Er bestritt für den 1. FC Nürnberg, FC Köln, FC Kaiserslautern und VfL Wolfsburg insgesamt 330 Bundesligaspiele als Verteidiger und rechter Mittelfeldspieler! Da müssen Marius Wolf und Cedric Teuchert noch viele Kilometer herunter spulen, bis die Jungprofis aus Einberg und Coburg, die aktuell für Borussia Dortmund und Schalke 04 in der deutschen Eliteliga kicken, diese Marke von Frank Greiner erreichen?


Nur Beer hat mehr

Was der aus dem Neustadter Stadtteil Meilschnitz stammende Fußballer in seiner Karriere leistete, ist beeindruckend. Er ist zweifelsohne einer der erfolgreichste Kicker aus dem Landkreis Coburg. Nur der ebenfalls aus der Bayerischen Puppenstadt stammende Nationalspieler Erich Beer hat mit 342 Einsätzen knapp mehr Erstligaspieler auf dem Buckel.
Der bald 52 Jahre alt werdende Wahl-Wolfsburger überraschte am Freitagabend seinen Bruder Bernd und mit ihm viele Weggefährten vergangener Tage. Gemeinsam feierten sie den 50. Geburtstag des jüngsten von drei Greiners und schwelgten dabei bis in die frühen Morgenstunden in Erinnerungen.


Früher in der Kneipe gelästert

"Wer was erreichen will, muss weg", ist sicher "Franky", wie er schon von seinen Mitspielern beim VfB Coburg genannt wurde, sicher. "Als ich gewechselt bin, haben die Alten damals vorne beim Gunsenheimer in der Kneipe auch geschimpft. Aber es musste sein".
Und die Wechsel zahlten sich für Greiner aus: Als Profi spielte er von 1987 bis 2003 fast zwei Jahrzehnte lang in der Bundesliga. Beim FC Köln gelang ihm der Durchbruch zum Stammspieler und Leistungsträger. Nach sieben Jahren verabschiedete er sich im Jahre 1995 Richtung Pfalz zum FC Kaiserslautern. 1997 wechselte er zum VfL Wolfsburg, bei dem er seine aktive Laufbahn 2003 beendete.
Mit dem FC Kaiserslautern erlebte der gebürtige Coburger, der in den Neustadter Stadtteilen Fürth am Berg und Meilschnitz aufwuchs, 1997 erst den Abstieg, ehe er mit Otto Rehhagel und Weltmeister Andi Brehme Meister und Pokalsieger wurde.
Aber auch als Trainer sammelte er wertvolle Erfahrungen. Er war im Jugendbereich als Co-Trainer bei den A-Junioren des VfL Wolfsburg tätig und engagierte sich 2006 als Trainer beim Niedersachsenligisten MTV Gifhorn, bei dem er aufgrund einer personellen Notsituation sogar sein Comeback als Spieler feierte.


Ein Jahr Gastspiel im WM-Land

Nach einem einjährigen Gastspiel in der 1. Russischen Liga als Assistenztrainer kehrte er in die VW-Stadt zurück und engagiert sich seit 2014 wieder hauptberuflich in der Fußballschule des VfL.
Am Freitagnacht wurden viele Meilschnitzer Lausbubengeschichten erzählt oder an die "Eckla-Spiele" beim VfB Coburg erinnert, bei denen Franky angeblich reihenweise getunnelt wurde.


Lausbubengeschichten

Und Bruder Bernd hält sich so wie so für den technisch versierteren Kicker: "So lange ich Kraft habe, sieht er im Eins-gegen-Eins keinen Ball. Aber ich hatte nie so einen großen Ehrgeiz wie mein Bruder", schmunzelt er augenzwinkernd.
Ein Thema war natürlich auch die bevorstehende Weltmeisterschaft in Russland. Und Tennis. Das hat einen ganz bestimmten Grund, denn Greiner ist besonders stolz auf seine beiden Töchter. Lena (18) und Sophie (16) können nämlich erstklassig mit dem Racket und der gelben Filzkugel umgehen. "Die Kleine wird noch besser", glaubt der ehrgeizige Vater. Für eine so erfolgreiche Profi-Karriere, wie sie sich ihr Vater erarbeitet hat, ist es aber noch ein weiter Weg.

Zur Person: Frank Greiner

Geboren: 3. Juli 1966 in Coburg
Familie: verheiratet zwei Töchter (Lena 18 und Sophie 16)
Wohnort: Wolfsburg
Von der F- bis A-Jugend:
SV Meilschnitz, DJK/Viktoria Coburg; VfB Coburg.
Herren-Bereich:
1987: VfB Coburg (17 Tore); 1987 bis 1988: 1. FC Nürnberg; 1988 bis 1995: 1. FC Köln; 1995 bis 1998: 1. FC Kaiserslautern; 1998 bis 2002; Von 2002 bis 2003: VfL Wolfsburg II und A-Jugend (Assistenztrainer); 2006 bis 2007 MTV Gifhorn (Niedersachsenliga/Trainer und Comeback als Spieler); seit 2013: FK Mordowia Saransk (1. russische Liga/Co-Trainer).
Stationen 1. Bundesliga:
5 Spiele 1. FC Nürnberg
176 Spiele 1. FC Köln (14 Tore)
22 Spiele 1. FC Kaiserslautern
127 Spiele VfL Wolfsburg (5 Tore)
Stationen 2. Bundesliga:
28 Spiele 1. FC Kaiserslautern
DFB-Pokal-Einsätze:
18 Spiele 1. FC Köln (5 Tore)
UEFA-Cup-Einsätze:
15 Spiele 1. FC Köln
Erfolge als Spieler:
1989 Deutscher Vize-Meister
1990 Deutscher Vize-Meister
1991 DFB-Pokal-Finale
1996 DFB-Pokal-Sieger
Trainerstationen:
2003 bis 2006: Co-Trainer VfL Wolfsburg , A-Junioren
2006 bis 2008: Co- Trainer MTV Gifhorn
2013 bis 2014: Co-Trainer FK Mordowia Saransk (1. russische Premjer-Liga)
seit 2014: Trainer in der Fußball-Schule des VfL Wolfsburg (Angestellt von VW Wolfsburg)