Damit hatte Friedrich Schubart, der stellvertretende Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Kronach, nicht gerechnet. "Wir haben die Agentur für Arbeit ordnungsgemäß in das Planfeststellungsverfahren einbezogen", sagt er. Darauf, dass es dort Komplikationen geben könnte, habe ihn aber niemand hingewiesen. Wo liegt das Problem? Zur Straße hin gibt es eine überdachte Abstellfläche für Fahrzeuge. Weil nun die Brücke höher gesetzt wird, muss auch das Straßenniveau angepasst werden. Das heißt, zwischen Fahrbahn und Überdachung bleiben nur noch 2,40 Meter Platz. Lieferfahrzeuge haben in der Regel eine Höhe von 2,50 Meter. Sie können nun nicht mehr auf die Parkfläche der Arbeitsagentur fahren, weil die Überdachung sich bis über die Einfahrt zieht.

Dach unter Denkmalschutz

Als das Problem während der Bauarbeiten zutage trat und das Wasserwirtschaftsamt durch die Agentur für Arbeit darauf aufmerksam gemacht wurde, dachte Friedrich Schubart noch an eine leichte Lösung. "Wir wollten ursprünglich das Dach einfach höher setzen. Aber das ist nicht möglich, weil sowohl das Gebäude der Agentur als auch das Dach unter Denkmalschutz stehen", erläutert er.

Doch es gab noch eine andere Idee. "Für unsere Baufahrzeuge brauchen wir eine Anfahrt. Die führt jetzt über den Schleifweg. Von dort kommt man praktisch von hinten auf den Parkplatz der Arbeitsagentur."

Das Stück Schleifweg von der Lauter bis zum Kanonenweg wurde eigens für die Baumaschinen grob geschottert. Friedrich Schubart könnte sich vorstellen, dass in Zukunft auch die Lieferfahrzeuge über diese Strecke zur Parkfläche hinter dem Haus kommen können. Was er nicht wusste: Der Schleifweg wurde vor zwei Jahren entwidmet. Das heißt, sie steht der öffentlichen Nutzung nicht mehr zur Verfügung. Dabei wäre das Wasserwirtschaftsamt sogar bereit, dieses Stück Schleifweg wieder für Autos fit zu machen. Was nun?

Diskussion in der Verwaltung

Nicole Klebeg von der Straßenverkehrsabteilung des Ordnungsamts kann dazu noch nichts Verbindliches sagen. "Es gibt unterschiedliche Meinungen über die Gestaltung des gesamten Areals. Darüber wird derzeit noch diskutiert." Warum von Seiten der Agentur für Arbeit nicht schon während des Planfeststellungsverfahrens interveniert wurde, weiß auch Pressesprecher Hermann Zeis nicht. "Die Agentur hatte damals noch eine andere Leitung", erläutert er. Die heutige Leiterin, Brigitte Glos, könne darüber keine Auskunft geben, da sie in den Prozess nicht involviert war. Eines aber verspricht Hermann Zeis: "Wir werden dafür sorgen, dass unser Gebäude auch in Zukunft barrierefrei zu erreichen ist."

Friedrich Schubart indes ist zuversichtlich, was das Ende der Bauarbeiten in der Raststraße betrifft. "In der Woche vom 17. bis 21. November wird asphaltiert und Anfang Dezember die Straße wieder freigegeben." Übrigens werden im Bereich der Brücke 14 Bäume neu gepflanzt - als Ersatz für die, die gefällt werden mussten.