Wohin bürgerliches Engagement führen kann wurde jüngst in Heldritt eindrucksvoll dokumentiert. Im Rahmen der Spielplatzoffensive der Stadt Bad Rodach wurde auch die Situation in Heldritt gemeinsam mit der Bevölkerung mehreren Terminen vor Ort erörtert. Herausgekommen ist, dass der Spielplatz im Lempertshäuser Weg erneuert und der Heinz-Morgenroth-Platz mit zusätzlichen Spielgeräten an Attraktivität gewinnen soll.

Schon bei den ersten Besprechungen machte Bürgermeister Tobias Ehrlicher deutlich, dass eine Umsetzung nur möglich sei, wenn die Bürger ihren Teil in Form von Arbeitsleistung dazu beitrügen. Etwas "mulmig" sei ihm schon gewesen, als die Stadt die Bevölkerung angeschrieben und "sanft" auf die Möglichkeit hingewiesen hat, sich hier einzubringen. Die positive Resonanz überraschte Bürgermeister Ehrlicher am Ende doch. Viele Bürger spuckten in die Hände und schufen für die jüngsten Bewohner Spielplätze zum Wohlfühlen.


In nur sechs Wochen entstanden

Anlässlich der offiziellen Freigabe sprach Tobias Ehrlicher von einem "Super-Ergebnis", auch angesichts der Tatsache, dass alles in nur sechs Wochen entstand. Tobias Ehrlicher: "Die Hellerter haben sich ins Zeug gelegt." Ohne die Leistung der anderen schmälern zu wollen, hob der Bürgermeister besonders das Engagement von Johann und Norbert Jugenheimer sowie Jan Müller hervor, die sich besonders intensiv mit der Thematik beschäftigten. Wie sehr sich die Bürger mit der Spielplatzinitiative identifizierten, war auch an den extra angefertigten grünen T-Shirts zu sehen, auf denen in großen Lettern zu lesen war, dass der Träger mit angepackt hat. Stadtrat Matthias Thumser betonte, dass die Aktion die Menschen zusammengeschweißt habe. Er bat darum, dass die Bürger ein Auge auf die Spielplätze haben und Personen ansprechen sollten, die hier offensichtlich nicht hingehören.

Tobias Ehrlicher ergänzte, dass das Sonnensegel über dem Sandkasten vor allem die Aufgabe habe,
die Fläche vor Katzenkot zu sichern. "Er bat die Heldritter deshalb darum, darauf zu achten, dass der Schattenspender auf dem Sandkasten aufliegt, wenn keine Kinder dort spielen. Die Stadt Bad Rodach habe an Spielgeräten rund 18 000 Euro und an sonstigem Material etwa 7000 Euro investiert. Auch bei den Anschaffungen wurde die Kurstadt nicht allein gelassen. Die Interessengemeinschaft Heldritt stellte der Stadt 2050 Euro für die Anschaffung einer Nestschaukel zur Verfügung. "Dass jetzt daraus
eine Nest- und eine Doppelschaukel wurde, ist umso erfreulicher", meinte Tobias Ehrlicher.


Es war wie ein Fest

Damit die offizielle Eröffnung nicht zur trockenen Angelegenheit wurde, sorgte Stadtrat Michael Pertsch für Getränke, der SPD-Ortsverein steuerte Bratwürste dazu, so dass die Freigabe sich zu einem fröhlichen Fest entwickelte.