Das seit mehreren Jahren leer stehende Gebäude Judengasse 19 (ehemals "Rizzibräu") wird für diesen Zweck aufwendig saniert und künftig über 21 Studentenwohnungen verfügen.
In der nächsten Woche beginnt der Bauträger mit dem notariellen Verkauf der 21 Einheiten. "Wir haben bereits viele Reservierungen von Kapitalanlegern, die die Wohnungen an Studenten vermieten", sagt einer der IGC-Geschäftsführer, Uwe Wagner. Die Entkernung des Gebäudes hat bereits begonnen, mit den eigentlichen Bauarbeiten soll es dann im Juli losgehen. Die Fertigstellung ist für Februar 2013 angepeilt und somit rechtzeitig zum Beginn des Frühjahrssemesters an der Hochschule.

Studenten in die Stadt holen


"Wir haben intensive Gespräche sowohl mit der Hochschule als auch der Stadt Coburg geführt", berichtet Uwe Wagner, der dabei das Gefühl hatte, "offene Türen einzurennen". Wohl wahr: Seit jeher gibt es Bemühungen, studentisches Leben in die Innenstadt zu holen. Doch erst vor wenigen Monaten hat ein weiteres Studentenwohnheim in der Thüringer Straße eröffnet, also direkt am Campus Friedrich-Streib-Straße. Das mag für die Studenten, die kurze Wege mögen, praktisch sein - was eine lebendigere Innenstadt betrifft, ist es jedoch schade, weil es die Studenten dazu verleitet, "oben auf dem Berg" zu bleiben.
"Ja, wir wollen mit dem Projekt in der Judengasse dabei helfen, Leben in die Stadt zu holen", betont Uwe Wagner, der von einem "sehr interessanten Markt" in Coburg spricht. Denn es gebe einen Nachholbedarf an zentrumsnahen Studentenwohnungen. Deshalb sei man von Anfang an sehr zuversichtlich gewesen, dass "Studicomfort" auch in Coburg Erfolg hat.
Auch der zuständige Architekt, Hans Röthling aus Rödental, gerät ins Schwärmen, wenn er von dem Projekt in der Judengasse spricht. Außer, dass die zwischen 22 und 30 Quadratmeter großen Wohnungen natürlich sehr schön würden und zum Beispiel die Fenster im Erdgeschoss schicke Fensterläden erhalten, tue sich nicht zuletzt auch im historischen Innenhof so einiges.

Laubengang im Innenhof


Als für die Gaststätte nämlich einst eine neue und deutlich größere Toilettenanlage benötigt wurde und im Gebäude selbst kein Platz dafür mehr war, wurde der Innenhof kurzerhand zugebaut. Nun erfolgt ein Rückbau: Der Innenhof wird wieder freigelegt und begrünt, erhält noch dazu ein paar gemütliche Sitzgelegenheiten und sogar einen Laubengang.
Im Inneren des Gebäudes entsteht zudem noch ein Gemeinschaftsraum mit Sitzecke und Flachbildfernseher sowie ein praktischer "Waschsalon" mit Waschmaschinen und Trockner.