Kai-Uwe ist kein Kerl, Kai-Uwe ist ein Pfundskerl. Das liebenswerte Kerlchen klebt Sophie Steiner aus Rödental förmlich am Bein. Er ist genau das, was Sophie in ihrer Lebenssituation braucht. Denn die Sophie muss ihr Leben im Rollstuhl meistern, und Kai-Uwe hilft ihr dabei. Er wäre eine Seele von Mensch, wäre er nicht ein Hund! Gerade das macht ihn für die 35-Jährige so wertvoll.

Nach dem Abitur brach Sophies Welt zusammen. Ein plötzlicher Herzstillstand veränderte ihr junges Leben. Sophie fiel in ein wochenlanges Koma. Sie überlebte. Dank medizinischer Hilfe ging das Leben für die junge Frau weiter, aber es fing wieder bei Null an.Monatelang brauchte Sophie intensivste Pflege und Betreuung. Sie musste wieder sprechen lernen, sie musste lernen, ihren Körper wieder zu mobilisieren. Noch vor gut einem Jahr drückten diese jahrelangen Strapazen auf Sophies Seele, bis das "Wunderheilmittel" als Welpe Kai-Uwe bei ihr in der hübsch eingerichteten, behindertengerechten Zweizimmerwohnung in Rödental einzog. Das Leben mit Kai-Uwe verzauberte schlagartig Sophies Alltag. Die Zweisamkeit macht Sophie eigenständig und ist darüber hinaus viel Freude und Spaß für beide. Das pfiffige Kerlchen sorgt für einen zugleich spannenden und entspannten Tagesablauf. Sophies Freund Swen ist dabei auch immer willkommen. Er übernimmt das Gassigehen mit Kai-Uwe - muss schließlich sein ...


Langschläfer Kai-Uwe

Sophie hat ihre kleine Welt für sich mit Kai-Uwe neu geordnet. Arztbesuche, Physiotherapie, Betreuung und Hilfe annehmen müssen gehören nach wie vor zu ihrem Alltag. Doch der Hund ist Sophies pures Lebenselixier und ihr Seelentröster. Um sechs Uhr morgens heißt es aufstehen, denn der Pflegedienst kommt. Um diese Uhrzeit hält sich der Hund noch fein raus. "Kai-Uwe ist ein Langschläfer. Der schnarcht dann noch, was das Zeug hält", erzählt Sophie. So beginnt sie den Tag meistens mit einem herzhaften Schmunzeln beim Blick auf ihren Kai-Uwe. "Aber manchmal kann er auch eine richtige Nervensäge sein. Dann schleppt er gleich sein Spielzeug an und will spielen. Und wenn man nicht reagiert, wird er aufdringlich und stupst und stupst mit seiner Nase."

Kai-Uwe ist ein Therapiehund. Der Vierbeiner wird zum Assistenzhund ausgebildet. Er hilft Sophie bei den täglichen Handgriffen. Eine unbezahlbare Leistung! Seine zweijährige Ausbildung kostet Geld, das von der Krankenkasse nicht gezahlt wird. Der Verein "Der Bringt's" sprang ein. Der zwei Jahre alte Old-English-Bulldog- Rüde wird von Hundetrainerin Edith Blechschmidt zum Rollstuhlbegleithund geschult. Blechschmidt arbeitet im Auftrag des gemeinnützigen Vereins "Der Bringt's", dessen Vereinsziel die Finanzierung der Ausbildung von Assistenzhunden für körperlich gehandicapte
Menschen ist.


Eingespieltes Team

Kai-Uwe ist dank seiner Gutmütig- und Gelehrigkeit ein wahrer Musterschüler, der wie ein Luchs aufpasst. Beide sind ein eingespieltes Team. Er öffnet und schließt Türen und Schubladen, was Sophie den Alltag enorm erleichtert. Will sie mit dem Rollstuhl ins Badezimmer, schnappt sich ihr "Kavalier alter Schule" die baumelnde Strippe an der Tür und öffnet. Möchte Sophie zum Kühlschrank, ist Kai-Uwe bereits zur Stelle und öffnet auch diese Tür. "Kai-Uwe ist ein kleines, gewieftes Schlitzohr", sagt Sophie. Sie muss oft herzhaft schmunzeln, wenn er um sie herumscharwenzelt. "Er hat sehr schnell begriffen, dass seine Arbeit fürstlich belohnt wird. So was lässt der sich nicht entgehen." Mit bestimmten Leckerlis hat Sophie voll seinen Geschmacksnerv getroffen: Sprotten! Wenn sich Sophie rührt, spitzt Kai-Uwe schon seine Hundeohren oder schleppt die Kuscheldecke zu Frauchens Füßen. Auch das gehört zu seinem Service fürs Frauchen, wie auch Socken an- und ausziehen oder einfach mal den Rollstuhl ziehen.


Krankenkassen reagieren unterschiedlich

Hundetrainerin Edith Blechschmidt braucht dem nichts mehr hinzuzufügen. Ihr "Schüler" Kai-Uwe brilliert mit Glanzleistungen. Blechschmidt brachte an diesem Tag Besuch mit, Achim Kraft aus Frankfurt. Krafts nächster Blindenhund wird ebenfalls von Blechschmidt ausgebildet. "Mir ist es
wichtig, dass sich Betroffene auch untereinander kennenlernen, so weit möglich, um auch gegenseitig zu wissen, ich bin nicht alleine. Denn in so einer Situation haben Betroffene einfach oft dieses Gefühl." Die Ausbildung eines Blindenhundes übernimmt Krafts Krankenkasse. Warum Krankenkassen die Ausbildung von Assistenzhunden nicht übernehmen, konnte Kraft nicht nachvollziehen. Immerhin schenkt Kai-Uwe als Rollstuhlbegleithund Sophie viel Selbstständigkeit.

Noch ein Jahr wird Hundetrainerin Edith Blechschmidt mit ihm arbeiten. Kai-Uwe wird tüchtig mitmachen, denn seine Sophie braucht seine Hilfe. Die liebevolle Zuneigung von Kai-Uwe ist Sophie sicher, auch seine Begleitung im Alltag, beim Englisch- oder Sportkurs oder beim therapeutischen Reiten. Alles kostet Sophie viel Kraft, mit Kai-Uwe ist alles zu schaffen. Und unter www.der-bringts-ev.de kann man Sophie und Kai-Uwe auch in einem kurzen Filmbeitrag erleben.


Wer will helfen?

Der junge Verein "Der Bringt's" unterstützt die Ausbildung von Hund Kai-Uwe für Sophie und ihre Familie. Wer mithelfen möchte: Für Spenden wurde ein Konto bei der Sparkasse Hochfranken eingerichtet.
Kontakt: "Der Bringt's" Assistenzhunde e.V.; IBAN: DE 93 7805 0000 0222 1956 53