geben konnten. "Nun müssen wir unsere Schüler ziehen lassen, denn nun sind sie so weit, ihr Leben selbstständig zu meistern", sagte er. Auf ihrem weiteren Weg müssten die Absolventen aber eines beachten: "Das Leben verläuft selten geradlinig. Es warten ständig Überraschungen - sowohl positive als auch negative."


Das Lernen sei wie Wellenreiten

Auf diesen aus Höhen und Tiefen bestehenden Wellen müssten die Absolventen lernen zu reiten. "Das Wichtigste ist, dass ihr nicht gegen den Strom agiert, das heißt, nicht gegen euer Umfeld arbeitet", erklärte er. Mut, Kraft und Geschicklichkeit seien wichtige Tugenden, die beim Wellenreiten helfen. "Außerdem müsst ihr euren Blick stets nach vorne richten - dem Vergangenen nachtrauern, hilft euch nicht weiter", erklärte er. Und mit Rationalität allein sei es schwierig, die Wellen zu meistern: "Oftmals müsst ihr auf Intuition und Gefühl hören."

Schlussendlich zeige sich früher oder später für jeden das eigene Schicksal, da sei er sich sicher, sagte Stefan Adler und fügte hinzu: "Manchmal müsst ihr nur etwas Geduld haben."


In guter Erinnerung behalten

Die Absolventen Jonathan Hein und Julian Friedrich blickten auf ihre Schulzeit zurück und erzählten von ihren Erfahrungen als Straßenmusiker in London, kaputten Glasscheiben, technischen Problemen im Physikunterricht oder Pannen auf dem Heimweg aus Frankreich. In einem sind sich die beiden einig: "Unsere Schulzeit werden wir in guter Erinnerung behalten", sagte Jonathan Hein. Julian Friedrich fügte hinzu: "Nun beginnt für uns ein neues Kapitel als die Menschen, die von unserer Zeit am Albertinum geprägt worden sind."

Den musikalischen Rahmen boten die Streichorchester und das sinfonische Bläserorchester des Albertinums. Nachdem sie sich, begleitet von einem eigens ausgewählten Lied, ihre Abschlusszeugnisse abgeholt hatten, verabschiedeten sich die 58 Abiturienten selbst noch mit dem Lied "Legenden" von Max Giesinger. 19 Absolventen bestanden ihr Abitur mit einer Eins vor dem Komma und bekamen deshalb eine Prämie: Sophie Dejosez, Saskia Fischer, Jonathan Hein, Julia Leuschner, Jan Metzger, Jana Meus, Emma Pezolt, Lena Popp, Silia Rädlein, Hendrik Remy, Ann-Kathrin Schrickel, Ann-Kathrin Schwarzenberger, Nicola Sommer, Lea Spahn (Zweitbeste des Jahrgangs mit der Durchschnittsnote 1,1), Marius Thomas, Hannah Thurisch (Jahrgangsbeste mit der Durchschnittsnote 1,0), Jan-Philip Töpfer, Alena Vetter und Philo Wachner.