Mit 125000 Euro netto wollte sich die Stadt am Bau eines Wohnmobilstellplatzes auf dem Aquaria-Gelände beteiligen. Diesen Beschluss fasste der Finanzsenat in seiner Sitzung im Januar. Damals war das Grünflächenamt noch von Baukosten in Höhe von 320 000 Euro (brutto) ausgegangen. Bauen sollte die SÜC Bus und Aquaria GmbH, die auch das Bad betreibt. Doch nun liegen die Ergebnisse des Baugrundgutachens vor. Dessen Ergebnis: Rund 60 000 Euro wird der Bodenaustausch kosten.

Hinzu kommt, dass die Baufirmen erheblich mehr Geld verlangen, als zu Jahresbeginn geschätzt wurde. Rund 35000 Euro liegen die Angebotspreise über den veranschlagten Kosten. 95000 Euro netto mehr - das sollten Stadt und SÜC sich teilen, so lautete zumindest der Wunsch der SÜC. Dem wollte aber Thomas Bittorf (CSU) nicht entsprechen: Die SÜC habe gerade ein Rekordergebnis von acht Millionen Euro eingefahren. Da könne sie das allein finanzieren, sagte er. Auch Wolf-Rüdiger Benzel (Grüne) wollte die Mehrkosten nicht mittragen. Die beiden hatten sich als einzige in dieser Hinsicht zu Wort gemeldet - aber sie hatten die Mehrheit: Auch Max Beyersdorf (CSU), Adelheid Frankenberger (SBC) und Horst Geuter (WPC) stimmten gegen die Zuschusserhöhung um 47 000 Euro.
"Denjenigen, die dagegen waren, muss klar sein, dass nun der Wohnmobilstellplatz nicht kommt", kommentierte Bettina Lesch-Lasaridis (SPD), die für dafür gestimmt hatte. Auch Gerhard Amend (CSB) sagte, dass nun die Vereinbarung mit den SÜC hinfällig sei. Angesichts solcher Konsequenzen stellte Gerhard Amend den Antrag, den Punkt erneut zu diskutieren und abzustimmen. Das geht, wenn sich im Gremium eine Zweidrittelmehrheit findet.
Die gab es - nur Benzel, Beyersdorf und Bittorf wurden an dem bereits gefassten Beschluss festhalten. Am Ende stimmten auch Beyersdorf und Bittorf für den Kompromissvorschlag von Gerhard Amend: Im Januar sei klar gewesen, dass es noch Kosten wegen eines Bodenaustausches geben könne. Hätte man diese Kosten damals schon gekannt, wären sie zur Hälfte in den städtischen Zuschuss eingerechnet worden, die Stadt hätte sich also verpflichtet, 155000 Euro zu zahlen anstatt 125 000 Euro, rechnete Amend vor. Leisten könne sich die Stadt dies angesichts guter Steuereinnahmen auch, bestätigte Kämmerin Regina Eberwein. Sie erinnerte daran, dass alle Fraktionen diesen Stellplatz wollten, und zwar so schnell wie möglich.
Am Ende stimmte der gesamte Senat für die 155000 Euro Zuschuss. Wie die SÜC dazu stehen, ist offen: Jörn Packoßnick-Kirchner, Leiter des Aquaria, hatte darauf hingewiesen, dass die Baukosten sich erst in 15 Jahren amortisieren würden. Würde die Belastung aufgrund des Wohnmobilplatzes weiter steigen, sei der steuerliche Querverbund in Gefahr. Die Verluste bei der SÜC Bus und Aquaria werden durch die Gewinne der SÜC Energie und H 2 O-GmbH ausgeglichen. Davon profitiert letztlich die Stadt, die sonst das Defizit beim Stadtbus- und Badbetrieb übernehmen müsste.


Bahnschaden: 67 000 Euro

Eberhard Fröbel will die Tartanbahn an der Dr.-Stocke-Sportanlage so schnell wie möglich reparieren lassen. Die Stadt soll dafür in Vorleistung gehen. Der Leiter des Coburger Sportamts begründete im Finanzsenat auch, warum: Damit die Vereine und die Schulen die Laufbahn so schnell wie möglich wieder nutzen können.
Einige Senatsmitglieder warnten, die Stadt könne so Ansprüche an die Versicherungen verlieren. Fröbel und Rechtsdirektorin Stefanie Grundmann widersprachen: Repariert werde erst, wenn klar sei, dass die Versicherung dann auch zahlt. Die Stadt solle lediglich in Vorleistung gehen wie bei anderen Schäden an Sportstätten auch.
Wie berichtet, war beim Abbau der Tribünen für das "Traumspiel" einer heimischen Auswahl gegen den FC Bayern München Ende August die Tartanbahn beschädigt worden. Max Beyersdorf (CSU) kritisierte deshalb auch den Veranstalter, den Bayern-Fanclub "Red Residenz": "Eine Veranstaltung ist erst mit dem Abbau vorbei." Beim Aufbau habe man noch alle Vorsicht walten lassen, bestätigte Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD).
Der Finanzsenat gab die geforderten 67000 Euro schließlich frei, nicht ohne die Maßgabe, dass geklärt sein müsse, dass die Versicherung zahlt. Die Frage ist jedoch, ob die Versicherungssumme reicht, den tatsächlich entstandenen Schaden zu decken. Wenn nicht, müsste der Veranstalter selbst dafür geradestehen.