Den Schülern der Melchior-Franck-Schule wird die vergangene Woche noch lange in Erinnerung bleiben. Eine Woche lang schnupperten sie Zirkusluft und schlüpften in die Rollen von Artisten und Clowns. Nach fleißigem Training bildeten am Wochenende drei gemeinsame Vorstellungen mit den echten Stars der Manege den Höhepunkt - und zwar in einem richtigen Zirkuszelt auf dem Schulgelände.


Zirkus einfach in die Schule geholt


"Wir wollten dieses Jahr das Schulfest in einer anderen Form durchführen. Da dachten wir uns, dass wir einen Zirkus an die Schule holen, der nicht nur selbst auftritt, sondern auch mit allen Schülern etwas einstudiert", erklärte Schulleiter Axel Meyer. Der Zirkus Lauenberger, ein Familienbetrieb aus Lohr am Main, wird von Direktor André Lauenburger mittlerweile in siebter Generation geführt und bietet seit 2008 solche Projekte an Schulen an. Dazu reist der Zirkus bereits zu Wochenbeginn an, um täglich mit den Schülern üben zu können. Wichtig war der Schulleitung vor allem, dass alle Kinder einbezogen wurden, nicht etwa nur die sportlichsten oder die mit dem größten Interesse. Jeden Tag wurde vier Schulstunden lang fleißig trainiert und einstudiert.



Aufgeteilt in drei Gruppen zu je rund 80 Schülern gaben die insgesamt 250 Melchior-Franck-Schüler in drei Vorstellungen ihr frisch erworbenes Können zum Besten. Bei der ersten Vorführung am Freitagabend eröffneten die Schüler der Ganztagsklassen das Zirkusspektakel vor mehr als 300 Zuschauern im bis auf den letzten Platz gefüllten Zelt. Mit bunten Tüchern und Ringen jonglierten die Grundschüler souverän. Clowns sorgten für ausgelassene Stimmung und großes Gelächter. Die Kinder ließen Hula-Hoop-Reifen gleichzeitig um Hüften, Beine und Arme kreisen, als ob sie nie etwas anderes gemacht hätten, balancierten kreiselnde Teller auf Stäben, vor der Brust und hinter dem Rücken und zwischen den Beinen hindurch.


Kleine Pannen stören nicht


Natürlich gab es auch die ein oder andere kleine Panne, doch das ist nach nur einer Woche im Zirkus-Business auch gar nicht anders zu erwarten gewesen. "Wenn einmal etwas nicht ganz so gut klappt, dann klatschen Sie doch einfach noch etwas mehr und lauter", empfahl der Zirkusdirektor.


Harte Arbeit hat sich gelohnt



Die harte Arbeit hat sich für die Kinder gelohnt und der Applaus tat ihnen sichtlich gut, sodass sich jeder nach seinem Auftritt mit einem Strahlen im Gesicht verbeugte. Zwischen den Schülerauftritten zeigte die Zirkusfamilie Lauenburger immer wieder atemberaubende und lustige Nummern aus ihrem Repertoire.


Junge Schlangenfrau


Da war die junge Schlangenfrau mit ihren abenteuerlichen Verrenkungen und der Balanceartist, der seinen Stuhlstapel immer höher baute. Ein Clown spuckte Wasser quer durch die Manege, sodass ein Mann in der ersten Reihe schon die Flucht ergreifen wollte. Der Zirkusdirektor selbst begeisterte mit dressierten Ziegen, Hunden und Pferden. Die Stimmung im Zelt war einfach prima. "Ich bin wirklich überrascht, was nach diesen paar Probentagen für ein tolles Programm zustande gekommen ist. Das kann sich doch wirklich sehen lassen", lobte Axel Meyer in der Pause.