Die geplante Verfüllung der ehemaligen Sandgrube bleibt ein Streitfall. Frank Becker vom Bergamt Nordbayern, kam deshalb sogar eigens zum Ortstermin des Rödentaler Bau- und Umweltsenats, um dort Stellung zur geplanten Auffüllung mit Erdaushub durch ein Rödentaler Bauunternehmen zu nehmen.

Eine entsprechende Anfrage wurde bereits durch den Rödentaler Stadtrat befürwortet, wobei der Beschluss allerdings erheblichen Widerstand beim Bund Naturschutz auslöste. Sogar eine Anzeige wegen Verstößen gegen Naturschutz-Vorschriften wurde erstattet.

Bei der Ortsbesichtigung erklärte Frank Becker, dass beim derzeitigen Zustand der Grube für Menschen eine Absturzgefahr besteht. Zudem könnten die Kanten der Grube abrutschen. "Das darf rechtlich nicht geduldet werden", erklärte der Vertreter des Bauamtes. Ziel müsse es zumindest sein, standsichere Verhältnisse durch Anböschen zu schaffen.

Auch von Seiten der Gruben-Eigentümer wurden Sicherheitsbedenken für Fußgänger ins Feld geführt. Deshalb habe man den Wunsch geäußert, die seit 1990 stillgelegte Sandgrube neu zu bepflanzen.
Hartmut Puff von der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes verwies darauf, dass es sich bei der Spittelsteiner Sandgrube um einen "hoch wertvollen" Lebensraum handelt. Puffs Vorschlag, zur Absicherung der Gefahrenstellen Material aus der Sandgrube zu verwenden, wurde von Becker verworfen. Mehr noch: Der Vertreter des Bayreuther Bergamtes bezeichnete die Untere Naturschutzbehörde als "einzige Stelle, die gegen eine Auffüllung ist".

Ulrich Leicht (Stadtrat vom Bündnis 90/Die Grünen) versuchte, zwischen den verschiedenen Interessenslagen zu vermitteln. Er schlug vor, für die in der Sandgrube beheimateten seltenen Kreuzkröten eine Rückzugsstelle zu schaffen.

"Das kann ich zusagen, es wird eine Auflage im Genehmigungsbescheid sein", erwiderte Becker. Zudem wird versucht mit dem Landratsamt eine einvernehmliche Lösung für die Problematik zu finden.