Die Organisatoren des DAV nutzten das tolle Wetter des letzten Samstags beim diesjährigen offenen Coburger Boulder Cup und bauten die Außenwand des Kletterzentrums fürs Bouldern um. Jeweils einer der vier Finalboulder für Damen und Herren war direkt an dieser Außenwand geschraubt und ein weiterer direkt daneben, vor der großen Schiebetür des Boulderbereichs. So hatten die vielen begeisterten Zuschauer mehr Platz als sonst und freien Blick auf die Athleten. Dazu die beleuchtete Veste im Hintergrund und die Boulderer im Lichtkegel eines Verfolgers - Atmosphäre und Stimmung hätten nicht besser sein können, heißt es in einer Pressemitteilung.

Der gelungene Tag hatte schon früh am Morgen begonnen, mit dem Kids-Cup, der sich weiter steigender Beliebtheit erfreut. 115 Kids waren am Start, etwa die Hälfte davon Gäste. Ganz Bayern war vertreten, sogar ein Mädchen-Team aus München war per Bahn angereist, um sich mit den Freundinnen aus Coburg - man trifft sich ja regelmäßig bei den Bayernwettkämpfen - zu messen.

Die 115 Starter mussten sich zunächst zweieinhalb Stunden lang an elf Hauptrundenbouldern beweisen, die das Coburger Jugendleiterteam an den Vortagen für die Kids kreiert hatte. Die Boulder haben besser gepasst als auf manchem "offiziellen" Wettkampf. Auf jeden Fall gab es nach der Vorrunde eindeutige Ergebnisse und wenig Punktgleichheiten in den sechs Startklassen (Jgd D, C und B - jeweils Mädels und Jungs). Die jeweils sechs Punktbesten zogen in die Jugendfinals ein, die pünktlich um 12.30 Uhr starten konnten. Die drei Finalboulder pro Startklasse durften 30 Minuten lang probiert werden.

Mal vorne, mal nicht

In vier der sechs Finals hatten am Ende die Gäste die Nase vorn. Bei den D-Mädchen ganz knapp Kattharina Plewa aus Erlangen vor Antonia Gückel aus Coburg. Bei den C-Mädchen die ganz starke Johanna Seidel aus München, vor Jetta Hogrebe (Coburg) und Melike Rappmund (München), die gemeinsam Platz 2 belegten. Hier waren die Finalboulder etwas zu leicht geraten, die drei Erstplatzierten konnten alle drei im ersten Versuch klettern und das Vorrundenergebnis musste entscheiden. Bei den B-Mädchen verpasste Kathi Ruckdäschel aus Coburg den Sieg nur um einen Versuch, ganz vorne landete Hannah Sixt aus Freising. Bei den C-Jungen hatte es mit Leopold Gerner nur ein Coburger ins Finale geschafft, er schaffte es aus Treppchen, den Sieg machten allerdings die Jungs aus Erlangen und Bayreuth unter sich aus. Bei den B-Jungen war diesmal zur Freude des Coburger Trainerteams ein Coburger ganz vorn. Salvador Knauer zeigte im Finale drei absolut überzeugende Tops, was keinem weiteren Teilnehmer gelang. Einen weiteren Coburger Sieg gab es bei den D-Jungen. Hier ließ der Favorit Ben Ruckdäschel, der schon in der Vorwoche in Rosenheim bewiesen hatte, dass er in Bayern zu den Stärksten seiner Altersklasse gehört, keine Zweifel aufkommen und kletterte alle drei Finalboulder im ersten Versuch.

Ab 14 Uhr durften dann die knapp über 100 Starter der Erwachsenen bzw. alle ab Jahrgang 2003 ran. 25 Boulderprobleme waren zu lösen und es durften auf dem Laufzettel nicht allzu viele davon fehlen, um am Ende ins Finale der besten Sechs einzuziehen. Der Coburger Boulder Cup soll für alle Boulder-Interessierten etwas bieten, deshalb ist das Schwierigkeitsspektrum in der Hauptrunde breit gefächert, von gemäßigt leicht bis richtig schwer. Der Nachmittag verlief trotz der hohen Teilnehmerzahl sehr harmonisch und relaxt, auch hier hat die Entzerrung in den Außenbereich sehr geholfen. Im Prinzip ist das Coburger Kletterzentrum nämlich nicht für einen derartigen Ansturm ausgelegt.

Hoher Aufwand

Das Organisationsteam des Coburger Alpenvereins betreibt für seinen Boulder Cup hohen Aufwand: Beide Boulderbereiche werden komplett ausgeschraubt, der Kletterbereich wird mit Weichbodenmatten ausgestattet und ebenfalls bis in vier Metern Höhe von allen Griffen befreit. Alle Griffe werden gereinigt und zusätzlich neue Griffe und Wandelemente beschafft. Das Schrauberteam hat dann vier Tage Zeit, um die circa 50 Wettkampfboulder nach einem bis ins Detail ausgetüftelten Plan zu installieren. Zur Unterstützung werden zwei Schrauber-Profis geholt, die sich vorrangig um die richtig schweren Sachen und die Finalboulder der Erwachsenen kümmern.

Wie schon in den letzten Jahren ist es dem Team sehr gut gelungen, spektakuläre und perfekt auf das Starterfeld zugeschnittene Finalboulder zu bauen. Die Finalisten haben für die Finalaufgaben jeweils vier Versuche, die abwechselnd absolviert werden.

Nur einer löst das knifflige Problem

Kein Finalboulder blieb am Ende unbezwungen. Bei den Damen überzeugte Lokalmatadorin Sofie Paulus mit vier Tops im ersten Versuch. Auf den Plätzen zwei und drei folgten mit jeweils drei Tops Julia Schwarz aus Bayreuth und Leonie Muth aus Kempten. Die beiden anderen Coburger Finalistinnen Verena Roos und Alina Reinhart durften nach wirklich tollen Leistungen in der Vorrunde mit den Plätzen fünf und sechs zufrieden sein.

Im Herrenfinale boulderte sich einer der beiden Coburger Finalisten Max Dorscht mit einem souveränen Top in Boulder Nummer eins aufs Treppchen. Urs Leuthäusser verpasste dieses Top knapp und landete am Ende mit drei erreichten Zonen (Zwischenwertung für halben Boulder) auf Platz fünf. Den Sieg machten die beiden Favoriten Maxi Zwicklbauer aus München und Peter Würth aus Erlangen unter sich aus. Bis zum letzten Boulder blieb der Zweikampf hoch spannend. Beide konnten Boulder eins bis drei souverän toppen, Zwicklbauer brauchte dafür zwei Versuche mehr als Würth. In Boulder vier spielte Peter Würth dann seine Weltcuperfahrung voll aus und löste als Einziger dieses wirklich knifflige Problem.

Die zahlreichen Zuschauer im Kletterzentrum waren von beiden Finalrunden begeistert. Es gab viel Lob für die Qualität der Boulder und das Gesamtevent inklusive Pizza-Versorgung und anschließender Party.

Die Organisatoren beim DAV Coburg freuen sich natürlich über den großen Teilnehmerzuspruch und die vielen Gäste. Bouldern boomt. Es bietet, wie kaum ein anderer Sport, die Möglichkeit Kraft, Körperspannung und Beweglichkeit in Kombination zu trainieren, auf einfache und intuitive Weise und dabei sehr spielerisch. Als Hallensport hat das Bouldern vor allem in den größeren Städten und Regionen mit zahlreichen speziell dafür gebauten Boulderhallen dem Klettern mit Seil längst den Rang abgelaufen.

Ergebnisse:

Jugend D männl.:

1. Ben Ruckdäschel, Coburg 2. Lucas Christian Trandafir, Regensburg 3. Jonathan Schellhorn, Coburg 4. Aaron Lenz, Forchheim 5. Kilian Gründler, Erlangen 6.Thorsten Haschke, Erlangen 7. Xaver Prell, Bamberg

Jugend D weibl.:

1. Katharina Plewa, Erlangen 2. Antonia Gückel, Coburg 3. Nora Neumann, Erlangen 4. Ida Bohl, Coburg 5. Mia Fuchs, Erlangen 6.Julian Franke, Bayreuth

Jugend C weibl.:

1. Johanna Seidel, München 2. Kathi Ruckdäschel, Coburg 3. Melike Rappmund, München 4. Milla Janson, Coburg 5. Victoria Bittorf, Erlangen 6. Lina Fürbacher, Schwabach 7. Mia Scheller, Würzburg

Jugend C männl.:

1. Niklas Neumann, Erlangen 2. Hendrik Bittdorf, Erlangen 3. Leopold Gerner, Coburg 4. Frederik Balke, Erlangen 5. Justus Jäger, Erlangen 7. Teodor Franke, Bayreuth

Jugend B weibl.:

1. Hannak Sixt, Freising 2. Kathi Ruckdäschel, Coburg 3. Leonie Muth, Allgäu Kempten 4. Marina Herrmann, München 5. Antonia Müller, Coburg 6. Jasmyn Glover, München

Jugend B männl.:

1. Salvador Knauer, Coburg 2. Kurt Hammer, Erlangen 3. Felix Schmidt, Nürnberg 4. Lukas Nillies, Coburg 5. Nils Lange, Coburg 6. Elias Brettschneider, Coburg

Herren: 1. Peter Würth, Erlangen 2. Maxi Zwicklbauer, München 3. Maximilian Dorscht, Coburg 4. Noah Schreiter, Aschaffenburg 5. Urs Leuthäusser, Coburg 6. Noah Kettner, Bamberg 7. Toni Milicevic, Coburg

Damen: 1. Sofie Paulus, Coburg 2. Julia Schwarz, Bayreuth 3. Leonie Muth, Allgäu Kempten 4. Miriam Appel, Bayreuth 5. Verena Roos, Coburg 6. Alina Reinhart, Coburg