Der Gesangverein Altenhof ist im Aufwind. Zu seinem 125. Jubiläum konnte der Vorsitzende Heinrich Stelzer vermelden, dass nunmehr wieder 15 Sänger aktiv sind. Das sei auch der engagierten Chorleiterin Simone Gutwein zu verdanken.

Zum Jubiläumsakt zog es die Sänger in die evangelische Tambacher Kirche, in der ein Liederabend unter dem Motto "Danke für die Lieder" gekonnt präsentiert wurde. Stelzer, der bemängelte, dass kein Vertreter der kommunalen Führung gekommen sei, hieß den Präsidenten des Fränkischen Sängerbundes, Peter Jacobi, willkommen, der die Ehrungen vornahm.


Wie ein Atmen der Seele

An erster Stelle gab es eine seltene Auszeichnung. Seit 65 Jahren ist Albert Hirsch Chorsänger. Er wurde mit Lob und Urkunden versehen. Auch der Verein selbst erhielt die Urkunden des Deutschen Chorverbandes und des Fränkischen Sängerbundes. Für 25 Jahre Chorleitertätigkeit wurde Simone Gutwein geehrt, für 25 Jahre Singen Sandy Kestler und Gerold Kräußlich sowie für 50 Jahre Klaus Ruppert. Zweiter Vorsitzender Matthias Helmprobst dankte dem Vorsitzenden Heinrich Stelzer für 30 Jahre hervorragende Vereinsführung. Jacobi selbst meinte, dass der Abend in der Kirche ein Sinnbild der Herzlichkeit sei und Singen wie ein Gottesdienst und wie ein Atmen der Seele sei. Er betonte, dass die Gesangvereine ein menschliches Miteinander verkörperten.

Der Gesangverein Altenhof zeigte sein volles sängerisches Können und seine Qualität unter anderem bei den Liedern "Lobt den Herrn der Welt", bei "Die Rose" und beim Ohrwurm "Die Legende von Babylon". Einen klangvollen und würdigen Abschluss bildete das Lied "Abendfrieden". Die Begleitung am Klavier erfolgte durch Werner Müller. Die Gäste, der Liederkranz Seßlach (Leitung Karl-Jürgen Schmölzing) und der Gesangverein Bergesklänge Witzmannsberg (Dirigent Matthias Funk) huldigten dem Jubilar mit freudigen Gesängen. Applaus war allen Auftretenden gewiss.

Streiflichter der Vereins-Geschichte: Die ‚Gründung erfolgte am 17. Dezember 1892. Friedrich Petschner wurde zum Dirigenten und Bürgermeister Nikolaus zum Vorsitzenden gewählt. Zweck des Vereines war, so steht es in den Statuten, den Gesang nach seiner ästhetischen und sittlichen Seite zu lösen. Übungsstunden gab es im Lokal Tröster in Altenhof und in der Wirtschaft Bauersachs in Weitramsdorf. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelang es Johann Georg Ruppert, wieder eine Sängerlizenz im Landratsamt zu erwirken. 1956 gelang die Anschaffung einer Vereinsfahne. Dem Chorleiter Erwin Schwärmer folgte 1958 Walter Ulbrich. Liederabende, Jubiläen und Festveranstaltungen prägten das Vereinsleben. Das ist so ähnlich bis heute geblieben.