Sie ist nicht gefährlich, leicht zu behandeln und nach 24 Stunden abgeheilt. Aber die Krätze - Scabies ist dafür die medizinische Bezeichnung - ist unangenehm. Die Symptome sind Juckreiz, Ausschläge und allergische Reaktionen. Im Klinikum Coburg sind mehrere Patienten daran erkrankt, und die Krätze hat auch fünf Mitarbeiter des Pflegedienstes erwischt.

"Der Erreger der Scabies ist eine Milbe, die sozusagen zum menschlichen Reservoir gehört, und zwar nicht nur bei verwahrlosten Personen. Weil sie nur 0,3 bis 0,5 Millimeter groß und lediglich unter dem Mikroskop oder mit einer Lupe sichtbar ist, kann die Hauterkrankung nur schwer diagnostiziert werden", erläutert Walter Ludwig Strohmaier, ärztlicher Direktor des Klinikums.

Die befallenen Patienten seien mit anderen Diagnosen ins Krankenhaus gekommen. Doch während ihres Aufenthalts habe sich herausgestellt, dass sie an Scabies erkrankt sind. "Das Pflegepersonal der betroffenen Station hat sofort Schutzmaßnahmen ergriffen und fortan nur mit Handschuhen und langärmeliger Bekleidung gearbeitet", sagt Walter Ludwig Strohmaier. Wer bereits befallen war, wurde freigestellt. Die Krätze übertrage sich durch Hautkontakt. Darüber hinaus wurde die Bettwäsche gewechselt und separat behandelt. Es reiche aber auch, die Wäsche, selbst die man am Leib trage, etwa 48 Stunden liegen zu lassen. "Dann sterben die Milben einfach ab."

Dennoch sei Vorsicht geboten, denn Scabies hat eine Inkubationszeit von vier bis fünf Wochen. Es könnte also sein, dass sich noch mehr Patienten oder Pflegepersonal angesteckt haben, ergänzt der ärztliche Direktor. Sie wurden prophylaktisch behandelt. Das geschieht mit einer Creme, die zweimal auf den ganzen Körper aufgetragen wird, nicht nur auf die betroffenen Stellen. "Nach 24 Stunden ist alles vorbei."

Auch Kontaktpersonen, zum Beispiel Familienmitglieder, sollten behandelt werden - aus prophylaktischen Gründen. Selbst während der Inkubationszeit sei eine Ansteckung möglich. "Vorbeugen ist schwierig. Da hilft nur, Hautkontakt zu vermeiden. Die gängigen Handdesinfektionsmittel helfen da nicht", betont der ärztliche Direktor. Obwohl es für Scabies keine Meldepflicht gibt, hat das Klinikum das Gesundheitsamt Coburg über die aufgetretenen Fälle informiert. 40 bis 50 solcher Fälle seien dort schon registriert worden, sagt Walter Ludwig Strohmaier. "Die Krätze nimmt zu, aber wir wissen nicht genau, woran das liegt, stellt er fest.

Bei starkem Juckreiz zum Arzt
Ulrich Mauser vom Gesundheitsamt weist darauf hin, dass Scabies meist dort auftritt, wo Menschen eng zusammenleben, zum Beispiel in Altenheimen oder Kindergärten. Er empfiehlt, verstärkt auf Hauterscheinungen zu achten, die auf Krätze hinweisen könnten. "Typische Befallstellen sind die Hände zwischen den Fingern, die Füße, die Achseln, die Ellenbogen, die Nabel- und Leistengegend", erläutert Ulrich Mauser.

Wer an diesen Stellen Ausschlag feststellt, der sollte sich vorsichtshalber an seinen Hausarzt oder auch einen Hautarzt wenden. In Kindereinrichtungen und Altenheimen sei besondere Aufmerksamkeit geboten.