Jetzt ist es offiziell: Das Coburger Neujahrskonzert im Kongresshaus wird künftig vom Philharmonischen Orchester des Landestheaters gestaltet. Das "Alt-Wiener Strauss-Ensemble", das 28 Neujahrskonzerte in der Vestestadt bestritt, wird nicht mehr verpflichtet (Tageblatt berichtete). Von "Kostengründen und Sparzwängen" spricht Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) in seinem Absage-Schreiben an Ralph Kulling, den Leiter des "Alt-Wiener Strauss-Ensembles". Das bisherige Neujahrskonzert des Landestheaters, das jeweils am 1. Januar stattfand, entfällt.



Zur Begründung verweist Tessmer bei einer eigens anberaumten Pressekonferenz zudem auf das große finanzielle Engagement der Stadt Coburg für das Landestheater. Angesichts der hohen künstlerischen Qualität des Philharmonischen Orchesters unter Leitung seiner Generalmusikdirektors Roland Kluttig liege es nahe, künftig die Gestaltung des städtischen Neujahrskonzerts diesem Klangkörper anzuvertrauen.

Jüngere Zuhörer gewinnen

Und noch ein Argument gibt Tessmer zu bedenken: "Wir müssen auch der Altersstruktur des Neujahrskonzertes im Kongresshaus Rechnung tragen. Mit der Neuausrichtung wollen wir versuchen, auch jüngeres Publikum anzulocken." Zugleich versicherte der OB: "Im Zentrum des Coburger Neujahrskonzertes sollen auch künftig Werke von Strauß und seinen Zeitgenossen stehen."


Bekenntnis zum Landestheater


Sehr erfreut über die Entscheidung zeigt sich Intendant Bodo Busse: "Ich finde es ein starkes kulturpolitisches Zeichen, das offizielle Neujahrskonzert mit dem Philharmonischen Orchester zu veranstalten. Das ist ein Bekenntnis zu unserem Theater, zu unserem Orchester." Busse versichert, dass die Programmgestaltung künftig auf das klassische Neujahrskonzert-Publikum ausgerichtet werden soll.



Zugleich bekennt er sich zur Strauß-Pflege in Coburg. In der nächsten Saison soll ein großes, wenig bekanntes Werk des Walzerkönigs auf dem Spielplan des Landestheaters stehen. Auch für Busse ist die Entscheidung der Stadt eine Entscheidung mit Perspektive: "Ein solches Format könnte Zukunft haben." Dazu soll eine überarbeitete Marketing-Strategie beitragen. Der Kartenvorverkauf soll gezielt über die Region hinaus getragen werden. Im Visier: Südthüringen.




Zur Geschichte der Coburger Neujahrskonzerte


Kartenvorverkauf Der Vorverkauf für das Neujahrskonzert am 6. Januar 2016 mit dem Philharmonischen Orchester Landestheater Coburg beginnt am 1. März. - Vorverkaufsstellen: Tageblatt-Geschäftsstelle, Theaterkasse, Tourismus Coburg, Schuhhaus Appis Bad Rodach, Buchhandlung Stache Neustadt.

Entstehung Die Geschichte der Coburger Neujahrskonzerte ist eng mit dem Namen des "Alt-Wiener Strauss-Ensembles" verbunden. Das Kammerorchester pflegt die Musik der Walzer-Dynastie in einer Besetzung, die dem Originalklang der Strauß-Kapelle nachempfunden ist. Dazu schrieb Arthur Kulling, der Leiter des Ensembles, zahlreiche Bearbeitungen. Viele davon sind auf CD-Einspielungen dokumentiert. Später übernahm Arthur Kullings Sohn Ralph Kulling die Leitung des Ensembles.

Nachfrage Die Coburger Neujahrskonzerte der "Alt-Wiener" im Kongresshaus Rosengarten entwickelten sich nach dem Start im Jahr 1988 zunächst zum wahren Publikumsmagnet. Allerdings zeichnete sich in den letzten Jahren doch ein spürbar nachlassendes Interesse an den Karten für das traditionelle Gastspiel am Dreikönigstag ab.