Schrill durchdringt der Klang der Sirene die Stille auf dem Sportplatz im Rödentaler Stadtteil Mittelberg. Binnen Sekunden erkling das Martinshorn der Einsatzfahrzeuge, Kameraden rollen Schläuche aus, entnehmen Wasser aus der Itz, um den Brand zu löschen. Angenommen wird, dass eine Holzhütte am Sportplatz lichterloh in Flammen steht.

Am Wochenende übten junge Frauen und Männer rund die Uhr den Ernstfall. Die Feuerwehr FFW Froschgrund hatte mit Unterstützung der FFW Rödental ein Wochenende für die Jugendfeuerwehren organisiert, das Einblicke in der Arbeit einer Berufsfeuerwehrs geben sollte.

Die Sirene schrillte auch in der Nacht

Zugegeben, ein bisschen müde wirken die jungen Männer am Samstagnachmittag. Das ist auch kein Wunder, denn rund um die Uhr schrillte die Sirene, auch in der Nacht. Gerade mal zwei Stunden, schätzt Lukas Rupp, habe er geschlafen. "Wir sind auch nachts ausgerückt." Lukas ist 16 Jahre alt und seit seinem zwölften Lebensjahr begeistert bei der Jugendfeuerwehr.

Ein Wochenende lang den Ernstfall proben, so wie es die Berufs-Feuerwehren tun, dies findet er trotz des Schlafdefizits total klasse. Auf dem Sportplatz steht Kreisbrandmeister Stefan Zapf. Mit dem Megafon in der Hand moderiert er das Geschehen auf dem Mittelberger Sportplatz. Normalerweise, sagt er, rückten die Kameraden von zu Hause aus. "Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell das selbst in der Nacht geht", sagt er. Da ein offenes Gewässer in der Nähe ist, wird das Wasser auch daraus entnommen. "Offene Gewässer werden Hydranten vorgezogen."

Etliche Ernstfälle simuliert

Auf dem Platz läuft der Einsatz wie am Schnürchen, ruckzuck führen die Jugendlichen die erforderlichen Handgriffe aus, um das "Feuer" unter Kontrolle zu bekommen. 18 junge Leute im Alter von zwölf bis 18 Jahren, überwiegend Jungen, schlüpfen ein Wochenende lang in die Rolle von professionellen Feuerwehrleuten. Der erste und zweite Jugendwart der FFW Froschgrund, Oliver Rupp und Günter Heubner, haben das Wochenende organisiert. Unterstützt haben die beiden Kommandanten Markus Wolf und Dominik Ciopala sowie von der Rödentaler Feuerwehr die Jugendwarte Jürgen Präcklein und Matthias Wöhner. Präcklein erklärt, welche Einsätze die Jugendlichen zu bewältigen haben, und diese sind durchaus anspruchsvoll. Simuliert wird beispielsweise ein Wasserschaden im Keller, indem die jungen Helfer einen großen Behälter mit vielen hundert Litern Wasser trocken saugen. In drei Schichten und drei Einsatzgruppen sind Jungen und Mädchen zu den Einsätzen ausgerückt. "Es ist wichtig, dass es wie bei der richtigen Berufsfeuerwehr zugeht", sagt der Vorsitzende der FFW Froschgrund, Bernd Eichhorn. Dazu zählen auch Fehlalarme, Scheunenbrand, Menschen- und Tierrettung oder Müllkübelbrände.

Auf die Truppe sind die Organisatoren stolz, Nachwuchssorgen gibt es demnach im Froschgrund noch nicht. Aber: "Wir haben noch Kapazitäten frei", sagt Präcklein. Der Jugendleiter freut sich, dass vier Jugendliche die Jugendflamme eins absolviert haben und vom Bürgermeister der Stadt Rödental, Marco Steiner (FW), ausgezeichnet werden.

Zum Schluss wurde aufgeräumt - auch das gehört dazu

Steiner hat das Wochenende eröffnet und schaut auch bei den Übungen zu. Sehr schön, sagt er, sei es, dass die Feuerwehren eine aktive Jugendarbeit in der Stadt Rödental betreiben. Von der Idee, ein Berufsfeuerwehr-Wochenende zu initiieren, ist er hellauf begeistert. Jugendliche bei Laune zu halten, sei oftmals nicht so einfach. "Mit solchen Aktionen wird natürlich eine tolle Abwechslung geboten." Das Wochenende endete übrigens am Sonntag mit Aufräumen und Fahrzeugpflege. "Damit die Fahrzeuge wieder einsatzfähig sind", wie Präcklein erklärte. Auch das gehöre dazu.