Wenn Wolfgang Weiler eine Schulnote vergeben müsste, dann würde das vergangene Geschäftsjahr von ihm eine "Zwei plus" erhalten. Denn die Huk-Coburg, deren Vorstandssprecher er ist, habe die für 2012 gesetzten Ziele zum Teil sogar übertreffen können.

Nur ein paar der Zahlen, die Weiler am Dienstag bei der Bilanz-Pressekonferenz vorstellte, zur Auswahl: Die gebuchten Bruttobeitragseinnahmen wurden um 5,5 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro gesteigert; beim Bestand legt das Versicherungsunternehmen um 3,0 Prozent auf nunmehr 32,2 Millionen Verträge zu; ein Jahresergebnis (nach Steuern) von 381,1 Millionen Euro bedeutet, dass das Eigenkapital auf fast sechs Milliarden Euro erhöht werden konnte. Weil die Huk ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit ist, bleiben Gewinne im Unternehmen beziehungsweise kommen den Versicherten zugute.


Autoversicherung wächst kontinuierlich

In der Kfz-Versicherung, der wichtigsten Sparte des Konzerns, stiegen nach Jahren der Stagnation die Bruttobeitragseinnahmen zum zweiten Mal in Folge wieder kräftig an und zwar um 8,3 Prozent auf 2,68 (2,48) Milliarden Euro. Das Neugeschäft konnte um 4,0 Prozent gesteigert werden. Die niedrige Abgangsquote sorgte für einen Bestandszuwachs von 3,8 Prozent auf 9,3 Millionen versicherte Fahrzeuge. Angesichts eines Marktwachstums um 1,5 Prozent konnte die HUK damit wieder Marktanteile gewinnen.

Der Anteil des Online-Versicherers "HUK24" am Neugeschäft lag wiederum bei knapp einem Viertel. Mit einem Anstieg im Bestand auf knapp 1,4 Mil-lionen versicherte Fahrzeuge konnte die "HUK24" ihre Rolle als größter deutscher Kfz-Online-Versicherer weiter ausbauen.

Erneut kräftig angestiegen ist der Anteil der Autofahrer, die sich für die Kaskoversicherung mit Werkstattbindung, "Kasko Select", entschieden haben. Etwa jeder zweite Kunde - bei der HUK24 sind es sogar 60 Prozent der Kunden - wählte im Neugeschäft diese Variante, der Bestand an Select-Verträgen wuchs auf 2,6 Millionen.
Erneutes Wachstum in Haftpflicht-, Unfall- und Sachversicherungen.

Der Gesamtbestand in der Lebensversicherung lag gemessen am laufen-den Beitrag mit 788,2 (776,8) Millionen Euro um 1,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. In der Krankenversicherung erhöhten sich die Gebuchten Bruttobeitragseinnahmen um 4,6 Prozent auf 1,18 (1,13) Milliarden Euro. Spürbar verringert hat sich in der Branche insgesamt das Neugeschäft. Dazu trug nicht nur die anhaltende Diskussion um die Zukunft der Privaten Krankenversicherung bei, auch die Einführung von Unisex-Tarifen führte zu einer abwartenden Haltung der Verbraucher. Das Neugeschäft im Konzern verringerte sich um 7,7 Prozent gemessen an der Anzahl der Tarifversicherten und um 12,7 Prozent im Monatssollbeitrag.

"Wir sind sehr gut aufgestellt und für die Zukunft prima gewappnet", stellte Wolfgang Weiler fest. Gegen den Branchentrend konnte 2012 auch die zahl der Mitarbeiter um 1,2 Prozent auf 9072 gesteigert werden; alleine am Stammsitz in Coburg zählt man 4807 Mitarbeiter sowie fast 284 Auszubildende. Und der Trend hält an: Für 2013, das laut Weiler besser begonnen habe als 2012, ist die Schaffung von noch einmal 300 neuen Arbeitsplätzen geplant.

Angesichts dessen ist die Frage, warum Weiler dem vergangenen Geschäftsjahr nicht die Schulnote "Eins" gibt. Nun, da wäre zum einen die grundsätzlich schwierige Marktsituation, in der sich laut Huk-Vorstandssprecher die Assekuranz befinde. Die anhaltende Niedrigzinsphase als "besondere Belastung der Branche" sei nur eine Herausforderung. Auch Aufsichtsrecht, Politik und Verbraucher würden immer höhere Erwartungen stellen. Doch er, Weiler, sehe die Huk da gut aufgestellt.