Nach der Derby-Niederlage hatte der HSC 2000 Coburg zwei Wochen Zeit seine Wunden zu lecken, ehe es nun bis Weihnachten ohne Pause weitergeht. Im letzten Spiel zu Gast beim Spitzenreiter und jetzt wartet auf die Coburger genau das Gegenteil. Der VT Zweibrücken-Saarpfalz kommt als Tabellen-Schlusslicht in die Vestestadt.
Viele Handballfans erwarten am Samstagabend ab 19.30 Uhr ein Schützenfest, andere meinen, dass solche Gegner die schwersten sind. Auch Trainer Jan Gorr ist vorsichtig:
"Wir müssen für uns den Anspruch haben, auch in solchen Spielen an unsere Grenze zu gehen, besonders emotional. Dabei legen wir den Fokus jetzt ganz eindeutig auf uns", nimmt der HSC-Coach seine Mannschaft in die Pflicht.
Die athletischen Grundlagen wurden in der spielfreien Woche aufgefrischt, lediglich am vergangenen Wochenende gab es eine kleine Verschnaufpause. "Aber es ist ein Irrglaube, dass die Partie ein Selbstläufer wird. Zweibrücken hat zwar erst zwei Punkte, aber achtbare Resultat erzielt", warnt Gorr davor die Partie zu locker zu nehmen.
Vor allem den lettischen Spielmacher Raimonds Trifanovs, VTZ-Shooter Philip Wiese und den zwei Meter großen rechten Rückraumspieler Valdis Gutmanis, der bereits für die Zweitligisten Schwerin und Aue auf Torejagd ging, hat der Coburger Trainer auf seinem "Spickzettel" fett notiert.
Den wird er, wie vor jeder Partie, auch vor dem Anpfiff gegen Zweibrücken beim Aufwärmen seiner Mannschaft noch einmal zu Rate ziehen, um im persönlichen Gespräch letzte Anweisungen zu geben.
Unter der Woche haben Oliver Krechel wegen einer Fußverletzung und Nikola Franke wegen eine Verletzung am Zeh tageweise mit dem Training aussetzen müssen, doch Gorr hofft, dass diese Blessuren bis zum Samstag vergessen sind und er sein derzeit stärkstes Aufgebot aufbieten kann.
Immer noch fehlt Hajck Karapetjan, der inzwischen aber wieder ins Training mit leichtem Passspiel eingestiegen ist. Auf Kreisläufer Dominic Kelm, mit 41 Treffern mit Abstand bester Feldtorschütze dieser Saison beim HSC, wartet ein besonderes Ereignis. Sein erster Treffer wird sein 500. Torerfolg für die Coburger sein. Das Besondere daran: Alle Tore erzielte das Energiebündel aus dem Spiel heraus. Die vielen Siebenmeter, die er immer wieder herausholt, werfen beim HSC bekanntlich andere. Mit dieser Marke rückt er in einen Kreis auf, in dem sich mit Ronny Göhl (1176/160), Florian Lendner (749/0), Anton Lakisa (685/321) und Jens Pussert (536/179) derzeit nur vier Spieler befinden. Auch das 250. Saisontor (2. Treffer des Spiels) wird fallen. Aber Trainer wie Spielern sind Zahlenspielereien egal. Gorr: "Ich hoffe natürlich, dass Dominik nicht nur ein Tor am Samstag macht."
Die Qualität des HSC 2000 muss seiner Meinung nach aber auf jeden Fall ausreichen, um gegen das Schlusslicht aus der Rosenstadt nicht in derartige Probleme zu geraten, wie es vor Wochen gegen Herrenberg passiert ist. Denn mit vier Minuspunkten geht der Blick jetzt erst einmal nach hinten, da die Saalestädter im Augenblick unbezwingbar scheinen, für die Coburger jedenfalls noch nicht in Reichweite. Man fragt sich schon, wer die Mannschaft von Coach Matthias Obinger überhaupt bezwingen kann. Letzte Woche holte sie sich in Heilbronn die Punkte ab.
Und die hatten nach einem 0:6-Saisonstart fünf Spiele in Serie gewonnen. Für den HSC 2000 gehen die Bayern-Derbywochen weiter, denn nach Bad Neustadt warten in den kommenden Wochen Rödelsee und Auerbach auswärts und Friedberg zu Hause.