Noch ist der Skaterpark auf dem Gelände der Coburg Locals zu retten. "Drei Viertel der Anlage stehen noch", sagt Markus Grempel. Der Abriss hat bereits begonnen. Grempel ist entsetzt, auch über die fehlende Unterstützung der Stadt Coburg in den letzten Jahren. 10 000 Euro pro Jahr hätten seiner Meinung nach gereicht, um die Anlage instand zu halten. Mit dem Geld hätten die Coburg Locals Reparaturarbeiten im Frühjahr, einen Hausmeister und sogar einen Sozialpädagogen finanzieren können. "Mittlerweile bräuchte man sicher 50 000 Euro für die Renovierung, weil jahrelang nichts passiert ist", schätzt er.

Vor zwanzig Jahren gebaut

Als Grempel 1993 Weltmeister im BMX-Fahren wurde, hat er sich für einen Skaterpark in Coburg eingesetzt. "Ich musste immer nach Nürnberg fahren, um zu trainieren", erinnert er sich. Bei der Stadt wurde sein Anliegen unterstützt, knapp zwei Jahre später war ein erster Park in Lützelbuch fertig, der dann 1998 auf die Anlage der Coburg Locals verlegt wurde.

Die Stadt hat für den Park viel Zuspruch bekommen. "Familien haben wegen des Parks in Coburg Urlaub gemacht, während die Eltern wandern waren, waren die Kinder skaten", sagt Grempel. Auf dem Gelände wurden auch zahlreiche Meisterschaften ausgetragen. Grempel findet es schade, dass die Stadt dem Skaterpark nie etwas zurückgegeben hat.

Treffpunkt für Jugendliche

"Teenager brauchen einen Ort, um sich auszuprobieren und zur Selbstfindung", meint Grempel. In anderen Städten würden Skaterparks zu einem Ort für soziale Projekte: "Hier wird jeder integriert, auch Flüchtlinge und sozial Schwache." Ein Skaterpark sei nicht nur ein Sportplatz, sondern auch ein Treffpunkt. Um sich zu treffen, würden heute noch zahlreiche Jugendliche den Park nutzen. "Eigentlich ist das Betreten der Anlage verboten", erzählt Grempel.

Nicht nur aus sozialen Gründen kann Grempel den Abriss nicht nachvollziehen: "Sportarten wie das Skaten gehören seit ein paar Jahren zu den olympischen Disziplinen." Andere Städte und Gemeinden würden den Bau von Skaterparks unterstützen, in Coburg arbeite man gegen die Zeit obwohl die Stadt einst sehr fortschrittlich war.

Für Andreas Junker, Vorsitzender der Coburg Locals, war der Abriss des Skaterparks der letzte Ausweg. "Der Park war nicht mehr verkehrssicher. Das Holz war marode und die Platten locker", schildert er. Eigentlich ist das Gelände abgesperrt, aber dennoch würden die Leute einen Weg zu dem Park finden.

Hohe Verletzungsgefahr

Mit dem Abriss möchten die Coburg Locals verhindern, dass Schlimmeres passiert. "Wenn etwas passiert, haftet der Verein", sagt Junker, seiner Einschätzung nach würden sich in den Sommerferien noch mehr Jugendliche auf das Gelände schleichen. Vor knapp zehn Jahren hatte die Abteilung Funsport der Coburg Locals noch etwa 100 Mitglieder. Jetzt seien es nur noch fünf Mitglieder, die nicht mehr aktiv fahren, die Sportart sei nicht mehr so interessant. "Früher wurde der Skaterpark durch die Beiträge der Mitglieder und viel Eigenleistung in Schuss gehalten", erinnert er sich.

Das Gelände wollen die Coburg Locals der Stadt zurückgeben, der Pachtvertrag könne aber erst aufgelöst werden, wenn die Rampen abgebaut sind.

Eberhard Fröbel, Leiter des Sportamts, sieht ebenfalls ein Problem in der mangelnden Bereitschaft der Skater, sich ehrenamtlich für den Skaterpark zu engagieren. Der Beschluss, die Anlage abzureißen, komme aber von den Coburg Locals "Der Verein möchte sich von der Anlage trennen", sagt er. Fröbel kann die Entscheidung der Coburg Locals nachvollziehen: "So, wie die Anlage ist, kann und darf sie nicht als Skaterpark benutzt werden", betont Fröbel. Eltern, die ihren Kindern die Nutzung des Skaterparks erlauben, kann er nicht verstehen: "Die Eltern müssen sich auf Verletzungen einstellen, wenn die Kinder nach Hause kommen."

Trendsportanlage auf dem Gelände der CoJe

Der Bausenat hat bereits letztes Jahr für eine Trendsportanlage auf dem Gelände der CoJe (Coburger Jugendeinrichtung) gestimmt, jedoch unter dem Vorbehalt einer Förderung des Projekts. "Wir haben uns mit der Rahmenplanung Itzauen für das relativ neue Förderprogramm ,Zukunft Stadtgrün' beworben", sagt Christiane Zinoni-Peschel, die bei der Stadt Coburg für die Freiraumplanung zuständig ist. Um die Förderung zu bekommen, müsse die Rahmenplanung allerdings erst abgeschlossen sein.

Skaten, Bouldern, Basketball

Im November letzten Jahres wurde an Regierung herangetragen, dass das Projekt mit der Trendsportanlage für die Jugendlichen als Impulsprojekt vorgezogen werden möge. Die Entscheidung dazu steht noch aus. "Unsere Projektgruppe trifft sich in der kommenden Woche", kündigt Zinoni-Peschel an. Auf der geplanten Trendsportanlage soll neben einer Anlage für die Skater unter anderem eine Kletterwand für die Boulderer, ein Bereich zum Basketball spielen und eine Fläche für die Sportart Parcours entstehen. Die Planung und Umsetzung hänge nur noch von der Zusage der Förderung ab.

Skaterpark in Coburg

Geschichte Bevor der Skaterpark 1998 auf dem Gelände der Locals aufgebaut wurde, befand sich dieser zunächst für drei Jahre in Lützelbuch.

Coburg Locals Die Abteilung Funsport der Coburg Locals zählte zwischenzeitlich etwa 100 Mitglieder, die sich zum Großteil selbst um den Skaterpark kümmerten. Zwischenzeitlich sind nur noch fünf Mitglieder übrig. Weil niemand Tagespässe bezahlen wollte und aufgrund der fehlenden Mitgliederbeiträge, konnte die Instandhaltung nicht langfristig von den Coburg Locals finanziert werden.

Trendsportanlage Die Errichtung einer Trendsportanlage bei der CoJe wurde durch den Bausenat der Stadt Coburg bereits beschlossen. Die Planung und Umsetzung hängt noch von der Zusage einer Förderung der Regierung ab.