Der Großteil des Wahlkampfs findet/fand in den Ferien statt - ist das Fluch oder Segen?
Jens-Uwe Peter: Ich denke nicht, dass die Ferien einen besonders großen Einfluss auf die Wahl haben werden. Nach meinen aktuellen Erfahrungen ist die Stadt ja nicht ausgestorben, nur weil Ferien sind und man kann sich heute über das Internet auch im Urlaub über die aktuellen Geschehnisse vor Ort informieren.

Was wollen Sie in München für die Region erreichen?
Wichtig ist mir vor allem, die Region langfristig zu stärken, also dafür zu sorgen, dass junge Leute in der Region bleiben oder in diese ziehen. Dies muss einerseits durch eine noch bessere Nutzung des Potenzials der Hochschule geschehen, das heißt junge Absolventen müssen dafür begeistert werden, ihre Ideen einzubringen, eventuell sich selbstständig zu machen; andererseits muss die Hochschule und die Studenten mehr in die Stadt integriert werden - zur Zeit sind sie ja eher "jenseits der Bahnschienen" - damit sie auch nach dem Studium in Coburg bleiben oder zumindest in anderen Regionen für Coburg werben.

Worin sehen Sie in der nächsten Legislaturperiode die größte Herausforderung?
Energiewende, Eurokrise, Altersarmut: Das sind alles Dinge, die den Leuten Sorge bereiten und die Zukunftsängste schüren. Der Staat kann und soll sich nicht um alle Dinge des Lebens kümmern, aber bei den genannten Punkten ist er der einzige, der steuernd eingreifen und so Angst nehmen kann.
Auch Politiker können nicht zaubern oder in die Zukunft blicken, aber sie sollten einen Überblick über die aktuelle Lage haben und diese den Leuten verständlich erklären können. Ich sehe es als große Herausforderung, das Vertrauen in die Politik zurückzugewinnen und den Leuten klar zu machen, wie wichtig nicht nur die Stimme bei der Wahl ist, sondern auch, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese zu vertreten

Was macht für Sie persönlich die "Faszination Politik" aus?
Nicht nur mitzuschwimmen, sondern mein Leben aktiv selbst zu gestalten, war schon immer mein Credo. Dazu gehört natürlich auch, sich über Dinge eine eigene Meinung zu bilden, nicht einfach alles hinzunehmen. Und genau hier liegt für mich auch die Faszination in der Politik: Seine Gedanken anderen mitzuteilen, zu sehen, was andere über Dinge denken, auch, als Ergebnis einer Diskussion im Zweifel seine Meinung zu ändern - sich mit Argumenten überzeugen zu lassen und schließlich diese Meinung in Taten umzusetzen.
Viele lästern über die Politik, meinen, es selbst viel besser zu können - hier nehme ich mich nicht aus. Ich möchte aber sehen, ob ich es wirklich besser kann, wie schwer es ist, seine Meinung zu vertreten, Dinge zu bewegen, Veränderungen herbeizuführen.

Wie schalten Sie nach einem langen Arbeitstag oder einer langen Arbeitswoche am besten ab?
Ein festes "Ritual" habe ich hier nicht. Ab und an am Abend mal ein Gläschen Wein und etwas Gutes zu lesen. Am Wochenende mit Freunden weggehen und dabei mit diesen auch über Politik diskutieren - das eröffnet neue Sichtweisen auf die Dinge.

Welche drei Dinge würden Sie mit auf eine einsame Insel nehmen?
Das ist eine Frage, über die ich seit meiner Kindheit nicht mehr nachgedacht habe. Davon ausgehend, dass alles Lebensnotwendige (Wasser, Nahrung) auf der Insel vorhanden ist, würde ich es wohl nicht aushalten, nicht zu wissen, was um mich herum geschieht. Daher wäre ein Satellitentelefon (am besten mit Internetzugang) oder wenigstens ein Radio sicher wichtig - müsste natürlich autark funktionieren. Da ich davon ausgehe, dass es auf der Insel nicht viel mehr als Wasser gibt, würde ich zudem noch ein Fässchen guten fränkischen Bieres mitnehmen. Und zuletzt für den Zeitvertreib etwas zu lesen.


Leben und politischer Werdegang


Jens-Uwe Peter wurde 1983 in Coburg geboren. Nach dem Abitur am Gymnasium Albertinum (2003) studierte er an der Universität Würzburg (2010 Abschluss als Diplom-Physiker). Tätig als selbstständiger Softwareentwickler.

Parteipolitisch Seit 2009 Mitglied der FDP, seit dem Jahr 2012 stellvertretender Kreisvorsitzender der FDP Coburg Stadt.

Ehrenamtlich Von 2009 bis 2011 stellvertretender Vorsitzender des Kammerchors Coburg, seit 2011 Vorsitzender des Kammerchors Coburg.