Greta, Leopold und und Jonathan blasen angestrengt durch die Trinkröhrchen in die Seifenlauge. "Schau mal, meine sind größer", "Das fühlt sich an wie Pudding", "Die sind ganz bunt." Die kleinen Wissenschaftler in ihren weißen Kitteln sind aufgeregt. Immerhin schauen ihnen die anderen aus der Gruppe und ein paar Erwachsene zu, die sie nicht kennen. Hinter ihnen steht Melanie Friedrich, Erzieherin im Kinderhaus. Sie gibt Tipps und Anleitungen für das Experiment und schlägt vor, noch die Sache mit dem Luftdruck zu zeigen. Die drei Forscher wissen gleich Bescheid, füllen ein Schraubglas mit Wasser, legen den Deckel drauf, ohne ihn zu schließen und drehen das Glas um. Der Deckel fällt nicht ab - jedenfalls nicht gleich.

Ein Traum hat sich erfüllt

All das passiert im Kinderlabor in einem Gruppenraum des Caritas-Kinderhauses Leo. "Wir sind froh, dass das Labor jetzt fertig ist", sagt die Leiterin des Hauses, Stephanie Beck. Es habe ein bisschen gedauert, weil die notwendige Wasserrinne noch fehlte. Jetzt ist sie da und die kleinen Forscher können jeden Tag etwas Neues in ihrem Labor erfahren. "Damit greifen wir die Neugier der Kinder auf und fördern ihr Interesse an den Naturwissenschaften", erläutert Stephanie Beck.

Die Erzieherinnen geben die Themen fürs Experimentieren vor, schaffen Impulse und leiten an. Die Kinder können vieles allein tun, kreativ werden und dadurch spielerisch Erkenntnisse sammeln. "Das war immer unser Traum."

Bei der Umsetzung der Idee hat eine Spende der Sparkasse Coburg-Lichtenfels in Höhe von 2500 Euro einen gewichtigen Beitrag geleistet. Vorstandsvorsitzender Siegfried Wölki und Walter Partheymüller, zuständig für den Bereich Spenden, sind gekommen, um den symbolischen Scheck zu überreichen und den kleinen Forschern beim Experimentieren zuzuschauen. Stephanie Beck erläutert ihnen das Prinzip der Reggio-Pädagogik, die im Kinderhaus Grundsatz der Arbeit ist und bei der das wahrnehmende, forschende Kind im Mittelpunkt steht. Dabei werde stets in kleinen Gruppen gearbeitet. "Bei uns gibt es keine Massenveranstaltung."

Nachdem sich Siegfried Wölki aktiv an einem Experiment beteiligen hat, bei dem aus einem Teebeutel ein Heißluftballon wird, ist er beeindruckt. "Das Kinderlabor ist etwas, das man einfach unterstützen muss. Die Spende ist eine Investition in die Zukunft", sagt er.

Begleitung durch die Hochschule

Dass Kinder schon frühzeitig mit den Naturwissenschaften vertraut gemacht werden, ist auch ein Anliegen von Ina Sinterhauf. Sie betreut an der Hochschule Coburg das Projekt MUT (Mädchen und Technik). Im Kinderhaus Leo ist sie des Öfteren zu Gast. "Erst kürzlich haben wir im Hort Experimente mit Strom gemacht und eine kleine Lampe gebaut", erzählt sie. Das Kinderlabor wird sie fachlich begleiten. "Es ist immer gut, wenn jemand von außen kommt und neue Themen initiiert." Und den Kindern macht es offensichtlich Spaß, Versuche in ihrem kleinen Labor zu machen.