Der Siegeszug von Kevin Krawietz bei den French Open geht weiter. Dem 27-jährigen aus Witzmannsberg fehlen nur noch zwei Siege zu einem möglichen Grand-Slam-Titel. Im Halbfinale treffen Krawietz und Mies nun auf die Argentinier Guido Pella und Diego Schwartzman.

An der Seite seines Kölner Doppelpartners Andreas Mies zog der Tennisprofi gestern bei den French Open nach drei Sätzen ins Halbfinale der Doppelkonkurrenz ein. Mit 6:1, 6:7 und 7:6 besiegten die Deutschen bei hohen Temperaturen über 30 Grad das serbische Duo Janko Tipsarevic und Dušan Lajovic . Sollte ihnen auch in diesem Match ein Sieg gelingen - angesetzt ist das Spiel für den morgigen Donnerstag - zieht Kevin Krawietz zum ersten Mal seiner Karriere in ein Grand-Slam-Finale ein.

Der 1. Satz

Krawietz und sein Partner hatten einen Start nach Maß. Schnell gelang ihnen das erste Break. Nach nicht einmal einer Viertelstunde stand es 4:1 für die Deutschen. Der Kölner an der Seite des Witzmannsbergers gab bei eigenem Service gerade mal einen Ballwechsel ab. Die Führung brachte die notwendige Sicherheit, die Serben kamen dagegen nicht ins Spiel und wurden ein zweites Mal gebreakt.

Beim Stand von 5:1 servierte Krawietz zum Satzgewinn und blieb in der Hitze von Paris ganz cool: Nach viermal Einstand und einem abgewehrten Breakball verwandelte er schließlich den vierten Satzball und sicherte so den ersten Durchgang nach nur 28 Minuten.

Der 2. Satz

Umgekehrte Vorzeichen im zweiten Satz: Jetzt hatten die Serben den besseren Start und führten ihrerseits schnell mit 4:1. Der 34-jährige Routinier Janko Tipsarevic und sein sechs Jahre jüngerer Landsmann Dušan Lajovic, der aktuell mit Position 35 die beste Weltranglisten-Platzierung des Quartetts aufweist, spielten plötzlich ihre ganze Erfahrung aus und hielten die Deutschen mit konzentrierten Aufschlagspielen auf Distanz. Allerdings nur bis zum 5:3, denn im neunten Spiel gelang Krawietz/Mies das erhoffte Re-Break.

Bei 5:6-Rückstand stand Krawietz bei eigenem Aufschlag unter Druck, hielt diesem jedoch souverän stand, gab nicht einen Ballwechsel ab und rettete mit einem Zu-Null-Spiel sein Team in den Tiebreak. Dort fehlte dann aber das nötige Quäntchen Glück, denn mit 7:4 hatten die Gegner das bessere Ende und erzwangen nach 70 Minuten den Ausgleich. Der dritte Durchgang musste also die Entscheidung in diesem zunehmend nicht nur spannender, sondern auch hochklassiger werdenden Viertelfinal-Match bringen.

Der 3. Satz

Im finalen Durchgang hatten die beiden deutschen Doppel-Experten den Vorteil stets mit einem gewonnen Aufschlagspiel vorzulegen. Über 1:0, 2:1, 3:2, 4:3, 5:4 und 6:5 nahm der Druck auf die Serben immer mehr zu. Doch auch im zehnten und zwölften Spiel gaben sie sich keine Blöße und glichen immer wieder aus, so dass am Ende erneut der Tiebreak über Sieg und Niederlage und damit über das Erreichen des lukrativen Halbfinales entscheiden musste.

Zu diesem Zeitpunkt war auch die Statistik ziemlich ausgeglichen. Beide Teams brachten knapp über 70 Prozent ihrer Aufschläge ins Feld, den Deutschen gelangen dabei vier, den Serben drei Asse, denen allerdings auch zwei Doppelfehler unterlaufen waren.

Doch das spielte in der Satz-Verlängerung keine Rolle mehr. Jetzt waren die besseren Nerven gefragt und die hatten Krawietz/Mies: Über 2:0 gingen sie nach zwei weiteren Mini-Breaks mit 5:2 in Front. Beim Stande von 6:3 hatten sie drei Matchbälle und verwandelten gleich den ersten zum 6:1, 6:7 (4:7) und 7:6 (7:3) nach genau 1:54 Stunden.

Beide fielen sich erleichtert um den Hals und freuten sich ausgiebig über diesen tollen Triumph. Die Paris-Reise kann für Krawietz also weitergehen. Der Traum vom Endspiel und vom ersten Grand-Slam-Sieg lebt.