Gelassenheit und Zufriedenheit strahlt Hermann Lankl aus. Er nutzt die Zeit, so wie man Zeit nur nutzen sollte - für die Familie, für Freunde, für sich. Längst hat er sich vom Druck der Alltagsgeschäfte in Ämtern und Ehrenämtern befreit, kann befreit zurückblicken - und nach vorn. Der Weitramsdorfer Altbürgermeister feiert heute seinen 75. Geburtstag.


Mit 18 Jahren zum BGS


In Niederbayern geboren, ging Hermann Lankl mit 18 Jahren zum Bundesgrenzschutz (BGS). Als er nach acht Jahren seinen Dienst beendete, war da gerade eine Beamtenstelle in Weitramsdorf ausgeschrieben. Er packte die Gelegenheit beim Schopf, bewarb sich und arbeitete fortan in der Gemeindeverwaltung. Die war zu dieser Zeit mit Weitramsdorf, Schlettach und Gersbach noch klein.


"Keine Parteimitgliedschaft!"


Damals, in seinen Lehrjahren zum Verwaltungsmann ahnte er freilich noch nicht, dass er auf dem Bürgermeistersessel landen sollte... Als die Gebietsreform Anfang der 70er Jahre Weitramsdorf um Altenhof, Tambach, Hergramsdorf und Neundorf und in der Einwohnerzahl von 1800 auf rund 2600 anwachsen ließ, stand die Wahl eines hauptamtlichen Bürgermeisters an. Die CSU fragte bei Hermann Lankl nach. Doch für ihn stand nur eines fest: "Keine Parteimitgliedschaft!" Er wollte sich den Rücken freihalten und nicht an Parteibeschlüsse gebunden sein. Hermann Lankl trat in der Stichwahl gegen den SPD-Kandidaten Horst Heim an, gewann und wurde der erste hauptamtliche Bürgermeister von Weitramsdorf. 53,5 Prozent der Wählerstimmen bekam er damals und bei den nachfolgenden Wahlen hatte Lankl immer die Nase vorn.


Großer Berg an Aufgaben


"Die Jahre nach der Gebietsreform waren nicht leicht", erinnert sich Lankl heute. Ein Riesenberg an Aufgaben stand an. Richtig Herzblut hat er in den Umbau des Freibads zum Hallenbad gesteckt. "Das", sagt er heute noch mit einem Schmunzeln, " war das Sahnehäubchen". Noch heute denkt er dankbar an den Unternehmer Hilmar Franz, der für dieses Unterfangen mal glatt 250 000 Mark auf den Tisch legte. "Da habe ich noch gedacht, es wäre eine finanziell überschaubare Geschichte", erinnert sich Lankl an jene aufregenden Tage.

Mit Blick aufs Feuerwehrhaus

Am Ende waren es 2,2 Millionen Mark, die der Umbau gekostet hat. Dass das Hallenbad nach seiner Amtszeit geschlossen werden musste, kann der ehemalige Bürgermeister verstehen: "So ein Bad kostet Geld und tut auch dem Haushalt weh." Hermann Lankl hat's wahrscheinlich auch weh getan. Aber wenn er heute über seinen Garten hinaus das moderne Feuerwehrgerätehaus schaut, weiß er auch, dass alles für irgendetwas gut ist.


Dunkler Fleck auf der Weste des Investors


Niederlagen gab es auch. Ein Unternehmer aus dem Fichtelgebirge hatte das Hallenbad übernehmen und ein Spaßbad daraus machen wollen. "Alles war mit Notar und Landratsamt klar, als ein Gemeinderat einen dunklen Fleck auf der Weste des Investors entdeckte und in die Öffentlichkeit rückte. Und fort war er und mit ihm alle Träume von einem Bad", erzählt Lankl. Und die Kommunalpolitik heute? Lankl nennt es für sich ein ungeschriebenes Gesetz, darüber nicht zu diskutieren oder zu werten. "Jede Zeit hat ihre Vor- und ihre Nachteile. "


Lankl liebt das Skifahren


Seit 2002 genießt Hermann Lankl seinen Ruhestand. Er und seine Frau Karin unternehmen viel, fahren auch mal spontan übers Wochenende weg. Hermann Lankl liebt die Wanderungen mit den Freunden, die gewöhnlicher Weise in einem Biergarten enden; er liebt das alpine Skifahren, auch wenn die Abfahrten freilich etwas flacher geworden sind. Und da sind noch die Ausflüge mit den befreundeten Familien einmal im Jahr zu einer Berghütte. Da muss vorher nicht mal telefoniert werden, weil jeder weiß, wann und wo Treffpunkt ist und was jeder mitzubringen hat. Die Lankls haben die Bratwürste im Gepäck.


Stolz ist Hermann Lankl auf seine beiden Töchter Benedicte und Stefanie sowie auf die Enkel Daniel und Alicia und Sabrina. Harmonie gehört für Hermann Lankl zur Lebensqualität. Im Mühlengrund mit den Nachbarn erlebt er diese täglich. Hermann Lankl schlägt Holz im Wald ein, sägt und hackt es für den Kamin im Winter.


Sonntags geht's zum Stammtisch beim "Ernst", wo in munterer Runde geplaudert, erzählt, gewitzelt und diskutiert wird. Dankbar ist Hermann Lankl - dafür, dass er noch bei guter Gesundheit ist. Und er hofft noch auf ein paar schöne Jahre mit seiner Karin. Das werden ihm heute auch die Gratulanten wünschen. Hermann Lankl freut sich über und auf jeden, der zum 75. Geburtstag seine Lebensfreude mit ihm teilt.