Ein paar Autofahrer sind noch unsicher, als sie die Straße am Viktoriabrunnen in Richtung Parkhaus Mauer fahren. Tatsächlich, die Zufahrt ist abgesperrt. Ein Schild weist dar auf hin, dass es Ausweichmöglichkeiten in den Parkhäusern Zinkenwehr und Post gibt. Das betrifft auch die Dauerparker. 48 sind es an der Mauer. "Wir lassen ihnen die Wahl, ob sie den Mietvertrag ruhen lassen oder die anderen Parkhäuser nutzen möchten", erläutert Christian Meyer, Geschäftsführer der Wohnbau, die die Häuser betreibt.

Damit die Mieter problemlos in die Parkhäuser Zinkenwehr und Post kommen, werden ihre Karten freigeschaltet. Das heißt, sie kommen im Normalfall immer rein - auch wenn eigentlich alle Stellplätze belegt sind. "Wir halten für sie ein Kontingent frei", ergänzt Christian Meyer. Das ist insofern beruhigend, als es in den nächsten Wochen eng werden könnte in Coburg. Dann nämlich, wenn auf dem Anger wegen des Vogelschießens über mehrere Wochen - mit Auf- und Abbau - kein Parken möglich ist. Über 500 Parkmöglichkeiten fallen dort weg. Zusammen mit den 436 aus dem Parkhaus Mauer eine beträchtliche Menge.


Rücksicht auf große Feste
Wäre es nicht möglich gewesen, mit der Schließung des Parkhauses bis nach dem Vogelschießen zu warten? Christian Meyer verneint. "Wir haben schon Rücksicht auf das Samba-Festival und das Schlossplatzfest genommen. Jetzt ist es höchste Zeit, die Sanierung abzuschließen." Immerhin habe es die Wohnbau schon 60 000 Euro gekostet, den Start für den letzten Bauabschnitt nach hinten zu verschieben. Eigentlich sollte im Mai damit begonnen werden.

Gibt es vielleicht in der Stadt Überlegungen, für die Zeit des Vogelschießens unter Umständen andere Parkmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen? "Es wird darüber nachgedacht", antwortet Pressesprecher Michael Selzer.


Einschränkung für Geschäftsleute
Auch auf die Geschäfte in der Webergasse wirkt sich die komplette Schließung des Parkhauses aus. Zum Beispiel auf die Glaserei Fischer. Deren Kunden sind darauf angewiesen, dass sie mit dem Fahrzeug möglichst dicht an den Laden kommen - es müssen sperrige Gegenstände transportiert werden. "Die Kunden jammern und ich weiß nicht, wie viele einfach wegbleiben, weil sie keinen Parkplatz bekommen", sagt Geschäftsführerin Tanya Fischer. Denn in der Webergasse, wo sich ihr Laden befindet, sieht es auch eher schlecht mit Parkflächen aus. Sie selbst hat einen Anwohnerstellplatz für ihr Geschäftsauto, der ihr aber nicht sicher ist. "120 Euro im Monat Strafzettelkosten kann ich einplanen." Außerdem übernehme sie auch die Verwarnungsgebühr für ihre Kunden - aus Kulanzgründen.

Für den Geschäftsführer des Cafés Sorgenfrei, Benjamin Reimers, ist die Sperrung des Parkhauses kein Thema. Seine Gäste fahren in der Regel nicht mit dem Auto vor. "Die kommen auch so", stellt er fest.

Bis Mitte/Ende Oktober bleibt das Parkhaus Mauer geschlossen. Zwei Jahre Sanierungszeit sind dann vorüber und es stehen nach den Worten von Christian Meyer am Ende über 400 breiter angelegte Parkplätze zur Verfügung. Auch das Einparken dürfte dann leichter und bequemer werden als bisher.