"Das ist das Highlight des Jahres!" erklären Pierre und Nelly. Bässe bringen den Asphalt auf dem ehemaligen BGS-Gelände in Coburg zum Beben, Lichter blitzen durch die Menge, künstlicher Nebel steigt auf. Es wird gepfiffen, getanzt geschrien und geklatscht.

Dann setzt die Musik kurz aus und als sie wieder einsetzt, explodiert die Bühne in einer Vielzahl von Lichtern; der eigene Körper wird wieder von den Bässen durchgeschüttelt.

Wer am Samstag auf dem ehemaligen BGS-Gelände war, kann sich vermutlich an diese und ähnliche Szenen erinnern. Zum zweiten Mal hat der Verein CrossArt unter dem Titel "Come together open air" ein Technofestival in Coburg veranstaltet. Künstler aus der Vestestadt, aber auch aus ganz Deutschland standen von mittags an bis 23 Uhr auf zwei verschiedenen Bühnen und an den Mischpulten. Sie alle waren der Einladung von Martin Michel und Kai Reißenweber gefolgt. Die beiden Künstler aus Coburg waren seit Anfang des Jahres mit der Planung beschäftigt.

Auch den in der Szene international bekannten Andreas Henneberg aus Berlin haben sie nach Coburg geholt. "Die Anfrage an Andreas war ursprünglich eigentlich nur ein Spaß", erklärt Michel. Doch dann habe man sich gut verstanden und schließlich gehe es hier auch um eine Premiere. "Andreas war ja noch nie in Coburg, da musste das schon mal sein", sagt Michel.

Rund 1000 Besucher

Beiden sieht man die Anstrengungen der Organisation an. Das dicke Ende kommt bekanntlich zum Schluss. "In der letzten Woche waren wir jeden Tag 12 Stunden beschäftigt", erzählt Michel, "gestern ging es bis vier Uhr morgens, aber es hat sich gelohnt." Das sahen auch andere so.

Knapp 50 Fans, Musiker und Vereinsmitglieder halfen am Einlass, verkauften Essen und Getränke, schossen Fotos und sorgten dafür, dass sich die rund 1000 Besucher wohlfühlten und friedlich miteinander tanzen konnten. Sie alle arbeiteten ehrenamtlich. Der ganze Gewinn geht in die Modernisierung des Brandschutzes in den ehemaligen BGS-Kasernen. "Wir können unsre Studios und Proberäume zur Zeit nicht nutzen. Das ist ein echtes Problem", erklärt Kai Reißenweber.

Aber nicht an diesem Abend. Es herrscht gute Stimmung, die Besucher sind meist unter 30, haben aber sonst nicht so viel gemeinsam. "Ich bin einfach mal mit meinen Freunden mitgekommen, ich finde Techno ein bisschen langweilig, zu wenig Abwechslung", erklärt Robin aus Sonneberg. Natürlich sei sie letztes Jahr dabei gewesen, sagt Nancy: "Aber diese Jahr haben sie nochmal ordentlich nachgelegt." Yousef findet: "Solche Feste sollte es öfter geben. Mich beruhigt die Musik von meinem stressigen Alltag."

Jarno bringt es auf den Punkt: "Techno ist Toleranz. Durch Festivals wie heute hat man einen Ort, der diese Kultur pflegt. Egal woher du kommst oder hinwillst, die Menschen hier lassen dich so leben wie du möchtest."