Für Albert Putschky ist die Adventszeit stressig. Soweit ist das noch nichts Außergewöhnliches - doch die Art des Stresses unterscheidet sich doch von der eines Normalbürgers. Denn während unsereins durch Geschäfte hetzt, um die passenden Geschenke zu finden, hetzt Albert Putschky durch den Wald. Dort sucht er die passenden Bäume für seinen Christbaumverkauf aus.

Bereits seit 1970 pflanzt er Blaufichten an, später kamen Nordmanntannen hinzu. Andere Sorten hat er nicht, aus einem ganz einfachen Grund: "Alles andere sind nur Trends, die sich langfristig nicht durchsetzen. Nordmanntannen und Blaufichten sind einfach die Klassiker", sagt Putschky. Damals hatte er noch zehn Hektar Anbaufläche. Dieses hat er inzwischen aber halbiert. "Heute rennen alle zum Baumarkt, weil die Bäume da billiger sind", sagt Putschky. Dennoch hat er in diesem Jahr 3000 Bäume gepflanzt. Verkaufen wird er etwa 800 davon.
Seine Plantage beschäftigt ihn das ganze Jahr über, denn die Pflege der Bäume braucht viel Zeit. Wie bei allen Pflanzen spielt auch die Witterung eine Rolle. Spätfröste sorgen immer wieder dafür, dass die Bäume beschädigt werden. "Es passiert, dass Triebe absterben und wieder nachwachsen. An sich ist das kein Problem, doch die Zweige wachsen dann krumm und der Baum ist nicht mehr so ansehnlich", erklärt Putschky.


Die äußeren Werte zählen

Und wie ansehnlich ein Baum ist, ist für Putschky mitentscheidend - denn danach berechnet er den Preis. "Manchmal bezahlt man für den Meter, bei uns ist das Aussehen des Baumes wichtiger. Deshalb kann es sein, dass ein kleiner aber besonders schöner Baum mehr kostet, als ein größerer, aber krummer", sagt Putschky. Die Preise liegen zwischen fünf und 45 Euro, im Schnitt zahlt man bei Putschky zwischen 25 und 35 Euro pro Baum.
Was die richtige Lagerung des Christbaumes betrifft, hat der Fachmann einige Tipps parat. Wer den Baum nicht sofort aufstellen will, sollte ihn im Netz lassen und an der frischen Luft aufbewahren, dadurch erhält er seine Frische. "Es ist auch kein Fehler, den Baum ins Wasser zu stellen", sagt Putschky. Doch das sei nicht zwingend nötig. Unter keinen Umständen darf man jedoch die Pflanze von draußen direkt in die Wohnung bringen. Putschky erklärt warum: "Die Tannen und Fichten müssen sich erst akklimatisieren, weshalb man sie noch eine Zeit lang in der Garage oder im Keller lagern sollte, bevor sie ins geheizte Wohnzimmer umziehen dürfen - sonst leiden sie und verlieren schneller ihre Nadeln."

Zu welcher Sorte man letztlich greift, ist indes Geschmacksache. Die Nordmanntannen, sagt Putschky, haben weichere Äste und Nadeln und lassen sich deshalb leichter schmücken. Die Blaufichte hingegen hat stärkere Äste und hält deshalb viel aus - ideal für Menschen, die ihren Christbaum sehr intensiv schmücken. Farblich ist die Nordmanntanne immer grün, die Blaufichte - wie der Name schon sagt - blau, kann aber ebenfalls grün sein. In diesem Jahr hat Putschky einige Fichten, die sich offenbar nicht so recht entscheiden konnten: Sie sind zweifarbig geworden, sowohl blau, als auch grün. "Woran das liegt weiß ich nicht", sagt Putschky.

Um zu verhindern, dass der Christbaum bald zu nadeln anfängt, sollten Käufer auf die Frische achten. Die lässt sich am leichtesten über den Anschnitt feststellen: Je frischer der Baum, desto heller das Holz. Ist die Unterseite bereits dunkel oder gräulich, ist das ein Indiz dafür, dass der Baum schon länger lagert.


Tanne oder Fichte?

Bei Putschkys zu Hause steht an Weihnachten eine Nordmanntanne, "einfach, weil sie schöner zu schmücken ist." Doch festlegen will er sich nicht: "Wir sind eigentlich Blaufichten-Liebhaber und hatten auch schon öfter eine als Christbaum."

Dann muss er weiter, der Stress holt ihn ein. Der kommt vor allem von der Doppelbelastung im Advent, denn neben dem Christbaumverkauf, hat Putschky noch eine Firma zu leiten. Seine Tochter greift ihm unter die Arme. Putschky hofft, dass sie sich eines Tages weiter um seine Nadelbäume kümmert.