Autsch - das war hart. 16 Zeitstrafen, gerecht auf beiden Seiten verteilt, gab es in der lange Zeit hart umkämpften Partie zwischen dem SV Auerbach und dem HSC Coburg. Die Vestestädter hatten aber das bessere Ende und siegten verdient mit 26:21.

Dabei spielte der zwangsläufig neu formierte Coburger Abwehrverband nach der Pause auch erstmals statt mit einer defensiven 6:0-Formation in der offensiven 3-2-1-Variante.

Am Ende setzte sich die Coburger Substanz durch, auch weil man sich nach einem Drei-Tore-Rückstand zu Beginn der zweiten Halbzeit auf seine spielerischen Optionen besann und der 45 Minuten sehr aggressiven und beweglichen Abwehr der Gastgeber die Puste ausging.

Andreas Wolf mit drei und Kenny Schramm mit fünf Treffern - beide letztes Jahr noch in Coburg aktiv - waren neben Felix Müller die auffälligsten Auerbacher, während Mario Schmidtke, Top-Scorer der Liga, nicht so zum Zuge kam.

Andersson, der dreimal traf und damit sein 500. Tor für den HSC erzielte, führte am Ende klug Regie und ließ sich und seine Mitspieler auch durch eine offensive Abwehr des Gegners nicht mehr beeindrucken. Für die Gastgeber kam aber erschwerend hinzu, dass sie auf ihren Ideengeber und Spielertrainer Tobias Wannenmacher verzichten mussten.

SV 08 Auerbach gegen HSC 2000 Coburg 21:26 (11:10)

Schnell hatte sich unter den 120 mitgereisten HSC-Fans rumgesprochen, dass ihr Klub mit Mittelmann Philipp Seitle schon wieder einen neuen Spieler verpflichtet hat. Und auch Hajck Karapetjan war erstmals in dieser Saison einsatzfähig. Er begann gleich auf der Mittelposition. Wie seine Mannschaftskollegen tat er sich gegen die sehr aufmerksame Auerbacher Abwehr schwer - zudem ließen die Coburger in der Anfangsphase einige Chancen aus. Auch eine doppelte Überzahl wurde nicht optimal genutzt. Dafür waren die Coburger in Unterzahl hellwach und zwei Mal erfolgreich. Erstmals mit mehr als zwei Toren konnte sich der HSC nach 18 Minuten (5:7) absetzen. Zu diesem Zeitpunkt standen bereits fünf Zeitstrafen zu Buche und genauso viele frei vergebene HSC-Chancen.

Die waren auch mit verantwortlich dafür, dass die Gastgeber aus dem 8:9 ein 11:9 machten. Denn ab und an stockte es eben doch im Coburger Spielaufbau, vieles lief ein bisschen unrund und Dominic Kelm war am Kreis oft abgeschirmt und der Angriff somit einer seiner Toroptionen beraubt.

Nach dem 13:10 (32.) beschwerte sich Jan Gorr völlig zurecht darüber, dass Kelm am Kreis gehalten, geklammert und niedergerungen wird, ehe der Ball zu ihm kam. In dieser Hinsicht konnte sich die Auerbacher Abwehr sehr viel erlauben.

Aus dem erstmaligen Drei-Tore-Rückstand machte der HSC in einem weiter wenig schönen, aber sehr kampfbetonten Spiel ein 13:15 (39.). Vor allem deswegen, weil man jetzt mehr versuchte den Angriffsaufbau spielerisch zu lösen. Von der Dominanz der letzten Saison in Auerbach war der HSC weiter weit entfernt, aber aufgrund der Personalsituation war das auch nichts anders zu erwarten.

Wenigstens behauptete man jetzt seinen knappen Vorsprung, setzte mehr und mehr spielerische Nadelstiche. Des Öfteren war die Auerbacher Abwehr nun den berühmten Tick zu spät.

Entschieden wurde die Partie zwischen der 49. und 53. Minute. Der HSC machte aus einem 16:18 ein 17:21 und profitierte dabei von einer roten Karte gegen den Top-Scorer des SV 08, Mario Schmidtke. Die wird auch zu einer längeren Sperre führen, da die Schiedsrichter im Spielberichtsbogen einen Griff in den Unterleib gegen Hajck Karapetjan vermerkten und einen gesonderten Bericht ankündigten.

Zwar gab sich Auerbach auch nach dem Vier-Tore-Rückstand noch nicht geschlagen, aber routiniert und konzentriert spulte Coburg die Partie herunter.