Die Telefone von Heike Byczok und Roland Eibl klingelten in den letzten Tagen besonders häufig. Der Grund: Durch ein Missverständnis war bei ein paar Schülern der Scheuerfelder Grundschule der Eindruck entstanden, ihre Schule werde bald geschlossen. Das jagte ihnen einen riesigen Schreck ein, und so verbreitete sich die Nachricht wie ein Lauffeuer - und erreichte natürlich auch die Eltern, die sich sorgenvoll an die Zweite Vorsitzende des Bürgervereins Scheuerfeld und an den Ortssprecher des Stadtteils wandten. Bei der Hauptversammlung des Bürgervereins wollten die beiden jetzt Klarheit schaffen.

"Schon im Jahr 2011 tauchten erste Überlegungen zum Fortbestand unserer Schule auf", erklärte Roland Eibl. Da die Schülerzahl massiv zurückgegangen sei, habe man überlegt, die Klassen der Scheuerfelder Schule mit denen der Melchior-Franck-Schule zusammenzulegen. "Das lag nahe, denn unsere Schule ist eine Filialschule der Melchior-Franck-Schule, das heißt, dass Leitung und Verwaltung unserer Schule bei der Melchior-Franck-Schule liegen", sagt er. Damals habe man alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Scheuerfelder Schule zu erhalten. "Die Rettung der Schule war schlussendlich die Vereinigung von erster und zweiter Klasse zur Kombiklasse", erzählte Roland Eibl.

Danach sei die Diskussion eingeschlafen - und bisher sei es auch nicht nötig gewesen, sie wieder anzuheizen. Doch die Situation habe sich geändert. "Nun gehen wieder sehr viele Schüler auf unsere Schule. So viele, dass für die Mittagsbetreuung der Kinder der Platz fehlt", erklärte er.

Die Mittagsbetreuung startete in Scheuerfeld mit etwa zwölf bis 15 Kindern, steigerte sich aber rasch auf 25 Kinder und erreichte im letzten Jahr mit 40 teilnehmenden Schülern ihr bisheriges Maximum. Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl sei man deshalb ins Haus der Jugend ausgewichen. Das kann aber nicht die endgültige Lösung sein, denn zeitlich kollidiert die Mittagsbetreuung mit anderen Veranstaltungen im Haus der Jugend. Und falls sich im kommenden Schuljahr mehr als 40 Schüler für die Mittagsbetreuung anmelden, so reicht auch dort der Platz nicht mehr aus.

Deshalb ist im Sommer letzten Jahres die Idee entstanden, die Scheuerfelder Schule so auszubauen, damit die Mittagsbetreuung dort stattfinden kann. Im Zuge dessen soll die Schule auch saniert werden. Roland Eibl hat auch einen entsprechenden Stadtratsantrag gestellt. Von den Mitgliedern des Bürgervereins wollte er nun bei der Hauptversammlung wissen, ob dieser Antrag weiter verfolgt und unterstützt werden soll.

Von den Mitgliedern bekam Eibl ein durchweg positives Feedback: Die Eltern im Plenum lobten die familiäre und entspannte Atmosphäre auf der Scheuerfelder Schule und den starken Zusammenhalt von Grundschule und Kindergarten in Scheuerfeld. Andere betonten vor allem die wirtschaftliche Relevanz der Schule. Denn die Schule locke speziell junge Familien in den stetig wachsenden Stadtteil.
Auch Stadtrat Maximilian Forkel (CSU/JC) sprach sich für den Erhalt der Schule aus: "Betrachtet man die Prognosen, wie sich die Zahl der Einschulungen in den nächsten Jahren entwickelt, wird die Wichtigkeit der Scheuerfelder Schule überdeutlich."

Überdeutlich war auch das Ergebnis der Abstimmung über die Weiterverfolgung des Eibl-Antrags: Die Mitglieder beschlossen einstimmig, weiter für ihre Schule kämpfen zu wollen.

Wann die Bemühungen des Bürgervereins Früchte tragen wird, könne Roland Eibl noch nicht sagen. Als Ortssprecher wisse er aber: "Die Diskussion ist schon im vollen Gange, aber noch nicht so weit ausgereift, dass finale Ergebnisse feststehen." Das Resultat der Abstimmung freue ihn aber sehr. "Das sendet vor allen Dingen ein Zeichen: Dass wir die Schließung der Schule nicht einfach hinnehmen würden!"

In einem Gespräch mit dem Tageblatt hatte Schulamtsleiter Uwe Dörfer in der vergangenen Woche aber ohnehin beteuert, das aktuell nicht an eine Schließung der Schule gedacht werde. Demnach laufen auch bereits die Planungen für die Kombiklasse im nächsten Schuljahr.

Bei der Versammlung wurde aber nicht nur über den Erhalt der Schule diskutiert. Bei den Neuwahlen änderte sich die Führungsspitze des Vereins. Da sich der bisherige Vorsitzende Jens Beugnies aus privaten und beruflichen Gründen nicht mehr zur Wiederwahl aufstellen ließ, übernimmt von nun an die bisherige Zweite Vorsitzende Heike Byczok den Vorsitz des Vereins. Ihre beiden Stellvertreter sind nun Roland Eibl und Winfried Löffler.

Für langjährige Mitgliedschaft wurden geehrt:

25 Jahre: Harald Bätz, Horst Hereth, Klaus Klatt Heidi Kunz, Edith Leib, Bernd Löhnert, Hermann Müller, Susanne Reich, Ulrike Scholz, Lothar Stelzner, Herbert Welsch Siegfried Wittmann, Günter Wolf, Heinz Zipfel

40 Jahre: Hartmut Forkel, Alfred Rudolph, Gerhard Schmidt, Heinz Schuster.