Die Stadträte Mathias Zimmer, Kurt Knoch und Maximilian Forkel von der CSU/JC-Fraktion schlagen ein zunächst auf zwei Jahre begrenztes Pilotprojekt vor: Die Beförderung von in Coburg wohnhaften Schulkindern auf dem Gebiet der Stadt Coburg soll durch den öffentlichen Personennahverkehr komplett kostenfrei zur Verfügung gestellt werden - und zwar völlig unabhängig von der Entfernung zwischen Wohnung und Schule. Einen entsprechenden Stadtratsantrag haben die drei jetzt eingebracht.

In der Begründung des Antrags verweisen die drei Stadträte vor allem auf das "regelrechte Verkehrschaos", das zu den Stoßzeiten vor Schulbeginn sowie nach Schulende auf Coburgs Straßen und insbesondere im Bereich vor den Schulen herrsche. Schuld daran seien ihrer Meinung nach in erster Linie Eltern, die ihre Kinder zur Schule fahren beziehungsweise von der Schule abholen. "Eltern fahren mit ihren Autos zum Teil so nah an die Schulgelände heran, dass ein Verkehrsfluss häufig nicht mehr möglich ist", schreiben Zimmer, Knoch und Forkel. Um diesen Individualverkehr einzudämmen, sollte allen Kindern die Möglichkeit eingeräumt werden, kostenfrei über den öffentlichen Personennahverkehr zur Schule zu gelangen.

Zimmer, Knoch und Forkel sind sich sicher: "Coburg würde mit diesem zweijährigen Pilotprojekt eine Vorreiterrolle einnehmen." Und sollte damit tatsächlich ein positiver Effekt erzielt werden, könnte dieses Angebot dauerhaft erfolgen.

Die drei Stadträte weisen außerdem darauf hin, dass die derzeitige Regelung, wonach nur ein Teil der Coburger Schüler die Beförderung bezahlt bekommt, eine "Ungleichheit beziehungsweise fast schon Diskriminierung der Kinder" darstelle. Denn mit dem Ticket werde ja nicht nur der Weg von und zur Schule bezahlt, sondern auch zu Freizeitaktivitäten. Hintergrund: Die zur Verfügung gestellten Tickets können natürlich auch beliebig am Nachmittag, Wochenende oder in den Ferien genutzt werden.

Mit der Verteilung von kostenlosen Tickets an alle Schüler könnten laut Zimmer, Knoch und Forkel auch "Neid-Debatten" verhindert werden, wenn Familien knapp über oder unter der derzeit geltenden Berechtigungsgrenze liegen. Ebensdo entfalle auch die Voraussetzung des Besuches der nächstgelegenen Schule, so dass dadurch den Schülern eine freie Schulwahl ermöglicht wird.