Dieser Nebel! So hätte sich Regisseurin Sophie Allet-Coche das Coburger Land nicht vorgestellt. Sonst hätten sie und ihr Team sich nicht für die Allee hoch droben auf den "Langen Bergen" als Drehort entschieden. "Aber was will man machen", sagte die Regisseurin mit zuckenden Schultern, setzte den Kopfhörer auf - und weiter ging's. Schließlich drängte gestern die Zeit, weil nur ein einziger Tag für diesen Außendreh zum TV-Movie "600 PS für zwei" zur Verfügung stand.

Mit dem jüngst für seine Titelrollen in den "Kluftinger"-Filmen gefeierten Herbert Knaup und Walter Sittler ("Nicola") stehen bei diesem Roadmovie zwei sehr bekannte Gesichter der deutschen TV-Branche ganz oben auf der Darstellerliste, doch der heimliche Star rollte frisch poliert die holprige Straße Richtung Rottenbach entlang: ein schnittiger Maserati. In dieser Luxuskarosse spielt der Großteil des Filmes, in dem ein karrieregeiler Manager (Knaup) und ein Gelegenheitsjobber (Sittler) Seite an Seite durch Deutschland reisen.

Ein Auto reicht nicht

Der Maserati ist so wichtig, dass sich das Team der Münchner Produktionsfirma "Wiedemann & Berg" keinen Ausfall des Wagens leisten könnte. "Deshalb haben wir sogar einen zweiten Maserati dabei - man weiß ja nie", sagte die Regisseurin, die im deutschen TV-Programm schon ihre Spuren hinterlassen hat. Mehrere Folgen der Erfolgsserie "Der letzte Bulle" sowie Teile der nicht minder beliebten "Doctor's Diarys" wurden von ihr inszeniert.
Wer das Coburger Land bei der Erstausstrahlung von "600 PS für zwei" entdecken möchte, muss genau hinschauen. "Vielleicht drei Minuten", erklärte die Regisseurin, werden die Szenen dauern, in denen der Maserati auf der Landstraße "verreckt" und das ungleiche Duo in eine Polizeikontrolle gerät.

Die Landschaft gefiel

Auf die Allee auf den Ottwinder Höhen sind Sophie Allet-Coche und ihr Kameramann, Christian Paschmann ("Soko Leipzig", "Soko Köln", "Alarm für Cobra 11"), über einen Location-Scout gekommen. Das sind Menschen, die im Auftrag von Filmfirmen nach geeigneten Drehorten suchen. Wenn sie auch nicht viel sehen konnte, die Landschaft gefiel der Regisseurin jedenfalls. Selbst der sonst sehr konzentriert zu Werke gehende Herbert Knaup (ein gebürtiger Allgäuer) wollte in einer Drehpause wissen, sie sich denn dieser Teil der Coburger Landschaft nennt.

Am späten Nachmittag, als dann die Sonne über dem Set lachte, zog das rund 50 Personen starke Filmteam weiter. Weitere Drehorte sind in München und Bad Tölz, die Studioszenen werden in Berlin gedreht. Insgesamt sind für "600 PS" knapp über 20 Drehtage angesetzt.


600 PS für zwei


Geschichte Gelegenheitsjobber Hartmut Sprenger (Walter Sittler) fährt als Anhalter bei Lorenz Hoffmann (Herbert Knaup) in einem nagelneuen Sportwagen mit. Der ehrgeizige Personalchef eines Berliner Unternehmens soll das luxuriöse Gefährt nach Bayern überführen. Beide Männer ahnen allerdings nicht, wer da bei wem im Auto sitzt: Denn Hartmut hat den Verlust seines hochdotierten Jobs fünf Jahre zuvor ausgerechnet dieser Person zu verdanken, die jetzt mit geschwellter Brust das Lenkrad steuert.

Drehbuch Es stammt von Daniel Scotti-Rosin und basiert auf dem französischen Fernsehfilm "Une Ferrari pour deux".

Zeitplan Voraussichtlich dauern die Dreharbeiten bis 23. Oktober, ein Sendetermin steht noch nicht fest. Ausgestrahlt wird der Film im ZDF.