Eine Möglichkeit, 150 Stellplätze zu schaffen, sah die Klappan Gruppe, der das Hofbräugelände gehört, im Hofbräugrund, oberhalb des Campusgeländes. Doch der Bau- und Umweltsenat der Stadt Coburg lehnte die dafür nötige Änderung des Flächennutzungsplanes am Mittwoch rundheraus ab: Der Hofbräugrund soll nicht angetastet werden.

Wohin mit den Autos?

Seit über einem Jahrzehnt wird auf dem Hofbräu-Areal geplant, entwickelt, gebaut. Doch eine Frage konnte bis heute nicht zufriedenstellend beantwortet werden: Wohin mit den vielen Autos der Beschäftigten und der Studenten? Es gibt Schlüsselzahlen, wie viele Parkplätze dort nachzuweisen sind und bisher gelang dies auch immer - irgendwie. Anfangs gab es einen Parkplatz direkt hinter dem Hofbrauhaus. Dann wurde dort das neue Campusgebäude gebaut und die Parkplätze wanderten in Richtung Berghallen. Nun entsteht dort aber das neue Studentenwohnheim und wieder sind die Parkplätze im Weg.

In den ersten Entwürfen für das neue Wohnheim war eine zweigeschossige Tiefgarage vorgesehen. Doch als dem Bausenat die Pläne im November präsentiert wurden, war plötzlich nur noch von einem Parkdeck mit 21 Stellplätzen die Rede. Die Argumentation von Klappan-Mitarbeiter Matthias Gutgesell, zwei Decks wären zu teuer gekommen, stieß schon damals auf wenig Verständnis bei den Senatsmitgliedern. Geschäftsführer Peter Klappan zitierte am Mittwoch noch einmal die oberste Baubehörde, die angesichts der ersten Entwürfe befürchtet hatte, "das wäre die teuerste Tiefgarage, die wir je für studentisches Wohnen gebaut haben".

"Grünkulisse erhalten"

Mit dem Hofbräugrund glaubten Klappan und der Bamberger Planer, Leonhard Valier (Büro für Städtebau und Bauleitplanung), die Lösung gefunden zu haben: 150 Parkplätze, asphaltiert und das Drumherum dicht bepflanzt, fasste Valier zusammen. Dritter Bürgermeister Hans-Heinrich Ulmann (CSB), der im Übrigen als Einziger für den Valier-Entwurf stimmte, warb noch damit, dass bei dieser Variante die "Grünkulisse an den Berghallen" erhalten bleibe und man den Hofbräugrund "später als geschützten Landschaftsteil" ausweisen könne. Doch das ging den übrigen Senatsmitgliedern - quer durch alle Parteien - längst nicht weit genug.
Petra Schneider (SPD) nannte es leichtgläubig, anzunehmen, dass dann auf dem Campus nicht mehr geparkt werde. Außerdem müsse man durchs ganze Gelände fahren, um zum Parkplatz zu kommen. Von "städtebaulicher Aufenthaltsqualität" zwischen den Gebäuden könne dann keine Rede mehr sein. Außerdem, so Schneider: "Wie schnell ist aus einem Parkplatz ein mehrgeschossiges Parkdeck gemacht?"
Wolfgang Weiß (Die Grünen) schloss sich Schneider an. Er erinnerte daran, dass sich die Coburger 1998 per Bürgerbegehren gegen die Bebauung des Hofbräugrundes ausgesprochen hatten. Er verwies auf das Parkhaus, das die SÜC in der Uferstraße bauen will. "Suchen Sie das Gespräch mit Geschäftsführer Götz-Ulrich Luttenberger", riet er Klappan. Außerdem, so Weiß, gebe es Alternativen zum Hofbräugrund: "Dann müssen Sie halt Geld in die Hand nehmen!"