Eine Rolle rückwärts hat es bei der Beförderung der Kinder zu den Förderschulen in der Region gegeben: Schien vor sechs Wochen der Coburger Kreisverband des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) nach einer Neuausschreibung der Beförderung durch das Diakonische Werk aus dem Rennen, so bestätigte gestern der ASB-Kreisvorsitzende, Hans-Joachim Lieb, auf Anfrage: "Wir fahren die Schulkinder wieder."

Grund für das "Comeback" des ASB: Die Organisation aus Weismain, die bei der Ausschreibung über den günstigsten Preis den Zuschlag bekam, hat den Auftrag wieder zurück gegeben.

Die Wiederaufnahme des Fahrdienstes war für den ASB "ein echter Kraftakt", berichtete Lieb. Noch am Freitag liefen die Gespräche zwischen dem ASB und dem Diakonischen Werk. Erst nachdem es dabei eine Einigung gab, holte der ASB seine "Truppen" wieder zusammen. Gestern wurden die ersten 20 Linien in Betrieb genommen. Bei diesen fährt der ASB zu Kindertagesstätten, die ihre Sommerpause bereits hinter sich haben. Kommenden Montag beginnt dann der Normalbetrieb, bei dem die ASB-Kreisverbände Coburg, Coburg-Land und Kronach als Kooperationspartner 45 Linien zu Fördereinrichtungen in der Region betreiben.

"Wir hatten einen Plan B" - mit diesen Worten deutete Hans-Joachim Lieb an, dass der ASB-Kreisverband gewisse Vorahnungen hatte, dass er wieder als Partner der Diakonie gebraucht werden könnte. Diesen Plan zog die in Coburg angesiedelte ASB-Verwaltung am Wochenende aus der Schublade und aktivierte binnen 72 Stunden fast ihre komplette Fahrer-Flotte.

Diese ist nach Angaben von Hans-Joachim Lieb 90 Mann stark. Fast alle hätten ihren Job verloren, wenn das ASB auf Dauer nicht mehr Vertragspartner der Diakonie bei Fahrdienst geblieben wäre. Nach Angaben des Kreisvorsitzenden läuft die Kooperation zwischen der Diakonie und dem ASB für die nächsten vier Jahre.