Donnerstag, 10.45 Uhr, in Heldritt: Aus einem Haus in der Ortsmitte steigt Rauch auf. Eine aufmerksame Nachbarin beobachtet das Ganze und ruft umgehend die Feuerwehr. Doch für den 59-jährigen Eigentümer des Hauses kommt jede Hilfe zu spät. Er hatte sich im Erdgeschoss des Hauses aufgehalten und in den Flammen bereits sein Leben gelassen.



Auch eine Stunde später quillt noch dichter Rauch aus allen Fenstern des Hauses, die Straße riecht nach verbranntem Holz. Die angerückte Feuerwehr schlägt die Scheiben ein und versucht das Feuer so schnell wie möglich unter Kontrolle zu bekommen. Ein Kran ist im Einsatz, damit die Helfer die Übersicht behalten. Insgesamt 75 Feuerwehrleute aus Heldritt, Bad Rodach, Meeder, Großwalbur und Elsa geben ihr bestes, um den Brand einzudämmen. Zudem noch 32 Einsatzkräfte des Rettungsdienstes. Die Straße ist voll mit Einsatzwagen, die Ortsdurchfahrt ist gesperrt, damit die Fahrzeuge der Helfer ungehindert einfahren können. Notfallseelsorger kümmern sich um den Bruder des Opfers, der inzwischen zum Unglücksort geeilt war.

Akute Einsturzgefahr
Die Dachbalken des Hauses haben Feuer gefangen, alles droht einzustürzen. Jetzt gilt es, die Konstruktion abzusichern, um der Kripo ihre Arbeit zu ermöglichen, wie Ulrich Bosecker, Dienstellenleiter der Bad Rodacher Polizei, erklärt. Das THW ist mit zehn Einsatzkräften angerückt, um sich dieser Aufgabe zu stellen.

Nach einiger Zeit werden die ersten Spritzenwagen abgezogen, die Feuerwehrleute setzen den Löschvorgang im Haus fort. Selbst nach mehreren Stunden lodern die Flammen immer wieder auf. Dann tragen drei der Rettungskräfte eine blaue Plastiktüte aus dem Haus. Erst auf den zweiten Blick wird klar, was die Helfer da geborgen haben: die verkohlte Leiche des Hundes, der mit seinem Herrchen in den Flammen gestorben ist.

Das 59-jährige Opfer stammte aus Heldritt. Er war lange Zeit beruflich unterwegs und kehrte erst vor einigen Jahren wieder zurück und bezog das alte Haus. Er lebte dort sehr zurückgezogen. Die Brandursache ist noch unklar. Es wird spekuliert, dass der Ofen vielleicht nicht richtig funktioniert hat. Insgesamt entsteht an dem Haus in der Straße "Zur Schwaige" ein Schaden von 120.000 Euro. Die Ermittlungen der Brandfahnder der Kriminalpolizei Coburg dauern an.

Für die Kinder des Heldritter Kindergartens, der direkt neben der Brandstelle liegt, brachte das Feuer einen großen Schreck. Sie wurden aus Sicherheitsgründen evakuiert und im Gemeindehaus untergebracht.