Im Rahmen einer Einladung des CSU-Ortsverbands besuchte CSU-Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber am Freitag den Hof von Landwirt Tim Schunk im Bad Rodacher Ortsteil Roßfeld.

Neben der Ministerin ließen sich Landtagskandidat Martin Mittag, Bezirkstagkandidat Sebastian Straubel, die Zweitstimmkandidaten Michael Schulz und Birgit Weber, Martin Florschütz, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes für den Landkreis Coburg sowie rund 40 interessierte Bürgerinnen und Bürger den Hof zeigen.

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Moderne Technik im Stall

Rund 45 Minuten dauerte der Rundgang durch den Stall mit der Ministerin. Dabei ließ sie sich die hochmodernen Melkmaschinen vorführen und alles rund um die 150 Kühe im Stall erklären.

Dank der Maschinen ist es möglich, dass die Kühe rund um die Uhr Milch geben könnten. Am Ende des Tages werden es zwischen 3000 und 4000 Liter Milch.

Beim Rundgang wurde deutlich, dass die moderne Technik längst Einzug in die Landwirtschaft erhalten hat. Die Melkmaschinen haben mit 250 000 Euro einen stolzen Preis. "Bei uns gibt es keine dummen Bauern, aber man muss eben alles verstehen", sagt Schunk. Er spricht ein Thema an, dass auch Kaniber am Herzen liegt. "Es kann nicht sein, dass den Bauern immer der schwarze Peter zugeschoben wird", erklärt die Ministerin. "Ohne Landwirtschaft hätte Bayern ein völlig anderes Gesicht."

Die Bedeutung der Landwirtschaft sei nach wie vor groß. Jeder siebte Arbeitsplatz in Bayern ist in der Landwirtschaft angesiedelt, sagt Kaniber. Auch Schunk hat ähnliche Erfahrungen hinsichtlich des Rufs der Landwirte gemacht.

Geringe Akzeptanz

"Die Akzeptanz der Leute gegenüber den Landwirten stimmt mich traurig", sagt Schunk. Ihm komme es so vor, als würden die Landwirte teilweise als Verbrecher dargestellt, da unter anderem die Gülle auf den Wiesen umweltschädlich sei.

Seit sieben Monaten ist Kaniber im Amt und sie will den Bauern in einer schweren Zeit beistehen. "Mir ist wichtig, was die Landwirte brauchen", betont sie. Daher müsse eine Entschädigung für Ernteausfälle unbürokratisch ausfallen. Umso mehr ärgert sich Kaniber über doppelt so hohe Futterpreise, als den Bauern finanzielle Unterstützung zur Futtermittelbeschaffung zugesichert wurde.

Ein weiterer Punkt, der ihr sauer aufstößt, sind all jene, die sich für ein besseres Wohl der Tiere einsetzen, aber nicht bereit dafür sind, entsprechend mehr zu zahlen. Kaniber ist sich sicher, "gelebtes Tierwohl auf dem Hof der Familie Schunk erlebt zu haben".

Bauernverband äußert seine Bedenken

Martin Florschütz, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes für den Landkreis Coburg, richtete seine Bedenken direkt an die Ministerin. Er klagt über Ernteausfälle und spricht davon, dass finanzielle Dürrehilfen "nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sind". Viel wichtiger als finanzielle Unterstützung sei es, dass die Anliegen der Landwirte Gehör finden.