Das Nilpferd ist die Krönung. Und der Frosch ist auch nicht schlecht. Nach einer Paddeltour auf der Itz durch Coburg bleiben einem aber noch sehr viel mehr tolle Eindrücke in bester Erinnerung: zu allererst die erfrischende Kühle, die am Wasser selbst bei größter Hitze im "übrigen Coburg" herrscht; dann natürlich das üppige Grün, das bisweilen sogar einen Hauch von Dschungel und Amazonas versprüht; malerische Brücken, ungewohnte Perspektiven, kleinere Stromschnellen, die das Boot etwas wackeln lassen - ganz am Ende aber auch die Enttäuschung, dass dieser Schatz inmitten der Stadt weitestgehend ein Schattendasein fristet.

Uli Schmerbeck, der sich beim Allgemeinen Deutschen Fahrradclub engagiert, sieht das genauso. Wie schön wäre ein durchgängiger Itz-Radweg! Ansonsten gibt es natürlich auch noch die Ideen ehemaliger Studenten, die erst kürzlich als Projekt "Use Itz" vorgestellt wurden: Stege, mit deren Hilfe die Itz begeh- und erlebbar wird - oder ein kleiner Stadtstrand zwischen Mohrenbrücke und Hohenloherbrücke.

Denn im Moment gibt es nur eine Möglichkeit, die Itz innerhalb Coburgs zu entdecken und zu genießen: eine Paddeltour. Auch da ist Uli Schmerbeck längst Experte, bietet als Jugendpfleger der Stadt Coburg über die Kommunale Jugendarbeit allerdings nur Paddeltouren auf dem Main an. "Auf der Itz sollte man auch aus ökologischen Gründen nur im Frühjahr und Herbst Boot fahren", erklärt er, "im Sommer ist der Wasserstand meistens zu niedrig." Doch manchmal hat man eben Glück: Weil dieser Tage der Pegel des Froschgrundsees abgesenkt wurde, hatte die Itz deutlich mehr Wasser als sonst zu dieser Jahreszeit.

Der Wasserstand war hoch genug, um keine Tiere zu stören - und immer noch niedrig genug, um ein paar andere Zeitgenossen zu erblicken. Kaum zu glauben: Die 1912 gebaute Stützmauer im Bereich Mühldamm wurde reich verziert. Da grüßen den Bootsfahrer doch tatsächlich ein Seepferdchen, ein Frosch - oder eben auch ein Nilpferd. Wir grüßen zurück. Und freuen uns schon auf ein Wiedersehen.