HSC verurteilt das Niveau

"Das ist ein Superpublikum. Trotz der Niederlage absolut fair. Respekt". Erich Bilek, der Coburger "Handball-Papst", Ehrenvorsitzender das Handball-Bezirks und einer von 17 Gründungsmitglied des HSC 2000 Coburg, war unmittelbar nach dem Sieg seines Klubs angetan. Angetan von den "Roten".

Die Anhänger des HSC Bad Neustadt verhielten sich seiner Meinung nach absolut vorbildlich - was man, wie bereits berichtet, von einigen so genannten "Fans" der Vestestädter nicht sagen kann. Zum wiederholten Mal schadeten Unverbesserliche "ihrem" Klub.

Mitglieder des Fanclubs "Westkurve Coburg" benahmen sich nämlich während des Handball-Hits in der mit über 3500 Zuschauern restlos ausverkauften Arena völlig daneben. Ihre Pamphlete lösten allgemeines Kopfschütteln, aber auch großen Ärger bei den Betroffenen aus. "Absolut niveaulos und vereinsschädigend", schimpfte nicht nur Erich Bilek.

Christine Köth, die ehemalige stellvertretende Vorsitzende des HSC Bad Neustadt, ist empört über die Vorkommnisse in der HUK-Arena. In ihrem offenen Brief verurteilt sie nicht nur das Verhalten der Fans auf das Schärfste, sondern kritisiert auch den Verein. Wie schon öfters würde der HSC Zwischenfälle herunterzuspielen und es bei Ankündigungen von Sanktionen belassen. HSC-Vorstandssprecher Stefan Apfel habe sie mit den Worten: "Das sind junge Kerle, das sollte man nicht überbewerten" "abgekanzelt". Dem widerspricht der HSC aber entschieden. In einer von Stefan Apfel und GmbH-Geschäftsführer Jochen Knauer unterzeichneten Stellungnahme heißt es unter anderem:

"...die Freude wird durch Reaktionen auf das Verhalten einiger weniger aus den Reihen einer unserer Fangruppierungen getrübt. Eine gesunde Fankultur, insbesondere durch die treuen Mitglieder unter anderem der "Westkurve Coburg" ist eine unabdingbare Voraussetzung für den sportlichen Erfolg der Mannschaft".

Und weiter schreiben die Verantwortlichen, die grundsätzlich dafür sind, die Fankultur in richtige Bahnen zu lenken und enthusiastische und emotionale Stimmung zu schaffen: "Allerdings mache die Umsetzung von Ideen und das Verhalten einzelner Personen, die weit über die Grenzen des Anstands hinausgehen, die Arbeit dieser Fan-Gruppierung kaputt".

Deshalb fordert der HSC von der "Westkurve Coburg", beleidigende und unfaire Äußerungen in Richtung des Gegners und deren Fans zu unterlassen".

Apfel und Knauer erklären, dass sie keinerlei derartige Verfehlungen mehr dulden und akzeptieren werden. Der Verein distanziere sich vom Niveau vereinzelter Aktionen, die die Grenze des Anstands überschreiten und alles daran setzen wird, die Einzelfälle aufzuklären und entsprechende Sanktionen als Veranstalter auszusprechen.
Verbunden ist ihr Aufruf mit der Hoffnung, "dass die engagierte Fan-Gruppierung im eigenen Interesse diejenigen, die sich nicht an die Spielregeln halten, ausschließen wird".

Christine Köth, die ehemalige stellvertretende Vorsitzende des HSC Bad Neustadt, wendet sich nach den Vorkommnissen während des Handballspiels am Samstag in der HUK-Arena mit einem Brief an die Öffentlichkeit, hier nun einige Auszüge:

"Ich gratuliere dem HSC 2000 Coburg zum Sieg und zolle den Verantwortlichen des Vereins großen Respekt, in einer atemberaubenden Kulisse den regionalen Handball zu einem großartigen Event mit über 3.000 Zuschauern entwickelt zu haben.

Ich empfinde es als traurig und zugleich erschütternd, dass diese professionelle Außenwirkung des Vereins durch einen Fanclub derart in Mitleidenschaft gezogen wird, dass man als sportlich Begeisterte die HUK Coburg arena bei allem Respekt vor den Spielern des HSC 2000 Coburg nur mit Kopfschütteln und zwei offenen Fragen verlassen kann:

Warum rollt die Westkurve Coburg, die auf der HSC 2000 Website selbst mit der Zielvorgabe beschrieben wird "das beeindruckendste Publikum der 3. Liga zu werden" während der Spielzeit ein 15 Meter Banner mit den Worten auf "Der HSC Bad Neustadt, ein Verein, auf den wir scheißen..."? Nun könnte man dies als Verantwortliche des Vereins als unkontrollierbares Missgeschick formulieren, worauf man keinen Einfluss habe.

Warum aber gelingt es und was ist der sportliche Antrieb der Westkurve Coburg, massenweise Flugblätter mit der Aufschrift "Wir scheißen auf den Aufstieg, wir f..... eure Mütter. Scheiss Bad Neustadt!!!" zu verteilen? (Anmerkung: Ein Foto des Flugblatts wurde der Redaktion von mir übersendet).
Was auch noch von Herrn Apfel, dem Vorstandssprecher des HSC 2000 Coburg als:
" das sind junge Kerle, dass sollte man nicht überbewerten" abgekanzelt wird!!!!

Ich bin mir sicher, dass der größte Teil der Fans des HSC 2000 Coburg die sportlichen Erfolge des Vereins, die Begeisterung am Spiel und die Verfolgung des Ziels, den Aufstieg in die 2. Bundesliga zu erreichen, sehr fair begleiten. Aber es kann nicht sein, dass ein Fanclub, der zugleich noch das Wappen des Logos des Hauptsponsors HUK-COBURG in seinem Namen trägt, derart niveaulose und beschämende Maßnahmen ergreift. Die HUK-COBURG als sportlicher Förderer und Hauptsponsor weist in ihrem Unternehmensleitbild auf ihren besonders sozialen Umgang hin. Es wäre wünschenswert, dass die Westkurve Coburg sich vom eigenen Sponsor hinsichtlich ihrer assozialen Aussagen eine große Scheibe abschneidet.

"Wir wollen den Coburger Handball wieder zu dem machen, was er einmal war!" heißt es auf der facebook-Seite des Fanclubs. Es bleibt nur zu hoffen, dass Intelligenz einkehrt, denn Handball ist ein sportliches Ereignis, bei dem Fairplay oberste Priorität genießen muss."

Christine Köth
ehem. 2. Vorsitzende des HSC Bad Neustadt



Stellungnahme des HSC 2000 Coburg zum Thema "Westkurve" beim Spiel
gegen den HSC Bad Neustadt

"3500 Zuschauer und über 15.000 Internetzugriffe für die Live-Übertragung haben uns viel Lob und Anerkennung in ganz Handball-Deutschland für die sportliche Leistung und Organisation des Spiels am letzten Samstag gebracht. Allerdings wird die Freude hierüber durch Reaktionen auf das Verhalten einiger weniger aus den
Reihen einer unserer Fangruppierungen getrübt.

Eine gesunde Fankultur, insbesondere durch die treuen Mitglieder unter anderem der "Westkurve Coburg" ist eine unabdingbare Voraussetzung für den sportlichen Erfolg der Mannschaft. Das gilt gerade auch beim HSC 2000 Coburg. Wir als Verein stehen grundsätzlich natürlich auch hinter den im Internet nachzulesenden Zielen der "Westkurve Coburg", nämlich die Coburger Fankultur in richtige Bahnen zu lenken und enthusiastische und emotionale Stimmung bei den Spielen zu schaffen. Das gelingt auch immer wieder wie durch originelle Aktionen anlässlich des Spiels gegen den HSC Bad Neustadt (Choreographie).

Allerdings macht die Umsetzung von Ideen und das Verhalten einzelner Personen, die weit über die Grenzen des Anstands hinausgehen, die Arbeit dieser Fangruppierung kaputt. Wir vom HSC 2000 Coburg fordern von der "Westkurve Coburg", beleidigende und unfaire Äußerungen in Richtung des Gegners und deren Fans zu unterlassen; es muss stets sportlicher Anstand gewahrt und der Gegenmannschaft, die auch hervorragenden Handball präsentiert, Respekt gezollt werden. Wir werden in Zukunft keinerlei derartige Verfehlungen mehr dulden und akzeptieren.

Der HSC 2000 Coburg erklärt ganz eindeutig, dass er sich vom Niveau vereinzelter Aktionen, die die Grenze des Anstands überschreiten (wie das den Gegner und deren Fans beleidigende Spruchband als auch ein vereinzelter Zettel, nicht etwa - wie anderweitig verbreitet - ein Flugblatt), distanziert und alles daran setzen wird, die Einzelfälle aufzuklären und entsprechende Sanktionen als Veranstalter auszusprechen.

Nach dem Motto "Behandele andere so, wie Du von ihnen behandelt werden willst" oder "Was Du nicht willst, das man Dir tu´, das füge auch keinem andere zu", verbinden wir diesen Aufruf mit der Hoffnung, dass die engagierte Fangruppierung "Westkurve Coburg" im eigenen Interesse diejenigen, die sich nicht an die
Spielregeln halten, ausschließen wird."

gez.
Stefan Apfel (Vorstandssprecher) und
Jochen Knauer (Geschäftsführer HSC 2000 Coburg e.V. HSC Coburg GmbH)