Einen Verkehrslandeplatz möchte keiner vor seiner Haustüre haben. So ist es auch in Großheirath, wo man mit Sorge beobachtet, dass möglicherweise Planungen im Verborgenen weitergehen zu einem Landeplatz bei Gossenberg. Der Gemeinderat setzte jedenfalls mit einem Beschluss ein klares Signal, dass er jegliche Planung dazu ablehnt.

Die Gemeinderäte machten sich intensiv Gedanken, ob es Alternativen zu dem Standort bei Neida gebe und welche Gesichtspunkte für oder gegen Gossenberg sprechen könnten. Aus Gründen des Naturschutzes sieht man eher schlechte Argumente gegen Gossenberg, ebenso sieht man große Erdbewegungen bei der Bauausführung nicht als Hindernis. Die Frage stand im Raum, ab welchem Planungsstadium man in Gossenberg überrumpelt werden könnte.

Gemeinderat Gerhard Ehrlich (CSU/Bürgerblock) führte an, das Steinrücken mit etwas gutem Willen durchaus ertüchtigt werden könne. Man wolle sich im Gremium nicht das Sankt-Florians-Prinzip nachsagen lassen und sah auch durchaus berechtigte Belange der hiesigen Wirtschaft. Letztendlich stimmten die Räte gegen den Flugplatz.

Mit dem Rechenschaftsbericht zum Haushaltsjahr 2016 stellte Kämmerer Lothar Hümmer ein sehr umfangreiches Zahlenwerk vor. Der Verwaltungshaushalt schließt mit Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 4.284.713 Euro ab und der Vermögenshaushalt umfasst 5.272.228 Euro. Den zahlreichen Einzelposten, die der Kämmerer detailliert schilderte, war zu entnehmen, das sich die Einnahmen und Ausgaben sehr nahe an den Haushaltsansätzen bewegten und es somit keine großen Abweichungen gab. Für Investitionen und Investitionsfördermaßnahmen gab die Gemeinde Gelder in Höhe von 2.653.977 Euro aus. Die Finanzierung der Gesamtausgaben des Vermögenshaushaltes erfolgte im wesentlichen aus Zuführung vom Verwaltungshaushalt (739.764 Euro) und Rücklagenentnahme (2.228.284 Euro). Dank konsequenter Kassenführung blieben die Einnahmereste im Verwaltungshaushalt mit 22.626 Euro sehr niedrig, das sind gerade mal 0,53 Prozent. Es gab nur einige wenige Haushaltsüberschreitungen, die alle nachträglich vom Gremium genehmigt wurden. Weiterhin ist Großheirath schuldenfrei, während die Verschuldung im Landesdurchschnitt bei 679 Euro pro Einwohner liegt (Jahr 2014).
Zusammenfassend stellte der Kämmerer fest, dass sich die Gewerbesteuereinnahmen positiv entwickelten. Der Haushaltsansatz in Höhe von 500.000 Euro sei übertroffen worden, ebenso liege der Anteil an der Einkommensteuerbeteiligung mit 43.667 Euro über dem Ansatz. "Positiv muss herausgestellt werden, dass die Gemeinde schuldenfrei ist und der Baulandverkauf hervorragend gelaufen ist. Zum 31.12.2016 saß die Gemeinde auf einem Rücklagenbestand in Höhe von 2.820.128 Euro", sagte der Kämmerer.

Die Feuerwehr wird für Kinder und Jugendliche geöffnet. Das Bayerische Feuerwehrgesetz wurde dahingehend geändert, dass nun auch Kindergruppen ab dem 6. Lebensjahr gebildet werden können. Somit können schon bestehende Kindergruppen den Feuerwehrvereinen angegliedert werden und sich dort unfallversichert. Wie Bürgermeister Udo Siegel (CSU/Bürgerblock) sagte, könne es damit erleichtert werden, den Wehren frühzeitig Nachwuchs zukommen zu lassen. Bei Einsätzen im Ernstfall gälten natürlich weiterhin die bestehenden Altersbeschränkungen.

Der Entwurf des Feuerwehrbedarfsplanes, den der Gemeinderat bereits gebilligt hat, ging auch beim Kreisbrandrat ohne Änderungen durch und kann nun endgültig beschlossen werden.

Die Firma Südwerk Projektgesellschaft GmbH plant die Errichtung und den Betrieb einer Photovoltaikanlage auf dem derzeit landwirtschaftlich genutzten Grundstück Flur Nr. 314 Gemarkung Großheirath. Das Grundstück befindet sich im Außenbereich in der Nähe des ICE-Tunnels. Der Gemeinderat versagte seine Zustimmung, auch wenn das Grundstück nicht einsehbar ist, da es an keiner Infrastruktur-Einrichtung wie Straße oder Bahn liegt und man in einem vergleichbaren Fall ebenfalls nicht zugestimmt hat.

Eine Änderung im Bebauungsplan "Kehrlesgasse" in Neuses wurde abgesegnet. Es betrifft die Begrünung der Baugrenze. Für die Sicherheit der informationstechnischen Systeme müssen die Gemeinden etwas tun. Nach bayerischem Gesetz müssen angemessene technische und organisatorische Maßnahmen zum Datenschutz getroffen werden. Der Bürgermeister wurde daher beauftragt, nach dem sinnvollsten und wirtschaftlichsten Verfahren zu suchen.

Folgende Baugesuche lagen vor: Annette Stößlein und Bertram Welz-Stößlein, Errichtung eines Einfamilienwohnhauses mit Garagenanbau in Großheirath. Sarah und Stephan Röll, Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit zwei Pkw-Stellplätzen in Großheirath. Manuel Pätzold, Errichtung eines Einfamilienwohnhauses mit Carport in Großheirath. Klaus Scheler, Neubau eines Holzlagers und einer Schiebetüre an den bestehenden Geräteraum in Watzendorf. Isabell Hauck, Anbau einer Werkstatt an das noch zu errichtende Bürogebäude in Neuses. Daniela und Andreas Tesar, Errichtung einer Gartenhütte in Großheirath.