Tennis bei tropischen Temperaturen und ohne Schatten! Von 13 bis 14.31 Uhr schlugen sich am Donnerstag am Hamburger Rothenbaum die vier Profis Kevin Krawietz (Nummer 23 der Doppel-Weltrangliste), Andreas Mies (24) sowie Pablo Cuevas aus Uruguay (48) und Nicolás Jarry aus Chile (37) die gelben Filzkugel um die Ohren. Mit dem besseren Ende für das Duo aus Uruguay und Chile. Die beiden gewannen nämlich das ATP-Viertelfinale mit 6:3, 4:6 und 10:7. Damit schieden die an Nummer 2 gesetzten Deutschen vorzeitig aus dem Turnier aus.

Der 1. Satz

Krawietz und Mies begannen unkonzentriert, wehrten allerdings gleich in ihrem ersten Aufschlagspiel drei Breakbälle ab und hielten ihr Service bis zum 3:4. Im achten Spiel passierte dann schließlich das, was sich zuvor bereits anbahnte. Vor allem der Chilene returnierte immer besser und brachte den 1,91 Meter großen Krawietz damit am Netz immer wieder in Bedrängnis. Ein Volleyfehler des Witzmannsberger sowie ein toller Passierball brachten das gegnerische Doppel entscheidend in Vorteil. Nach dem Break zum 3:5 verloren die French-Open-Sieger auch das neunte Spiel und gaben nach nicht einmal einer halben Stunde den ersten Durchgang mit 3:6 ab.

Der 2. Satz

Beeindruckend war die Reaktion des deutschen Duos: Keinen einzigen Ballwechsel gaben sie jetzt bei ihren fünf Aufschlagspielen ab. Jeweils "zu Null" brachten Krawietz/Mies ihr Service durch. Und mehrmals schnupperten sie an einem Break. Allerdings nutzen sie beim Stande von 3:2 ihre erste Breakchance nicht, so dass es immer spannender, allerdings auch immer enger für die Champions von Paris wurde.

Beim Stand von 5:4 dann der Durchbruch: Nicolás Jarry "wackelte" und Mies war zur Stelle. Jetzt passten seine Volleys und unwiderstehlich beendete der Kölner den Durchgang mit einem krachenden Vorhand-Volley. 6:4 nach weiteren 31 Minuten - der Satzausgleich und die Hoffnung auf die Wende.

Der 3. Satz

Es kam, wie bereits am Vortag im Achtelfinale, im dritten Satz wieder zum verlängerten Tie-Break bis zehn Punkte. Und der dauerte nur 13 Minuten. Bis zur 5:3-Führung lief alles nach Plan für die Favoriten, die bis dahin erneut keinen Aufschlag abgaben. Doch dann riss plötzlich diese tolle Serie. Nur noch zwei Ballwechsel eroberten Krawietz/Mies, während sich ihre Gegner nun in kleinen Rausch spielten und sieben Punkte für sich verbuchten. Obwohl es lange so aussah, als könnten die beiden Favoriten nach dem verlorenen ersten Satz die Partie drehen und ins Halbfinale einziehen, standen sie nach 1:13 Stunden Spielzeit mit leeren Händen da. Krawietz und Mies mussten schließlich vorzeitig in Hamburg die Segel streichen.