Klumpers begründet seinen Vorschlag mit den immer noch reichlich vorhandenen liquiden Mitteln der Stadt. 68 Millionen Euro waren es zum Jahresende 2012, teilte gestern auf Anfrage die Kämmerei mit. Allerdings seien darin Sonderrückstellungen enthalten, weil eine hohe Steuererstattung drohe.

So lange aber Coburg noch über eigene Reserven verfüge, erhalte die Stadt keine Fördermittel für Schulbauten, argumentiert Klumpers. Konkret habe die Stadt wegen ihrer guten Finanzlage 885.000 Euro nicht erhalten, "weil Verwaltungsjuristen nicht in der Lage oder Willens sind, freie Liquidität mit gebildeten Rückstellungen zu saldieren". Eine Senkung der Gewerbesteuer sei die beste Wirtschaftsförderung, die eine Stadt leisten könne, argumentiert Klumpers. Damit könnten die hiesigen Unternehmen ihre Marktposition stärken und Arbeitsplätze schaffen. Das sei umso wichtiger, als Coburg ohnehin fast die Hälfte seiner Gewerbesteuereinnahmen an Bezirk und Land abführen müsse.

Kredite abbauen

Außerdem beantragt Klumpers, dass alle momentan laufenden Kredite der Stadt getilgt werden. 7,2 Millionen Euro stehen da laut Klumpers derzeit zu Buche. Auch dadurch werde das noch vorhandene Polster abgesenkt, sagt Klumpers. Außerdem sei das Haushaltsjahr 2013 das Letzte, für das der derzeitige Stadtrat noch voll Verantwortung trage. Deshalb sollte der Stadtrat "einen Haushaltsplan vorlegen, der einem neu gewählten Stadtrat nicht Bürden und alte Kreditverpflichtungen hinterlässt". Er hoffe, schließt Klumpers, dass auch die CSU seinem Antrag zustimme - schließlich habe CSU-Ministerpräsident Horst Seehofer Schuldenfreiheit als "wichtige bayerische Zukunftsvorsorge für unsere Kinder" bezeichnet.