"Es gibt immer noch Eltern, die uns nicht kennen", sagt Uwe Rendigs, Vorsitzender der Coburger Stiftung für krebskranke Kinder. Dabei betreuen er und seine Mitstreiter inzwischen Kinder und Familien über Coburg hinaus auch in den Landkreisen Sonneberg, Hildburghausen, Lichtenfels und Haßberge - alles ehrenamtlich. "Und unsere Arbeit wird umso wichtiger, je mehr der Staat sich zurückzieht und je weniger Kosten die Krankenkassen übernehmen." Zurzeit kümmert sich die Stiftung um 30 Kinder und Familien.

Wie diese direkte Unterstützung aussehen kann, erläutert Uwe Rendigs an einem Beispiel: "Die Mutter eines zwölfjährigen an Krebs erkrankten Jungen bleibt im Krankenhaus bei ihrem Kind. Das heißt, sie muss ihren Beruf aufgeben." In solchen Fällen vermittle die Stiftung die Betroffenen an weitere Institutionen, die weiterhelfen können. "Wir sprechen auch mit den Mitarbeitern in Ämtern und Behörden", erläutert Uwe Rendigs. Er habe es sogar schon erlebt, dass ein Vater entlassen wurde, weil er mehr für sein Kind da sein wollte. "Wir haben uns um eine neue Arbeitsstelle gekümmert."

Mutmachergeschichten

Eine erfreuliche Geschichte ist die von Alina. Dem Mädchen musste ein Bein amputiert werden, weil sie Knochenkrebs hatte. Sie habe vor einiger Zeit mit dem Dressurreiten begonnen, sei dabei sehr erfolgreich und wolle an den Paralympics 2016 in Rio de Janeiro teilnehmen. "Zurzeit suchen wir ein Pferd für sie." Ein Erfolg liegt dem Stiftungsvorsitzenden besonders am Herzen. "Alina ist sehr ehrgeizig."

Erst kürzlich hat Uwe Rendigs von einem Kind mit Leuk ämie erfahren. Es galt als geheilt, jetzt aber ist bei ihm Hautkrebs festgestellt worden. "Die Eltern haben sich noch nicht an uns gewandt. Aber wir können nur helfen, wenn wir darum gebeten werden", sagt der Vorsitzende und verweist darauf, dass auch Familienangehörige und Nachbarn keine Scheu haben sollten, um Unterstützung zu bitten. "Es geht doch um die Kinder." Und weil wegen der Krankheit die Schulbildung zeitweise zu kurz kommen kann, kümmert sich die Stiftung darum ebenfalls. "Wir verhandeln mit Schulämtern, damit die Kinder Privatunterricht bekommen." Ein Mädchen aus Sonneberg zum Beispiel habe zurzeit vier Privatlehrer.

Geschwister nicht vergessen

Doch nicht nur die erkrankten Kinder stehen im Fokus der Stiftung, sondern auch deren Geschwister. "Die fühlen sich oft vernachlässigt, weil sich natürlich vieles um die hilfsbedürftige Schwester oder den Bruder dreht." Dafür arbeitet bei der Stiftung eine Heilerzieherin mit. "Wir laden die Kinder zusammen mit ihren Eltern und Geschwistern zu Festen und ins Theater ein. Für die Väter und Mütter gibt es Veranstaltungen, damit sie auch mal abschalten können."

Zu Ärzten, Kliniken, Sozialstationen besteht ein ständiger Kontakt - vor allem auch wegen der Früherkennung, die die Heilungschancen verbessert. "Wir vermitteln Kuren und Freizeitmaßnahmen und helfen bei der Finanzierung", erläutert Uwe Rendigs. Außerdem fördert die Stiftung Forschungsprojekte, den Aufbau einer Knochenmarkspenderdatei und die ärztliche Fortbildung im onkologischen Bereich. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Stiftung für krebskranke Kinder zu unterstützen. Da ist zum einen die Spende - die ist bekannt und wird als Hilfsangebot gern genutzt. Fast noch lieber ist den Vorstandsmitgliedern aber die Zustiftung.

"Die kann im Gegensatz zur Spende, die für einzelne Projekte verwendet werden muss, dem Stiftungskapital zufließen", erläutert der Vorsitzende. Ein möglichst hohes Eigenkapital mache unabhängig von Spenden, erläutert der Vorsitzende.
Noch etwas anderes liegt ihm am Herzen. "Für die Knochenmarkspenderdatei suchen wir dringend türkische Spender für türkische krebskranke Kinder." Denn Menschen aus diesem Kulturkreis unterschieden sich gentechnisch von Deutschen. Schon im vergangenen Jahr habe er bei einer türkischen Gemeinde in Coburg vorgesprochen, bisher aber noch nicht recht weitergekommen. "Es gibt dort nur wenige Typisierungen - vor allem aus religiösen Gründen.

Damit Hilfe ankommt

Zahlen
Jährlich erkranken in Deutschland rund 2000 Kinder an Krebs. Acht von zehn können geheilt werden - durch Früherkennung und auch durch die Hilfe von Vereinen und Organisationen wie der Stiftung für krebskranke Kinder in Coburg.

Kontakt Der Stiftungsvorsitzende Uwe Rendigs ist unter Telefon 09561/630760 oder E-Mail uwe.rendigs@gmx.de erreichbar.

Spenden Wer helfen will kann seine Spende, auch gern als Zustiftung deklariert, auf das Konto 92011519, BLZ 78350000 bei der Sparkasse Coburg-Lichtenfels überweisen.